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	<title>Kultur Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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	<description>Gottscheer Blog: Blog über das kulturelle Erbe von Gottschee (Kočevska)</description>
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	<title>Kultur Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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		<title>Die Kirche der Heiligen Drei Könige in Črni Potok</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Moric]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 20 Dec 2025 22:03:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Črni Potok]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kirche der Heiligen Drei Könige in Črni Potok ist eine der wenigen Kirchen in der Region Kočevje (Gottschee), die den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgenden Zerstörungen überstanden haben. Ihre Ursprünge reichen bis in das frühe 16. Jahrhundert zurück, womit sie zu den ältesten Sakralbauten der Region zählt. In ihrem Inneren bewahrt sie einen wertvollen Schatz: das Fresko Der Besuch und die Anbetung der Heiligen Drei Könige, das im Zuge restauratorischer Arbeiten im Jahr 1992 entdeckt wurde. Besonderheit: Der durstige Mann Die Heilige Drei Könige werden von einem Gottscheer Mann begleitet, der, vom Durst geplagt, aus einem kleinen Fässchen – einer sogenannten Putscherle – trinkt. Dieses kleine, aber bemerkenswerte Detail eröffnet den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in den Alltag im Kočevje-Gebiet vor Jahrhunderten. Putscherle wurden von den Gottscheern hergestellt und in benachbarte Regionen und Länder verkauft. Ihre Bedeutung wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass der renommierte Polyhistor Johann Weikhard von Valvasor die Gottscheer mit Putscherle in seinem umfangreichen Werk Die Ehre des Herzogtums Krain (1689) dargestellt hat. Weitere kirchliche Ausstattung Die Kirche der Heiligen Drei Könige steht im Zentrum des Dorfes Črni Potok (Schwarzenbach), das aufgrund seines gut erhaltenen dörflichen Ortskerns als Siedlungsdenkmal im Register des kulturellen Erbes geführt wird. [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Kirche der Heiligen Drei Könige in Črni Potok ist eine der wenigen Kirchen in der Region Kočevje (Gottschee), die den Zweiten Weltkrieg und die darauffolgenden Zerstörungen überstanden haben.  Ihre Ursprünge reichen bis in das frühe 16. Jahrhundert zurück, womit sie zu den ältesten Sakralbauten der Region zählt. In ihrem Inneren bewahrt sie einen wertvollen Schatz: das Fresko Der Besuch und die Anbetung der Heiligen Drei Könige, das im Zuge restauratorischer Arbeiten im Jahr 1992 entdeckt wurde.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/pohod-treh-kraljev-web-full-1024x768.jpg" alt="Das Fresko Der Besuch und die Anbetung der Heiligen Drei K&#xF6;nige. Foto: Anja Moric.  " class="wp-image-2887" style="width:635px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/pohod-treh-kraljev-web-full-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/pohod-treh-kraljev-web-full-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/pohod-treh-kraljev-web-full-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/pohod-treh-kraljev-web-full-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/pohod-treh-kraljev-web-full.jpg 1600w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/pohod-treh-kraljev-web-full-750x563.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Fresko Der Besuch und die Anbetung der Heiligen Drei Könige. Foto: Anja Moric. Foto: Anja Moric.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Besonderheit: Der durstige Mann</strong></h2>

<p>Die Heilige Drei Könige werden von einem Gottscheer Mann begleitet, der, vom Durst geplagt, aus einem kleinen Fässchen – einer sogenannten <em>Putscherle</em> – trinkt. Dieses kleine, aber bemerkenswerte Detail eröffnet den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in den Alltag im Kočevje-Gebiet vor Jahrhunderten. Putscherle wurden von den Gottscheern hergestellt und in benachbarte Regionen und Länder verkauft. Ihre Bedeutung wird zusätzlich dadurch unterstrichen, dass der renommierte Polyhistor Johann Weikhard von Valvasor die Gottscheer mit Putscherle in seinem umfangreichen Werk Die Ehre des Herzogtums Krain (1689) dargestellt hat.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1017" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/kocevarji-valvasor.jpg" alt="Valvasors Darstellung der Gottscheer mit Putscherle." class="wp-image-2889" style="width:598px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/kocevarji-valvasor.jpg 1017w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/kocevarji-valvasor-300x227.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/kocevarji-valvasor-768x580.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/kocevarji-valvasor-750x566.jpg 750w" sizes="(max-width: 1017px) 100vw, 1017px" /><figcaption class="wp-element-caption">Valvasors Darstellung der Gottscheer mit Putscherle.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Weitere kirchliche Ausstattung</strong></h2>

<p>Die Kirche der Heiligen Drei Könige steht im Zentrum des Dorfes Črni Potok (Schwarzenbach), das aufgrund seines gut erhaltenen dörflichen Ortskerns als Siedlungsdenkmal im Register des kulturellen Erbes geführt wird. Die Kirche erhebt sich auf einer kleinen Anhöhe in der Dorfmitte. An den ehemaligen Dorffriedhof, der 1836 in das nahegelegene Zajčje Polje (deutsch: Hasenfeld, gottscheerisch: Huəshnbold) verlegt wurde, erinnern heute Reste der Friedhofsmauer.   </p>

<p>Neben dem Hauptfresko besitzt die Kirche weitere außergewöhnlich gut erhaltene Ausstattungsstücke. Dazu zählen kleinere Wandmalereien des gekreuzigten Christus sowie des heiligen Michael, der die Seelen auf einer Waage wiegt, ebenso wie ein Altar aus dem späten 17. Jahrhundert, der ebenfalls die Anbetung der Heiligen Drei Könige darstellt.   </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="582" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/freska-sv-mihael-web-e1767563282274-582x1024.jpg" alt="Das Fresko des heiligen Michael. Die Kirche der Heiligen Drei K&#xF6;nige in &#x10C;rni Potok.   " class="wp-image-2888" style="width:455px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Das Fresko des heiligen Michael.  Foto: Anja Moric.</figcaption></figure>
</div>
<p>Über dem Uhrwerk im Glockenturm hängen zwei eiserne Glocken aus dem Jahr 1923; die kleinere ist eine Stiftung der Familie Eisenzopf aus Amerika.</p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gefährdung der Kirche durch Bauschäden</strong></h2>

<p>Heute befindet sich die Kirche leider in einem sehr schlechten Zustand. Bodensetzungen und Erdbebenschäden haben tiefe Risse im Bauwerk verursacht, die sowohl die Bausubstanz als auch die wertvollen Fresken gefährden. Ohne rechtzeitige und angemessene Maßnahmen besteht die ernsthafte Gefahr, einen bedeutenden Teil des historischen und kulturellen Erbes zu verlieren.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/razpoke-oltar-web-full-768x1024.jpg" alt="Risse gef&#xE4;hrden die statische Stabilit&#xE4;t des Kirchengeb&#xE4;udes. Die Kirche der Heiligen Drei K&#xF6;nige in &#x10C;rni Potok.  " class="wp-image-2891" style="width:415px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/razpoke-oltar-web-full-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/razpoke-oltar-web-full-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/razpoke-oltar-web-full-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/razpoke-oltar-web-full.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/razpoke-oltar-web-full-750x1000.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Risse gefährden die statische Stabilität des Kirchengebäudes. Foto: Anja Moric.</figcaption></figure>
</div>
<p>Seit 2023 setzt sich das Institut Putscherle für den Schutz und die Restaurierung dieses Kulturdenkmals ein. Ein wichtiger Schritt nach vorne wurde Anfang 2025 getan, als die Gemeinde Kočevje erste Mittel für fachliche Analysen bereitstellte. Diese werden die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen genau bestimmen – doch schon jetzt ist klar, dass die Restaurierung umfangreich und finanziell anspruchsvoll sein wird. Daher sind wir für jede <a href="https://putscherle.com/cerkev-v-crnem-potoku-dragocen-spomenik-potrebuje-naso-pomoc/">Spende </a>dankbar.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="769" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/cerkev-notranjost-web-full.jpg" alt="Begutachtung der Risse und des Gel&#xE4;ndes gemeinsam mit Fachleuten des Slowenischen Instituts f&#xFC;r Bauwesen. Die Kirche der Heiligen Drei K&#xF6;nige in &#x10C;rni Potok  " class="wp-image-2890" style="width:567px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/cerkev-notranjost-web-full.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/cerkev-notranjost-web-full-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/cerkev-notranjost-web-full-768x577.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2026/01/cerkev-notranjost-web-full-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Begutachtung der Risse und des Geländes gemeinsam mit Fachleuten des Slowenischen Instituts für Bauwesen. Foto: Anja Moric.</figcaption></figure>
</div>
<p>Die Kirche in Črni Potok ist nicht nur ein architektonisches Relikt. Sie ist Trägerin der lokalen Identität, eine stille Erzählerin der Regionalgeschichte und ein Symbol des kulturellen Zusammenlebens in der Region Kočevje. Die Bewahrung solcher Orte bedeutet die Bewahrung von Erinnerung – und eröffnet zugleich Chancen für die Entwicklung des Kulturtourismus in der Region.   </p>

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<iframe loading="lazy" title="Dediščina Kočevarjev - Na lepše  S0E7" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/i5Dxz0yYz6g?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Ein Beitrag über die Kirche in Črni Potok in der Fernsehsendung Na lepše; der Beitrag ist im letzten Teil der Folge zu sehen.</figcaption></figure>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong></p>

<p class="has-small-font-size">Resman, Blaž in Helena Seražin. 2010. Upravna enota Kočevje: umetnostna topografija Kočevske. Ljubljana: Založba ZRC.</p>

<p class="has-small-font-size">Zupan, Gojko, Ferenc, Mitja in France Dolinar. 1993. Cerkve na Kočevskem nekoč in danes. Kočevje: Župnija, Muzej.</p>

<p class="has-medium-font-size">Lesen Sie im vorherigen Beitrag: <a href="https://www.kocevskibrlog.com/turski-vpadi-odsev-v-kocevarskem-izrocilu/">Türkische Einfälle – ihr Spiegel im Gottscheerrischen Überlieferungsgut</a>.</p>
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		<item>
		<title>Topli Vrh (Untertaplwerch) – das ehemalige gottscheerische Dorf unter dem Patronat von heiligen Petrus und Paulus</title>
		<link>https://www.kocevskibrlog.com/de/topli-vrh-untertaplwerch-das-ehemalige-gottscheerische-dorf-unter-dem-patronat-von-heiligen-petrus-und-paulus/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Blaž Štangelj]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 20 Nov 2024 18:45:14 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Dörfer]]></category>
		<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Dorf Topli Vrh Wenn wir heute die Asphaltstraße von Črmošnjice in Richtung des Skigebiets Gače oder weiter in den ausgedehnten Wald hinauffahren, können wir nur vermuten, dass wir durch eines der größten ehemaligen gottscheerischen Dörfer in dem Teil des Kočevski rog fahren. Es handelt sich um Topli Vrh, das auf der sonnigen Lage des Hügels Topli vrh liegt. Auf diesem Gipfel befand sich bereits in prähistorischer Zeit eine Bergfestung bzw. Hochgebirgssiedlung, die die Straßenverbindung in das Tal kontrollierte. Das Dorf geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Im Urbarium von 1574 wird der Name als Tablwerch angegeben. Zu dieser Zeit gab es 6 Halbhöfe mit zwischen 30 und 35 Einwohnern. Im Jahr 1770 hatte das Dorf 15 Häuser, genauso wie im Jahr 1824. Damals verzeichneten die Ersteller des Franziszeischen Katasters, dass das Dorf 114 Einwohner gehabt habe, und zwar 56 Männer und 58 Frauen. Aus dem Kataster geht man auch hervor, dass die Häuser entlang der Straße standen und von Wiesen, Obstgärten, Ackern und Wäldern umgeben waren. Im Jahr 1880 gab es im Dorf 21 Häuser und 123 Einwohner und im Jahr 1900 waren es 129 Einwohner. Im Jahr 1936 hatte das Dorf 24 bewohnte Häuser mit 125 Einwohnern und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Dorf Topli Vrh</strong></h2>

<p>Wenn wir heute die Asphaltstraße von Črmošnjice in Richtung des Skigebiets Gače oder weiter in den ausgedehnten Wald hinauffahren, können wir nur vermuten, dass wir durch eines der größten ehemaligen gottscheerischen Dörfer in dem Teil des Kočevski rog fahren. Es handelt sich um Topli Vrh, das auf der sonnigen Lage des Hügels Topli vrh liegt. Auf diesem Gipfel befand sich bereits in prähistorischer Zeit eine Bergfestung bzw. Hochgebirgssiedlung, die die Straßenverbindung in das Tal kontrollierte.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-1024x768.jpg" alt="Ein Blick auf Topli vrh von der Stra&#xDF;e zwischen &#x10C;rmo&#x161;njice und Srednja vas. " class="wp-image-2565" style="width:686px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Blick auf Topli vrh von der Straße zwischen Črmošnjice und Srednja vas. Foto: Blaž Štangelj, 27. 10. 2024.  </figcaption></figure>
</div>
<p>Das Dorf geht auf das 13. Jahrhundert zurück. Im Urbarium von 1574 wird der Name als Tablwerch angegeben. Zu dieser Zeit gab es 6 Halbhöfe mit zwischen 30 und 35 Einwohnern. Im Jahr 1770 hatte das Dorf 15 Häuser, genauso wie im Jahr 1824. Damals verzeichneten die Ersteller des Franziszeischen Katasters, dass das Dorf 114 Einwohner gehabt habe, und zwar 56 Männer und 58 Frauen. Aus dem Kataster geht man auch hervor, dass die Häuser entlang der Straße standen und von Wiesen, Obstgärten, Ackern und Wäldern umgeben waren.       </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="711" height="839" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-2.jpg" alt="Topli vrh in einem Ausschnitt aus dem Franziszeischen Kataster, 1824." class="wp-image-2568" style="width:467px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-2.jpg 711w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-2-254x300.jpg 254w" sizes="auto, (max-width: 711px) 100vw, 711px" /><figcaption class="wp-element-caption">Topli vrh in einem Ausschnitt aus dem Franziszeischen Kataster, 1824. Quelle: Kulturministerium, Register des Kulturerbes, eine Interaktivkarte des Kulturerbes, <a href="https://geohub.gov.si/ghapp/giskd/">https://geohub.gov.si/ghapp/giskd/</a>  </figcaption></figure>
</div>
<p>Im Jahr 1880 gab es im Dorf 21 Häuser und 123 Einwohner und im Jahr 1900 waren es 129 Einwohner. Im Jahr 1936 hatte das Dorf 24 bewohnte Häuser mit 125 Einwohnern und weitere 5 Häuser standen leer. Die Dorfbewohner waren mit der Abholzung des Waldes und dem Verkauf des Holzes beschäftigt und brannten wahrscheinlich auch Kohle. Sie betrieben auch Ackerbau und Viehzucht für den Eigenbedarf. Im Jahr 1834 wurden im Dorf 3 Pferde, 30 Ochsen, 11 Kühe, 10 Kälber und Lämmer, 45 Schafe und 15 Schweine gezählt. Einige Einwohner beschäftigten sich auch mit der Herstellung und dem Verkauf von Holzgeräten. Zwei Bauern bewirtschafteten auch einen Weinberg auf der Semiška gora.       </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-a-1024x768.jpg" alt="Die beiden Brunnen zum Sammeln von Tropfwasser im ehemaligen Dorf Topli Vrh." class="wp-image-2574" style="width:709px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-a-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-a-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-a-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-a-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-a-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-a-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Die Brunnen zum Sammeln von Tropfwasser im ehemaligen Dorf Topli Vrh führen immer noch Wasser. Foto: Blaž Štangelj, 27. 10. 2024.   </figcaption></figure>
</div><div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-4-1024x768.jpg" alt="Unter dem ehemaligen Dorf Topli Vrh befindet sich ein ummauertes Wasserreservoir." class="wp-image-2583" style="width:710px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Unter dem ehemaligen Dorf Topli Vrh befindet sich ein ummauertes Wasserreservoir. Foto: Blaž Štangelj, 27. 10. 2024.   </figcaption></figure>
</div>
<p>Die Kinder aus Topli Vrh besuchten die Schule in Črmošnjice, deren Ursprünge auf das Jahr 1822 zurückgehen. Im Jahr 1929 waren 24 von 108 Einwohnern in Topli Vrh Schulkinder. Hoher Schnee und Schneeverwehungen erschwerten den Schulbesuch im Winder.   </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Kirche der heiligen Petrus und Paulus  </strong></h2>

<p>Die Kirche der heiligen Petrus und Paulus (gefeiert am 29. Juni) ist eine Filiale der Pfarre Črmošnjice. Ihre erste Erwähnung stammt aus dem Jahr 1689, als sie von Valvasor in seinem Werk Die Ehre des Herzogtums Krain erwähnt wurde. Die Kirche ist höchstwahrscheinlich fast 200 Jahre älter. Auf dem geschnitzten Hauptaltar (der am Ende des 17. oder Anfang des 18. Jahrhunderts errichtet wurde) waren Statuen der heiligen Petrus und Paulus und an den Seiten Statuen des heiligen Antonius und des heiligen Franziskus sowie einiger anderer nicht identifizierten Heiliger. Außerdem gab es zwei Seitenaltare mit Gemälden der heiligen Maria, der Mutter vom guten Rat und der heiligen Cosmas und Damian. Die Kirche hatte ein Holzgewölbe über dem Kirchenschiff, einen hölzernen Chor, eine Kanzel und 27 Kirchenbänke. Im Glockenturm befanden sich drei Glocken.              </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="700" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a-700x1024.jpg" alt="Glockenturm der Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Topli Vrh. " class="wp-image-2610" style="width:407px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a-700x1024.jpg 700w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a-205x300.jpg 205w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a-768x1123.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a-1050x1536.jpg 1050w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a-1400x2048.jpg 1400w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a-750x1097.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-7-a.jpg 1750w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">Glockenturm der Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Topli Vrh.  Foto: Blaž Štangelj, 20. 3. 2016.  </figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Dorf und die Kirche während des Zweiten Weltkrieges und unmittelbar danach </strong></h2>

<p>Topli Vrh teilte das Schicksal der meisten gottscheerischen Dörfer im Gebiet von Kočevski rog. Nach der Besetzung des Dorfes durch die faschistische italienische Armee verließen alle 118 Einwohner von Topli Vrh am 20. und 21. Dezember 1941 das Dorf und emigrierten über den Bahnhof Semič nach Posavje in Posotelje an der damaligen Grenze des Hitlers nazistischen Dritten Reiches. Am 22. Juli, während der Offensive, wurde das Dorf von der italienischen Armee niedergebrannt. Ein Haus und die Kirche entgingen dem Feuer. Während der Offensive hielten sich dort italienische Soldaten auf und zerstörten Kirchenbänke und Teile der Altäre, indem sie sie in den Brand setzten. An die vom Feuer verbrannte Wand ritzten sie in italienischer Sprache die Worte „zerstörte Partisanen“ (noch 1947 sichtbar). Auch Partisanen hielten sich mindestens einmal in der Kirche auf, im August 1942 wird ein Bataillon der Tomšič-Brigade erwähnt. Das Dorf wurde nie wieder aufgebaut. Zwischen 1943 und 1945 gab es in den nahe gelegenen Wäldern einige versteckte Partisanenlazaretten. Dafür wurden auch Fensterrahmen und ein Teil der Dachziegel von der zerstörten Kirche verwendet. Gemälde und Altarstatuen wurden zerstört oder beschädigt.              </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><a href="https://www.muzej-nz.si"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-5-1024x768.jpg" alt="Das niedergebrannte Dorf Topli Vrh, am 6. 9. 1944. Reproduktion des Bildes von France Miheli&#x10D;.   " class="wp-image-2589" style="width:719px;height:auto"/></a><figcaption class="wp-element-caption">Das niedergebrannte Dorf Topli Vrh, am 6. 9. 1944. Reproduktion des Bildes von France Mihelič.    Die Ansichtskarte wird von Blaž Štangelj aufbewahrt, und die Zeichnung vom Museum der neueren und zeitgenössischen Geschichte Sloweniens (<a href="https://www.muzej-nz.si">Muzej novejše in sodobne zgodovine Slovenije</a>). </figcaption></figure>
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<p>Unmittelbar nach dem Kriegsende wurden die Ruinen der Häuser zertrümmert und als Böschungsmaterial für den Straßenbau zum Dorf Komarna vas verwendet. Die Mauern der Kirche wurden 1964 weiter abgebaut. Der Glockenturm wurde stehen gelassen, da er aufgrund seiner strategischen Lage für die Militärbehörden einen wichtigen Orientierungspunkt darstellte. Das Dorf Topli Vrh wurde 1955 als Siedlung abgelöst, ebenso wie en Drittel der vernichteten ehemaligen Siedlungen im Gebiet Gottschee.   </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>&#8221;Wir gingen nach Topli Vrh&#8221; – eine Hochzeit im Jahr 1945</strong></h2>

<p>Die Maler Alenka Gerlovič und Vito Globočnik waren als Künstler in Partisanenbewegung tätig. In den Jahren 1944 und 1945 besuchten sie auch das verbrannte Dorf Topli Vrh und stellten es dar. Die Liebenden entschlossen zu heiraten. Ihre Vorgesetzten waren zuerst zurückhaltend. Sie wollten eine bescheidene Hochzeit, ohne Pomp, die sie eigenmächtig auf der Spitze des Glockenturms der Kirche in Topli Vrh vollzogen. Die Statuen zweier Heiligen, ohne Hände, die sie von dem beschädigten Altar nahmen, waren Zeugen dieser Zeremonie. Ihre Namen und das Datum wurden in den Balken des Glockenturms eingemeißelt und ihre informelle Ehe wurde vollzogen.       </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Topli Vrh im 21. Jahrhundert </strong></h2>

<p>Heute erinnern bescheidene steinerne Überreste der Grundrisse der Kirche und der Häuser, ihre Wasserreservoire und Obstbäume an das ehemalige Dorf. Das Modell der Kirche im Maßstab 1:50 wurde von Tone Troha angefertigt. Auf den Weiden rasen Rinder und Pferde des Hofes Mihelčič aus der Gemeinde Semič.   </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-6-c-1024x768.jpg" alt="&#xDC;berreste der H&#xE4;user im Dorf Topli Vrh" class="wp-image-2607" style="width:692px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Überreste der Häuser im Dorf Topli Vrh. Foto: Blaž Štangelj, am 27. 10. 2024.   </figcaption></figure>
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<p>Das sichtbarste Überbleibsel des ehemaligen Dorfes ist der Glockenturm der Kirche. Im Jahr 2004 wurden die bescheidenen Überreste der Kirche gereinigt und das Dach der Kirche wurde restauriert und mit Kupfer bedeckt. Im Innern wurde eine Holztreppe eingebaut. Die Restaurierung wurde vom Gottscheer Altsiedlerverein und Freiwilligen mit finanzieller Unterstützung aus Südtirol durchgeführt. Die Gier nach Kupferdächern und wiederholte Diebstahlversuche machten die Restaurierungsarbeiten schließlich zunichte. Beim versuchten Diebstahl der Kupferbedachung am 3. April 2023 verursachte vermutlich ein Funke beim Schneiden vom Metall einen Brand. Der Glockenturm ist also wieder ohne Dach, dem langsamen Verfall überlassen, und schreit lautlos nach einer Restaurierung oder zumindest einem Notschutz. Vielleicht findet sich in der Zukunft wieder der Wille und die Kraft, das Erbe zu erhalten und zu präsentieren.         </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="819" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-b-819x1024.jpg" alt="Der Brand im Glockenturm der Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Topli Vrh. " class="wp-image-2625" style="width:420px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-b-819x1024.jpg 819w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-b-240x300.jpg 240w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-b-768x960.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-b-1229x1536.jpg 1229w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-b.jpg 1440w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-b-750x938.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 819px) 100vw, 819px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Brand im Glockenturm der Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Topli Vrh.  Foto: PGD Semič, 3. 4. 2023.   </figcaption></figure>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="710" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-a-710x1024.jpg" alt="Der Brand im Glockenturm der Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Topli Vrh.  " class="wp-image-2622" style="width:398px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-a-710x1024.jpg 710w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-a-208x300.jpg 208w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-a-768x1107.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-a.jpg 960w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-8-a-750x1081.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Brand im Glockenturm der Kirche der heiligen Petrus und Paulus in Topli Vrh.  Foto: PGD Semič, 3. 4. 2023.   </figcaption></figure>
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<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong></p>

<p class="has-small-font-size"><strong>Arhiv Republike Slovenije</strong>, Franciscejski kataster za Kranjsko, k. o. Črmošnjice pri Kočevju, Katastrski cenilni elaborat, <a href="https://vac.sjas.gov.si/vac/search/details?id=375384">https://vac.sjas.gov.si/vac/search/details?id=375384</a> (dostop: november 2024).  <br/><strong>Krajevni leksikon Dravske banovine</strong> (1937), dLib, <a href="https://www.dlib.si/details/URN:NBN:SI:DOC-IHXHRWQE">https://www.dlib.si/details/URN:NBN:SI:DOC-IHXHRWQE</a>, (dostop: november 2024).<br/><strong>Slovenska historična topografija za Kranjsko do leta 1500</strong>, ZRC SAZU, DOI: https://doi.org/10.3986/9789612549749, <a href="https://topografija.zrc-sazu.si/">https://topografija.zrc-sazu.si/</a> (dostop: november 2024).<br/><strong>Slovenski šolski muzej</strong>, Šolski list (1929), Državna mešana šola v Črmošnjicah, Zgodovina Slovenije — SIstory, <a href="https://www.sistory.si/publication/24112">https://www.sistory.si/publication/24112</a> (dostop: november 2024).<br/><strong>Gottscheermatzelle</strong>, <a href="https://gottscheermatzelle.wordpress.com/gottscheer-history/">https://gottscheermatzelle.wordpress.com/gottscheer-history/</a>, (dostop: november 2024).<br/><strong>Ministrstvo za kulturo</strong>, Register kulturne dediščine, Interaktivna karta kulturne dediščine, <a href="https://geohub.gov.si/ghapp/giskd/">https://geohub.gov.si/ghapp/giskd/</a> (dostop: november 2024).<br/><strong>Obrazi slovenskih pokrajin</strong>, Alenka Gerlovič in Vito Globočnik, <a href="https://www.obrazislovenskihpokrajin.si/oseba/gerlovic-alenka/">https://www.obrazislovenskihpokrajin.si/oseba/gerlovic-alenka/</a>, <a href="https://www.obrazislovenskihpokrajin.si/oseba/globocnik-vito/">https://www.obrazislovenskihpokrajin.si/oseba/globocnik-vito/</a> (dostop: november 2024).<br/><strong>Perko Drago.</strong> Kradli baker, zažgali cerkev! Slovenske novice, 5. 4. 2023, <a href="https://www.slovenskenovice.si/novice/slovenija/kradli-baker-zazgali-cerkev-foto/">https://www.slovenskenovice.si/novice/slovenija/kradli-baker-zazgali-cerkev-foto/</a> (dostop: november 2024).   <br/><strong>PGD Semič, Požar na Toplem Vrhu</strong>, 3. 4. 2023, <a href="https://www.facebook.com/profile/100064566140803/search/?q=toplem%20&amp;locale=sl_SI">https://www.facebook.com/profile/100064566140803/search/?q=toplem%20&amp;locale=sl_SI</a> (dostop: november 2024). <br/><strong>Topli Vrh: Zagorel spomeniško zaščiten zvonik</strong>, 4. 4. 2023, <a href="https://moja-dolenjska.si/topli-vrh-zagorel-spomenisko-zasciten-zvonik/#goog_rewarded">https://moja-dolenjska.si/topli-vrh-zagorel-spomenisko-zasciten-zvonik/#goog_rewarded</a> (dostop: november 2024).  <br/><strong>Ferenc Mitja in Zupan Gojko</strong>. <em>Cerkve na Kočevskem nekoč in danes II</em>. Ljubljana: ZRC SAZU, 2006. <br/><strong>Ferenc Mitja in Zupan Gojko</strong>. <em>Izgubljene kočevske vasi: nekoč so z nami živeli kočevski Nemci</em>. 3. del. Ljubljana: Znanstvena založba Filozofske fakultete, 2013.   <br/><strong>Ferenc Mitja in Zupan Gojko</strong>. <em>Po sledeh Kočevarjev v Črmošnjiško-Poljanski dolini / Auf den Spuren der Gottscheer in der Moschnitze</em>. Dolenjske Toplice : Društvo Kočevarjev staroselcev = Gottscheer Altsiedler Verein, 2013. <br/><strong>Gerlovič Alenka</strong>. <em>Okruški mojega življenja</em>. Ljubljana: Forma 7, 2006. <br/><strong>Janežič Zvonka</strong>. <em>Arheološka najdišča Kočevskega roga in Poljanske gore</em>. Diplomsko delo. Oddelek za arheologijo Filozofske fakultete univerze v Ljubljani, 2022.  <br/><strong>Mohar Rozi.</strong> <em>Tu so živeli …</em>Semič: Občina, 2008.<br/><strong>Prelesnik Anton</strong>. <em>Vodni viri na Kočevskem / Wasserquellen im Gottscheerland</em>. Dolenjske Toplice, Ljubljana: Društvo Kočevarjev staroselcev, ZRC SAZU, 2007. <br/><strong>Simonič Binca</strong>, ur. <em>Župnija Črmošnjice 500 let: 1509-2009</em>. Semič: Župnija, 2009. <br/><strong>Strle Franci</strong>. <em>Tomšičeva brigada 1942-1943</em>. Ljubljana: Borec in Partizanska knjiga, 1986. <br/><strong>Troha Anton in Anton Prelesnik</strong>. <em>Makete kočevarskih cerkva in krajev / Maquetten von Gottscheer Kirchen und Ortschaften</em>. Ljubljana: &#8220;Maks Viktor&#8221; in Dolenjske Toplice: Društvo Kočevarjev staroselcev, 2011. </p>

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		<title>Die Höhlen Mala Knežja Jama und Jama nad Dolgim vodnjakom: archäologische Fundstätten im zentralen Teil von Kočevski rog</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Zvonka Janežič]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 09 Nov 2024 21:44:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Anwesenheit der Menschen in Gottschee in der prähistorischen Zeit Es wird allgemein angenommen, dass Kočevski rog bis zum 14. Jahrhundert, als die Gottscheer Deutschen von den Ortenburgern angesiedelt wurden, nicht bewohnt war. Bescheidene archäologische Funde weisen jedoch auf die Anwesenheit von Menschen in prähistorischer Zeit hin. Wie zu erwarten, befinden sich die meisten prähistorischen Fundstellen an den Rändern der Hochebene, während sie im Landesinneren äußerst selten sind. Dies ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die frühere Bevölkerung die wilde und schwer zu durchgehende Waldlandschaft gemieden hat, sondern ist weitgehend auf den Stand der Forschungen zurückzuführen. Die meisten archäologischen Studien haben sich oberflächlich mit den Randgebieten von Kočevski rog befasst, während der gesamte Gebirgszug, wie auch Region Gottschee, nur sehr unzureichend untersucht ist. Archäologische Fundstätte in Höhlen Die geringe Besiedlung und die Bewaldung der Landschaft erschweren die Erkennung von Siedlungen und Grabstätten, wenn sie auf Visualisierung des Laserscannings aus der Luft nicht zu erkennen sind. Etwas einfacher ist es, Stätten in Karsthöhlen zu entdecken. Kočevski rog ist von Karsttrichtern und Höhlen, die dem Menschen seit dem Paläolithikum als Unterschlüpf, Versteck, aber auch als Lagerplatz, Wasserquelle, Begräbnis- oder Ritualplatz und, vor allem in jüngster Zeit, als Müllabladeplatz dienten, durchzogen. Im zentralen [&#8230;]</p>
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<h2 class="wp-block-heading"><strong>Anwesenheit der Menschen in Gottschee in der prähistorischen Zeit</strong></h2>

<p>Es wird allgemein angenommen, dass Kočevski rog bis zum 14. Jahrhundert, als die Gottscheer Deutschen von den Ortenburgern angesiedelt wurden, nicht bewohnt war. Bescheidene archäologische Funde weisen jedoch auf die Anwesenheit von Menschen in prähistorischer Zeit hin. Wie zu erwarten, befinden sich die meisten prähistorischen Fundstellen an den Rändern der Hochebene, während sie im Landesinneren äußerst selten sind. Dies ist nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass die frühere Bevölkerung die wilde und schwer zu durchgehende Waldlandschaft gemieden hat, sondern ist weitgehend auf den Stand der Forschungen zurückzuführen. Die meisten archäologischen Studien haben sich oberflächlich mit den Randgebieten von Kočevski rog befasst, während der gesamte Gebirgszug, wie auch Region Gottschee, nur sehr unzureichend untersucht ist.     </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Archäologische Fundstätte in Höhlen</strong></h2>

<p>Die geringe Besiedlung und die Bewaldung der Landschaft erschweren die Erkennung von Siedlungen und Grabstätten, wenn sie auf Visualisierung des Laserscannings aus der Luft nicht zu erkennen sind. Etwas einfacher ist es, Stätten in Karsthöhlen zu entdecken. Kočevski rog ist von Karsttrichtern und Höhlen, die dem Menschen seit dem Paläolithikum als Unterschlüpf, Versteck, aber auch als Lagerplatz, Wasserquelle, Begräbnis- oder Ritualplatz und, vor allem in jüngster Zeit, als Müllabladeplatz dienten, durchzogen. Im zentralen Teil von Kočevski rog, zwischen Cink und Bradačeva frata, wurden zwei prähistorische Höhlen entdeckt, die nur etwas mehr als einen halben Kilometer voneinander entfernt sind, was auf eine mögliche dichtere Besiedlung von Kočevski rog zu dieser Zeit hindeutet.    </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Höhle Mala Knežja jama</strong></h2>

<p>Die Höhle Mala Knežja jama liegt im Norden, gleich oberhalb von Cinkarska cesta. Sie ist den Einheimischen aus Dolenjske Toplice und den umliegenden gottscheerischen Dörfern schon lange bekannt und wurde 1939 in das Höhlenkataster eingetragen. Bereits 1973 wiesen die Höhlenforscher auf ihr archäologisches Potenzial hin. Die horizontale Höhle ist 40 Meter lang und 15 Meter tief und hat einen großen Eingang mit einer mehrere Meter hohen überhängenden Wand.    </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-1-1-1024x768.jpg" alt="Mala kne&#x17E;ja jama, Ko&#x10D;evski Rog" class="wp-image-2650" style="width:710px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Eingang in die Höhle Mala Knežja jama ist dreieckig und öffnet sich unter einer Felswand. Foto: Zvonka Janežič, 2024. </figcaption></figure>
</div>
<p>Der Eingang ist ein steiler Erdsturz, der allmählich abflacht und sich in einen geräumigen Saal öffnet. Der Boden ist mit Erde und eingestürztem Gestein bedeckt, in dem der Höhlenforscher A. Špelič von DZRJ Ribnica drei Fragmente prähistorischer Keramik entdeckt hat.  </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-2-1-1024x768.jpg" alt="Gro&#xDF;er Saal im Innern der H&#xF6;hle Mala Kne&#x17E;ja jama. " class="wp-image-2656" style="width:716px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Großer Saal im Innern der Höhle Mala Knežja jama. Foto: Zvonka Janežič, 2024. </figcaption></figure>
</div>
<p>Bis vor Kurzem war die Höhle verschmutzt; 40 Jahre lang waren dort LKW-Reifen gelagert, die von den Höhlenforschern von JKNM in Zusammenarbeit mit den Förstern des Forstamtes, Zweigstelle Novo mesto, und der Gesellschaft Slowenische Staatswälder entfernt wurden. </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-2-1024x768.jpg" alt="Ein Keramikfragmet, das in pr&#xE4;historische Zeit datiert werden kann. Es sind Reste der Oberfl&#xE4;chenbehandlung des Gef&#xE4;&#xDF;es mit der Technik des Besenstrichs sichtbar. " class="wp-image-2659" style="width:619px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-2-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-2-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-2-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-2-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-2-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-3-2-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Keramikfragmet, das in prähistorische Zeit datiert werden kann. Es sind Reste der Oberflächenbehandlung des Gefäßes mit der Technik des Besenstrichs sichtbar.  Foto von Zvonka Janežič. 2024.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Höhle Jama nad Dolgim vodnjakom</strong></h2>

<p>Südöstlich der Höhle Mala Knežja jama öffnet sich die mächtige Höhle Jama nad Dolgim vodnjakom. Sie befindet sich an einem steilen und felsigen Hang über einem tiefen Tal, das von miteinander verbundenen Karsttrichtern gebildet wird. In der Talsohle befindet sich die Quelle Dolgi studenec, eine der wichtigen und sehr seltenen Wasserquellen der Gegend.   </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-4-2-1024x768.jpg" alt="Quelle Dolgi studenec. " class="wp-image-2662" style="width:654px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Quelle Dolgi studenec. Foto: Zvonka Janežič, 2024. </figcaption></figure>
</div>
<p>Die Höhle ist 30 Meter lang und 25 Meter tief mit einem riesigen Eingang von 20 x 10 Metern, wodurch das ganze Innere gut beleuchtet ist und im Winter den Außentemperaturen ausgesetzt ist, was zu einer starken mechanischen Verwitterung des Gesteins führt. Der Abri entstand durch den Sturz der Decke, was eine schräge Plattform aus ausgestürztem Gestein bildete, die zum ebenen Boden der Höhle hinunterführt.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-5-2-1024x768.jpg" alt="Die H&#xF6;hle Jama nad Dolgim vodnjakom hat eine Form des riesigen Abris." class="wp-image-2668" style="width:734px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Die Höhle Jama nad Dolgim vodnjakom hat eine Form des riesigen Abris. Foto: Zvonka Janežič, 2024. </figcaption></figure>
</div>
<p>Bei einer Feldbegehung 2021 fand ich ein kleines Fragment prähistorischer Keramik, einen Tierknochen mit Schnitzspuren und Überreste einer Verbrennung in der Höhle.</p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="651" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/11/slika-6-1024x651.png" alt="Ein Fragment der pr&#xE4;historischen Keramik und ein Knochen mit Schnitzspuren aus der H&#xF6;hle Jama nad Dolgim vodnjakom. " class="wp-image-2671" style="width:711px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Ein Fragment der prähistorischen Keramik und ein Knochen mit Schnitzspuren aus der Höhle Jama nad Dolgim vodnjakom. Foto: Zvonka Janežič, 2024. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading">Wovon zeugen die archäologischen Stätten in den Höhlen?</h2>

<p>Die Funde aus beiden Stätten sind zu spärlich, um sie genauer zu datieren, aber sie lassen sich wahrscheinlich in die Bronze- oder Eisenzeit einordnen. Die Höhlen Mala Knežja jama und Jama nad Dolgim vodnjakom sind fast 7 Kilometer von der nächsten bekannten prähistorischen Siedlung in Topli vrh entfernt. Die beiden Höhlen dienten wahrscheinlich als Unterschlüpf, Versteck und Lagerraum und dürften von so weit entfernten Orten aus kaum besucht worden sein. Dies legt die Möglichkeit nahe, dass es irgendwo in der Nähe eine prähistorische Siedlung gab, die bisher noch nicht entdeckt worden ist.    </p>

<p>Da Kočevski rog noch nicht Gegenstand umfassender archäologischer Untersuchungen war, bleiben viele Fragen offen. Die Möglichkeit der dichteren Besiedlung bereits vor dem 14. Jahrhundert bietet daher ein vielversprechendes Forschungspotenzial für das Verständnis der Vergangenheit und der Bedeutung des Gebiets.  </p>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong><br/>Arkas: Arheološki kataster Slovenije. Dostopno na: <a href="https://arkas.caspio.com/dp/5b04c00098d89ffc1f54405b9812?cbResetParam=1">https://arkas.caspio.com/dp/5b04c00098d89ffc1f54405b9812?cbResetParam=1</a> (2. 11. 2024).<br/>Ferenc, M. 2005,  <em>Kočevska &#8211; pusta in prazna. Nemško jezikovno območje na Kočevskem po odselitvi Nemcev. </em> – Ljubljana, Modrijan.<br/>Hudoklin, A. 1984, <em>Jama nad Dolgim vodnjakom</em> (Neobjavljen zapisnik terenskih ogledov, Kataster jam JZS).<br/>Jamnik, P. 2011, Arheološka in paleontološka jamska najdišča s širšega območja Ribniške in Struške doline ter Kočevske. – V: Velušček, A. (ur.), <em>Spaha.</em> – Ljubljana, Založba ZRC, str. 48.<br/>Kataster jam JZS: Kataster jam Jamarske zveze Slovenije. Dostopno na: <a href="https://www.katasterjam.si/">https://www.katasterjam.si/</a> (citirano: 3. 11. 2024).<br/>Lajovic, A. 1973, <em>Jama pod cesto v oddelku 26</em> (Neobjavljen zapisnik terenskih ogledov, Kataster jam JZS). – Ljubljana.<br/>RKD: Register kulturne dediščine. Dostopno na: <a href="https://geohub.gov.si/ghapp/giskd/">https://geohub.gov.si/ghapp/giskd/</a> (citirano: 2. 11. 2024).<br/>Splet 1: <a href="https://www.jknm.si/si/?id=595&amp;l=2021">https://www.jknm.si/si/?id=595&amp;l=2021</a>(citirano: 2. 11. 2024).<br/>Splet 1: <a href="https://www.rtvslo.si/lokalne-novice/dolenjska/iz-jame-v-kocevskem-rogu-odstranili-odpadne-pnevmatike-za-tovornjake/599792">https://www.rtvslo.si/lokalne-novice/dolenjska/iz-jame-v-kocevskem-rogu-odstranili-odpadne-pnevmatike-za-tovornjake/599792</a> (citirano: 2. 11. 2024).     </p>

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		<title>Eisenhütte in Dvor: Eine Erfolgsgeschichte (und Scheitern) der Auersperger Eisenhütte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Izidor Volf]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 25 Oct 2024 20:05:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunsthandwerk]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die erste Idee, in Dvor eine Eisenhütte zu errichten, geht auf das Jahr 1763 zurück, als Fürst Heinrich Auersperg erstmals eine Konzession beantragte. Die Baugenehmigung wurde ihm jedoch nicht erteilt, da die Besitzer anderer Eisenhütten in Krain eine Konkurrenz fürchteten. Erst seinem Sohn, Fürsten Wilhelm Auersperg von Gottschee, gelang es nach langen 31 Jahren, eine Eisenhütte in Dvor zu errichten. Die Gründe dafür waren der Unternehmergeist der Familie Auersperg, die in diesem Gebiet umfangreiche Ländereien besaß, Wasserkraft des Flusses Krka, ausgedehnte Wälder in einer unmittelbaren Nähe von Dvor, Eisenerzvorkommen in Unterkrain und die Verfügbarkeiten von Arbeitskräften. Am 6. Februar 1795 erhielt Fürst Wilhelm Auersperg (endlich) eine genehmigte Konzession aus Wien und die Bauarbeiten begannen. Da die Arbeiten nur langsam vorankamen, floss das erste Roheisen erst ein Jahr später, am 17. April 1796, aus dem Hochofen. Die Produktion übertraf sofort alle Erwartungen. Die Gebäude der Eisenhütte wurden am Ufer des Flusses Krka gebaut, und das Wasser wurde zum Antrieb von Blasebälgen genutzt, um Luft in den Hochofen und die Öfen zu blasen, die Schmiedehämmer anzutreiben, das Erz zu waschen und zu zerkleinern und die Maschinen in den mechanischen Werkstätten, Holzdrehbänke, Schleifmaschinen, Sägen und Pumpen anzutreiben. Die Eisenerzproduktion wurde mit der Einführung [&#8230;]</p>
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<p>Die erste Idee, in Dvor eine Eisenhütte zu errichten, geht auf das Jahr 1763 zurück, als Fürst Heinrich Auersperg erstmals eine Konzession beantragte. Die Baugenehmigung wurde ihm jedoch nicht erteilt, da die Besitzer anderer Eisenhütten in Krain eine Konkurrenz fürchteten. Erst seinem Sohn, Fürsten Wilhelm Auersperg von Gottschee, gelang es nach langen 31 Jahren, eine Eisenhütte in Dvor zu errichten. Die Gründe dafür waren der Unternehmergeist der Familie Auersperg, die in diesem Gebiet umfangreiche Ländereien besaß, Wasserkraft des Flusses Krka, ausgedehnte Wälder in einer unmittelbaren Nähe von Dvor, Eisenerzvorkommen in Unterkrain und die Verfügbarkeiten von Arbeitskräften.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-3-1024x768.jpg" alt="Signatur der Auersperger Eisenh&#xFC;tte HOF IN KRAIN" class="wp-image-2525" style="width:717px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Berühmte Signatur der Auersperger Eisenhütte HOF IN KRAIN auf einem der erhaltenen Öfen im Eisenhüttenmuseum in Dvor. Foto: Izidor Volf.</figcaption></figure>
</div>
<p>Am 6. Februar 1795 erhielt Fürst Wilhelm Auersperg (endlich) eine genehmigte Konzession aus Wien und die Bauarbeiten begannen. Da die Arbeiten nur langsam vorankamen, floss das erste Roheisen erst ein Jahr später, am 17. April 1796, aus dem Hochofen. Die Produktion übertraf sofort alle Erwartungen. Die Gebäude der Eisenhütte wurden am Ufer des Flusses Krka gebaut, und das Wasser wurde zum Antrieb von Blasebälgen genutzt, um Luft in den Hochofen und die Öfen zu blasen, die Schmiedehämmer anzutreiben, das Erz zu waschen und zu zerkleinern und die Maschinen in den mechanischen Werkstätten, Holzdrehbänke, Schleifmaschinen, Sägen und Pumpen anzutreiben.     </p>

<p>Die Eisenerzproduktion wurde mit der Einführung des wassergetriebenen Doppeltrommelgebläses, das in Dvor gebaut wurde, noch schneller. Auch die Qualität und Quantität des produzierten Roheisens nahmen deutlich zu. Dies ermöglichte den Ausbau und die Modernisierung des Eisenhütte. Im Jahr 1804 war die Eisenhütte in Dvor das erste Eisenwerk auf dem gesamten damaligen slowenischen Gebiet, das Gusseisen direkt am Hochofen erschmolz.    </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="821" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-1-1024x821.jpg" alt="Eisenh&#xFC;tte in Dvor" class="wp-image-2537" style="width:718px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-1-1024x821.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-1-300x240.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-1-768x616.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-1.jpg 1280w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-1-750x601.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-1-80x65.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das einzige heutige Überbleibsel der Auersperger Eisenhütte in Dvor. Foto: Izidor Volf.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Eisenhütte in Dvor: ohne Konkurrenz im ganzen Krain</strong></h2>

<p>Nach der Aufhebung der illyrischen Provinzen geriet die Eisenindustrie in Krain in eine schwere Krise. Im März 1817 reduzierte die Verwaltung der Hofeisenhütte die Zahl der Beschäftigten von 216 auf 92 und die gesamte Eisenproduktion sank drastisch von 493 auf 143 Tonnen. Die drastischen Einschnitte waren auf die Konkurrenz des englischen und schwedischen Eisens in Italien und im Nahen Osten, das 20 % billiger war, zurückzuführen. Dennoch hatte die Eisenhütte in Dvor von 1820 bis Mitte des 19. Jahrhunderts keine wirkliche Konkurrenz in Krain, da sie als einziges Eisenwerk den heimischen Markt sowie die Märkte in Italien und Kroatien beherrschte.     </p>

<p>Im Jahr 1822 wurde der baufällige Hochofen umgebaut und um 2,5 Meter erhöht, und zwei Jahre später wurden zwei weitere, über drei Meter hohe Kuppelöfen gebaut. Mit diesen Öfen konnte das Roheisen aus dem Hochofen direkt zu Gusseisen geschmolzen werden. Die beiden Kupolöfen ermöglichten eine wesentlich höhere Produktion von hochwertigem Gusseisen, und die Umwandlung der Eisenhütte in Dvor von einem klassischen Eisenwerk in ein großes Eisenwerk war abgeschlossen. In dieser Zeit wurden auch ein Kalkstein- und Schlackenbrecher, ein Schmiedehammer, ein Kran für den Transport schwerer Produkte und ein neues Gebäude für die Materiallagerung errichtet. In den 1830-er Jahren beschäftigte die Eisenhütte wieder zwischen 220 und 250 Arbeiter und produzierte jährlich zwischen 392 und 448 Tonnen Roheisen, Guss- und andere Produkte. Damit wurde sie die größte und sogar die einzige Gießerei in der gesamten Region südlich der Alpen.        </p>

<p>Daher hatte das Unternehmen Schwierigkeiten, die zahlreichen Aufträge aus dem In- und Ausland zu erfüllen. Im Ausland verkaufte sie ihre Produkte vor allem in Italien und Kroatien. Im Jahr 1835 verfügte das Unternehmen über drei Lager: in Ljubljana (im Auersperger Fürstenhof), in Triest und in Venedig. Für die Qualität der Produkte in Dvor sorgte das gut ausgebildete Personal, das vor allem aus steirischen Ländern stammte. Die Eisenhütte in Dvor beschäftigte auch eine große Anzahl von Bergleuten, Förstern, Köhlern und Fuhrleuten, die ausschließlich aus der Region stammten. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Krain keine Eisenhütte, die mit der Eisenhütte hinsichtlich der Technologie, der Qualität und Quantität der hergestellten Produkte und der Zahl der Beschäftigten vergleichbar war, weshalb ihr am 13. März 1836 der Status einer landesprivilegierten Hütte verliehen wurde.        </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-2-1024x768.jpg" alt="Grabkreuze der Auersperger Eisenh&#xFC;tte" class="wp-image-2522" style="width:758px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-2-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-2-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-2-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-2-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-2-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-2-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grabkreuze der Auersperger Eisenhütte, ausgestellt im Eisenhüttenmuseum in Dvor. Foto: Izidor Volf.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Schlechtes Management und die aufkommende Konkurrenz führten zu einem bitteren Ende</strong></h2>

<p>Am 9. August 1836 wurde die Eisenhütte in Dvor durch den Tod ihres erfolgreichsten Direktors, Ignatz Vitus Engelbert Pantz, schwer betroffen. Der Besitzer Auersperg hatte bei der Wahl des Nachfolgers kein Glück. Die mangelnde Führungserfahrung und die schlechten unternehmerischen Entscheidungen der Nachfolger von Pantz führten in den folgenden Jahren zum Verfall vieler Fabrikgebäude und Anlagen. Da selbst grundlegende Wartungsarbeiten nicht durchgeführt wurden, nahm die Qualität des Roheisens und der Eisenerzeugnisse drastisch ab. Auch der Arbeitseifer und die Produktivität der Arbeiter ließen aufgrund der unregelmäßigen Bezahlung nach.      </p>

<p>In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bekam die Eisenhütte in Dvor außerdem Konkurrenz von Rosthorner Eisenhütte in Prevalje in Kärnten, die hauptsächlich Schienen, Achsen und Eisenbahnräder herstellte. Weitere Gießereien entstanden in Bohinjska Bistrica (Herstellung von Zahnrädern, Wasserturbinen, Ringen und Kolben für Dampfmaschinen, Kanalausrüstungen und Eisenzäunen) und in Gradac in Weißkrain (Herstellung von vor allem eisernen Halbfabrikaten und Munition). Die Eisenhütte in Dvor erlebte in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch keine größere technologische Entwicklung mehr.     </p>

<p>Im Jahr 1870, vor der großen Bankenkrise in der Habsburgermonarchie, war sie noch voll funktionsfähig. Sie produzierte noch immer landwirtschaftliche Maschinen und Werkzeuge, Bergbau- und Gießereimaschinen, Mühlengeräte usw. Damals gab es jedoch bereits 27 konkurrierende Eisenhütten im österreichischen Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie. Viele andere Eisenhütten in der Monarchie verfügten bereits über Eisenbahnverbindungen zu ihren Märkten, aber in Dvor mussten die Rohstoffe und Produkte noch mit Pferdefuhrwerken transportiert werden. Nach der Gründung der Österreichisch-Alpine Montangesellschaft in Wien im Jahr 1881 verschlechterte sich der Status der Eisenhütte in Dvor jedoch drastisch. In kürzester Zeit übernahm das Unternehmen die Kontrolle über die Eisenindustrie in ganz Innerösterreich und diktierte mit seiner Stärke und der Diversifizierung von Eisenarbeiten die Entwicklungsrichtung dieses Industriezweiges und damit auch das Schicksal der Existenz anderer Eisenhütten.      </p>

<p>Die Eisenhütte in Dvor konnte nur etwa sechs Jahre lang mit der Konkurrenz mithalten, bevor sie endgültig an Kraft verlor. Die modernere Konkurrenz und die veralteten Verkehrsverbindungen verteuerten stark die Produktion, was der Hauptgrund für den endgültigen Niedergang der einst führenden Eisenhütte in Krain war. Am 1. Oktober 1891 stellte das Eisenwerk in Dvor offiziell seinen ganzen Betrieb ein. Für Dvor und die Umgebung war die Schließung ein schwerer wirtschaftlicher Schlag, da viele Menschen ohne Arbeit blieben. In der Folge kam es zu einer Reihe von Auswanderungen aus der Region. Zehn Jahre lang nach der Schließung der Gießerei hofften die Einwohner von Dvor im Stillen, dass die Produktion zumindest in begrenztem Umfang wieder aufgenommen werden würde, doch dazu kam es letztendlich nicht.      </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-4-1024x768.jpg" alt="Produkte des Auersperger Eisenwerks" class="wp-image-2531" style="width:742px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-4-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-4-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-4-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-4-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-4-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/zelezarna-na-dvoru-4-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Besteck, Arbeitsgeräte und andere erhaltene Produkte des Auersperger Eisenwerks, ausgestellt im <a href="http://zelezolivarna.com">Eisenhüttenmuseum in Dvor</a>. Foto: Izidor Volf.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Es überwogen künstlerische und Gebrauchsprodukte</strong></h2>

<p>Im Laufe ihrer ganzen Geschichte hat die Eisenhütte in Dvor eine große Vielfalt an Produkten hergestellt, vor allem Kunst- und Gebrauchsprodukte. So wurden 94 verschiedene Arten von Maschinen, Maschinenteilen, Werkzeugen, Küchengeräten, Bügeleisen, Öfen, Dachziegeln, Grabkreuzen, Zäunen und Gewichten sowie 89 verschiedene Arten vom Kunstguss für den persönlichen, häuslichen und kirchlichen Gebrauch (kaiserlich-königliche Wappen, religiöse und antike Reliefs, Schreibgeräte, Uhren- und Bügeleisenständer, Kerzenständer, Schmuck usw.) hergestellt, aber auch eine breite Palette von Produkten für das Kunsthandwerk. Eine Besonderheit der Eisenhütte in Dvor war die Herstellung von kunstvollen Gusserzeugnissen wie Grabsteinen, verzierten Öfen, Zäunen, Fensternetzen, Brunnen usw.   </p>

<p>Ihre Produkte unterschieden sich im Design nicht wesentlich von denen anderer renommierter Gießereien in Europa. 1820 wurden bereits Schiffskanonen nach englischen Vorbildern gegossen. Die Produkte wurden in Dvor auch gekennzeichnet, ihre bekannteste Signatur war HOF IN KRAIN. Die Produkte der Eisengießerei in Dvor wurden auf drei Industrie- und Handwerksausstellungen in den innerösterreichischen Ländern ausgezeichnet und waren unter den Produkten aus Eisen in Slowenien unübertroffen. Im Jahr 1833 wurde in Dvor auch das ein Meter hohe Wappen der Auersperg-Fürsten für die Fassade des Kurhauses in Dolenjske Toplice gegossen.    </p>

<p>Runde und quadratische kohle- und holzbefeuerte Öfen bildeten einen wichtigen Teil der Produktion der Eisenhütte in Dvor. Sie hatten 14 verschiedene Modelle auf Lager. Darüber hinaus wurden auch Kanonen verschiedener Kaliber, Munition, Kessel, Kochtöpfe, Küchen- und andere Schüsseln, Ofenplatten, Gewichte, Küchenmörser, Rahmen, Wasserrohre und Kanaldeckel gegossen. Zwei Drittel der Gesamtproduktion entfielen auf Gusserzeugnisse.   </p>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong></p>

<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Pungerčar, Majda. 2021. Na Dvoru ulita umetnost. Novo mesto: Dolenjski muzej.   </li>



<li class="has-small-font-size">Šorn, Jože. 1980. Železarna na Dvoru pri Žužemberku: zgodovina, tehnologija, izdelki. Novo mesto: Dolenjski muzej.   </li>



<li class="has-small-font-size">Žargi, Matija. 2000. Železarna na Dvoru ob Krki. Novo mesto: Dolenjska založba.   </li>
</ul>

<p>Prejšnja objava: Ljudska balada o detomorilki: slovenske in kočevarske različice.</p>
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		<title>Spiegelung der adeligen Welt in der Tradition der gottscheerischen Volkslieder</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Marija Klobčar]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Oct 2024 19:50:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
		<category><![CDATA[Volkslied]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Gottscheer Ehepaar (Balthasar Hacquet 1778)</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-left">In der gottscheerischen Gedichtstradition, veröffentlicht 1895 in der Sammlung <em>des Autors Adolf Hauffen, Die deutsche Sprachinsel Gottschee. Geschichte und Mundart, Lebensverhältnisse, Sitten und Gebräuche, Sagen, Märchen und Lieder, </em>  (<em>werden erzählende Gedichte, d.h. Gedichte mit einer Geschichte, </em>besonders hervorgehoben. </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="833" height="627" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen.png" alt="Die deutsche Sprachinsel Gottschee. Adolf Hauffen " class="wp-image-2498" style="width:624px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen.png 833w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen-300x226.png 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen-768x578.png 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen-750x565.png 750w" sizes="auto, (max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Sammlung von Volksliedern aus Gottschee wurde 1895 von Dr. Adolf Hauffen veröffentlicht.</figcaption></figure>
</div>
<p>Sie bringen oft das Geschehen im adligen Umfeld zum Ausdruck, was sich in der sozialen Stellung der Hauptfiguren, ihrem Verhalten, gesellschaftlichen Normen, die bei dem Adel galten, oder aus dem Umfeld, in dem Geschichten spielen, zeigt. So gibt es zum Beispiel Geschichten über Männer, die in den Krieg gehen oder zurückkehren, wobei die Rolle eines Ritters, des Verteidigers des Landes, hervorgehoben wird. Das Gedicht <em>Mogreatizle</em> (dt.: Margarethe), das in der Hauffen-Sammlung unter Nummer 71 veröffentlicht wurde, zeigt dies durch Erwähnung der spitzen bzw. Schnabelschuhen, denn spitze Schuhe waren ein ausgeprägtes mittelalterliches Zeichen für Prestige. Die Erwähnung von spitzen bzw. Schnabelschuhen deutet gleichzeitig auch darauf hin, dass das Gedicht geschrieben wurde, bevor die Siedler nach Gottschee umsiedelten.     </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Spiegelung der adligen Welt im Volkslied Das Mädchen und der Edelmannssohn</strong></h2>

<p>Das Leben der Oberschicht spiegelt sich auch in den Gedichten mit Beschreibungen des Alltagslebens der gesellschaftlichen Gruppen wider, die dem Adel dieses Leben ermöglichten. Im Volkslied <em>Das Mädchen und der Edelmannssohn,</em> das in der Hauffens Sammlung unter Nr. 78 veröffentlicht wurde, sind einige Merkmale direkt herausgearbeitet, die sich stark vom Alltagsleben der Gottscheer in ihrer neuen Umgebung unterscheiden. Der Reichtum der Umgebung, aus der der Junge und das Mädchen stammen, wird in dem Gedicht deutlich: Der Junge ist der Sohn eines Adligen, aber auch der Vater des Mädchens ist reich und er spielt mit dem jungen Adligen. Er hat eine Reihe von Wald- und Feldarbeitern unter sich; die Arbeit wird unter ihnen aufgeteilt, was die Macht des Adels zeigt, aus dem das Mädchen stammt. Das Gedicht drückt nicht nur die Zugehörigkeit der Hauptfiguren zu der oberen Gesellschaftsschicht aus, sondern führt auch eine Aufgabe an, die im slowenischen Raum anders ausgeführt wurde als in einem gottscheerischen Gedicht: In dem Gedicht wird Heu von Männern geharkt, nicht von Frauen, wie es im slowenischen Raum allgemein üblich war. Die slowenische Sprache kennt daher keinen Begriff für einen Mann, der Heu zusammenharkt; sie kennt nur den Begriff für Frauen „grabljice“.       </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bunte Schuhe</strong></h2>

<p>Güter des ausgeprägten Prestiges enthalten neben den erzählenden auch einige rituelle Gedichte, wie z. B. das Lied <em>Der schöne Andreas</em> (Hauffen, Nr. 119), in dem der Jahrmarkt aus der ursprünglichen Umgebung, die mit einem prestigeträchtigen Angebot verbunden war, durch den Jahrmarkt von Ljubljana ersetzt wurde. Noch expliziter kommt die Zugehörigkeit zur höchsten Gesellschaftsschicht in dem rituellen Lied <em>Abschied der Braut</em> (Hauffen, Nr. 106) zum Ausdruck, in dem sich die Braut von ihren Angehörigen verabschiedet: Das Gedicht enthält u. a. Zweizeiler mit einem Verweis auf ein Teil der der Brautkleidung, die bunten Schuhe. Bunte Schuhe konnten nämlich nur Brokatschuhe sein, was den höchsten gesellschaftlichen Status ausdrückt.   </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Woher kommt das Spiegelbild der adligen Welt?</strong></h2>

<p>Das Thema des Lebens in den höheren Gesellschaftskreisen wäre nicht aufgefallen, wenn es mit den Lebensbedingungen der Gottscheer übereinstimmen würde: Sie lebten in der neuen Umgebung unter bescheidenen Verhältnissen und außer der Burg Friedrichstein und dem Stadtschloss gab es in der Gegend kein einziges adeliges Landgut. Die Burgen Poljanski (Polandl) und Kostelski grad (Grafenwart) lagen außerhalb der gottscheerischen Dörfer. Die Umgebung, in der die gottscheerischen Siedler lebten, bot also keine direkte Möglichkeit, das Leben der Burgherren zu betrachten. Auch die Geschichte der verbotenen Liebe zwischen Veronika von Deschenitz und Friedrich II, die mit der Burg Friedrichstein in Verbindung gebracht wird, hat nicht in das Gottscheer Erbe geschafft.    </p>

<p>Die gottscheerischen Siedler lebten in einer sehr abgeschlossenen Gemeinschaft. Die Frauen verließen in den vergangenen Jahrhunderten ihre armen Bergdörfer nicht und bewahrten ihr Volksvermögen, das ihnen in der Zeit der Trennung von ihren Männern wichtige Trost spendete. Vor allem aber bewahrten sie das Erbe, das die Gottscheer mitgebracht hatten. Auch die Wallfahrten, an denen Gottscheer teilnahmen, wurden von religiösen und Legendenliedern, aber nicht von anderen erzählenden oder rituellen Liedern begleitet.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="710" height="458" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/kocevarski-par.jpg" alt="" class="wp-image-2481" style="width:662px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/kocevarski-par.jpg 710w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/kocevarski-par-300x194.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 710px) 100vw, 710px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Gottscheer-Paar, abgebildet auf der Flusskarte in Oryctographia Carniolica: Mappa Hydrographica Nationis Slavica (Balthasar Hacquet 1778).</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gedichtserbe als Zeugnis der Einwanderung aus Franken und Thüringen?</strong></h2>

<p>Die Volkslieder der Gottscheer sind somit der Ausdruck des Wohlstandes in der Erinnerung an die vergangene Zeit, die ihnen half, in der neuen Umgebung zu überleben. Diese Erkenntnis eröffnete einen wichtigen Aspekt der Betrachtung des gottscheerischen Erbes, und die Suche nach einer Erklärung dafür führte zu einem erneuten Nachdenken über die ursprüngliche Umgebung der Gottscheer und die Gründe für ihre Einwanderung nach Gottschee. Diese Überlegungen brachten neue historische Verbindungen zu den wirtschaftlich und sozial bedeutenden Regionen Franken und Thüringen ans Licht. Eine erneute Überprüfung der Gültigkeit der Aufzeichnungen von Bischof Hren beleuchtete auch Gründe für die Einwanderung der Gottscheer in ihre neue Umgebung. Diese Gründe betonen die Bedeutung von Ehre und Loyalität und werden zusammen mit einer ausführlichen Analyse und neuen Erkenntnissen in eine der Studien aufgenommen, die in der slowenischen Übersetzung von Hauffens Werk erscheinen werden. Das Buch Pesemsko izročilo Kočevske (dt.: Gedichtstradition von Gottschee) wird im November 2024 im Verlag ZRC, ZRC SAZU erscheinen.    </p>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong></p>

<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Hauffen, Adolf. 1895.  <em>werden erzählende Gedichte, d.h. Gedichte mit einer Geschichte, </em>. Graz: K. k. Universitäts-Buchdrückerei und Verlags-Buchhandlung &#8216;Styria&#8217;.  </li>



<li class="has-small-font-size">Knific, Bojan. 2020. <em>Obutvena dediščina na Slovenskem</em>:<em> O škornjih, čevljih, coklah, opankah, copatah in drugih obuvalih</em>. Tržič: Tržiški muzej.  </li>



<li class="has-small-font-size">Lackner-Kundegraber, Marija. 1995. Etnografske posebnosti v nekdanjem Kočevskem nemškem jezikovnem otoku. <em>Kronika</em> 43/3: 76–84.  </li>



<li class="has-small-font-size">Marolt, France. 1939. Slovenske prvine v kočevski ljudski pesmi. V: <em>Kočevski zbornik</em>. <em>Razprave o Kočevski in njenih ljudeh</em>. Ljubljana: Vodstvo družbe sv. Cirila in Metoda v Ljubljani, 179–320.     </li>



<li class="has-small-font-size">Stopar, Ivan. 1986. <em>Gradovi na Slovenskem</em>. Ljubljana: Cankarjeva založba.  </li>
</ul>

<p>Der Artikel <em>Spiegelung der adeligen Welt in der Tradition der gottscheerischen Volkslieder </em>wurde im Rahmen des Projekts <em><a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl/programi-in-projekti/teza-preteklosti-dediscina-veckulturnega-obmocja-primer-kocevske">Teža preteklosti.
Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske </a></em>wurde von der slowenischen Forschungsagentur finanziell unterstützt.</p>

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		<title>Was macht &#8220;Micika v püngradi&#8221; (Maria im Garten) in Gottschee? &#8211; Lieder aus dem Übermurgebiet in Gottschee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Serec Hodžar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2024 20:21:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
		<category><![CDATA[Volkslied]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Multikulturalität des Gebiets der breiteren Region Gottschee könnte als eine einzige miteinander verflochtene &#8220;Kultur&#8221; oder Gemeinschaft betrachtet werden. Denn dort leben Menschen, die aus allen Himmelsrichtungen zugewandert sind, und die kulturelle Vielfalt ist ein fester Bestandteil ihres täglichen Lebens. Ankünfte und Abreisen gehören seit Jahrhunderten zu dieser Region. Das ist zwar in jedem Gebiet der Fall, aber in Gottschee ist es jedoch besonders ausgeprägt. Umso erstaunlicher erscheint es, dass uns ein Fragment der mündlichen Überlieferung, das in diesen Orten aufgezeichnet wurde, immer noch überrascht. Volksliedmaterial im Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU Im Rahmen des Forschungsprojekts Teža preteklosti. Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske (Die Last der Vergangenheit: Das Erbe der multikulturellen Region &#8211; Beispiel aus der Region Gottschee) haben wir uns auch intensiver mit dem Material befasst, das von den Kollegen des Instituts für Ethnomusikologie im Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste (abk. ZRC SAZU) während der 90-jährigen Geschichte des Instituts (das in diesem Jahr sein Jubiläum feiert) gesammelt wurde, sowie mit dem noch älteren Material, das das Institut als zentrale Einrichtung für Volksmusik, Gesang und Tanz im slowenischen Raum aufbewahrt. Anfangs schien es, als gäbe es fast kein Material aus der Zeit vor dem Zweiten [&#8230;]</p>
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<p>Die Multikulturalität des Gebiets der breiteren Region Gottschee könnte als eine einzige miteinander verflochtene &#8220;Kultur&#8221; oder Gemeinschaft betrachtet werden. Denn dort leben Menschen, die aus allen Himmelsrichtungen zugewandert sind, und die kulturelle Vielfalt ist ein fester Bestandteil ihres täglichen Lebens. Ankünfte und Abreisen gehören seit Jahrhunderten zu dieser Region. Das ist zwar in jedem Gebiet der Fall, aber in Gottschee ist es jedoch besonders ausgeprägt. Umso erstaunlicher erscheint es, dass uns ein Fragment der mündlichen Überlieferung, das in diesen Orten aufgezeichnet wurde, immer noch überrascht.     </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/09/dscn0665-1024x768.jpg" alt="Das Foto des Gartens in Trava bei Draga" class="wp-image-2439" style="width:745px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Das Foto des Gartens in Trava bei Draga, 2023. Foto: Anja Serec Hodžar. Institut für Ethnomusikologie im Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste.  </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Volksliedmaterial im Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU</strong></h2>

<p>Im Rahmen des Forschungsprojekts <em><a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl/programi-in-projekti/teza-preteklosti-dediscina-veckulturnega-obmocja-primer-kocevske">Teža preteklosti. Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske (Die Last der Vergangenheit: Das Erbe der multikulturellen Region &#8211; Beispiel aus der Region Gottschee) </a></em> haben wir uns auch intensiver mit dem Material befasst, das von den Kollegen des <a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl">Instituts für Ethnomusikologie </a>im Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste (abk. ZRC SAZU) während der 90-jährigen Geschichte des Instituts (das in diesem Jahr sein Jubiläum feiert) gesammelt wurde, sowie mit dem noch älteren Material, das das Institut als zentrale Einrichtung für Volksmusik, Gesang und Tanz im slowenischen Raum aufbewahrt. Anfangs schien es, als gäbe es fast kein Material aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, aber eine genauere Durchsicht des Archivs zeigte, dass dies nicht der Fall war. Es gibt zwar kein Material, das konkret von den Mitarbeitern des Instituts gesammelt wurde, aber aufgrund der Zusammenarbeit mit verwandten Institutionen in Österreich und Deutschland verfügt das Institut über Kopien des Materials, das sonst in anderen Ländern aufbewahrt wird. Die Volkslieder in Gottschee wurden zu der Zeit aufgenommen, als Slowenien noch ein Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war.   </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="412" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/09/msma-98-19-01-1024x412.jpg" alt="Gottscheer Volkslied, Scanogramm von France Marolt" class="wp-image-2465"/><figcaption class="wp-element-caption">Scanogramm einer Tonaufnahme von France Marolt aus dem Jahr 1937 in Stari Log. Institut für Ethnomusikologie ZRC SAZU. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tonaufnahmen in Gottschee</strong></h2>

<p>Aber kehren wir zu den Überraschungen zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg, genauer gesagt nach dem Jahr 1953, begann das Institut mit den Tonaufnahmen. Das heißt, man ging zu den Menschen und nahm ihren Gesang auf. Mehrere solcher Aufnahmen wurden auch in Gottschee gemacht. Mag Igor Cvetko nahm 1992 in Kočevska Reka eine Gruppe der Sänger auf, die für ihn folgende slowenische Volkslieder sangen: <em>Tam dol na ravnem polju, Preozke so stezice, Ko psi zalajajo po celi vas na glas, Fantič pride pod okence stat, Sijaj mi sončece, Duša le pojdi zmanoj, Ênglaš valcer</em> (Akkordeon), <em>Ta stara polka </em>(Akkordeon), <em>Se spominjaš davnih časov </em>(Akkordeon), <em>Moje dekle je še mlado, ja, ja, Sinoči je pela, En hribček bom kupil, Grêmo na Štajersko, Ko so fantje proti vasi šli, Moj očka ima konjička dva,</em> <em>Moj fantič je na t(i)rolsko vandral, Al me boš kaj rada imela, Ko so Adáma pokopal, Soča voda je šumela, Micika v püngradi, Rozamunda</em> (Akkordeon), <em>Ena starinska</em>(Akkordeon).       </p>

<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Micika v püngradi" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/cnMiadGvPqE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Aufnahme des Liedes Micika v püngradi, Kočevska Reka, 1992, Mag. Igor Cvetko, Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU. </figcaption></figure>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Lied &#8220;Micika v püngradi&#8221; (dt.: Micika in einem Garten)</strong></h2>

<p>Püngrad ist das Wort für Garten im Prekmurje-Dialekt. Im Volkslied pflückt Micika Blumen und spricht mit ihrem Geliebten. </p>

<p>Das Lied <em>Micika v püngradi</em> wird von einer Frau und einem Mann in einem schönen (authentischen) Dialekt aus dem Übermurgebiet (sl. Prekmurje) gesungen. Nach Gottschee zogen sie 1954 aus Prekmurje, aus zwei verschiedenen Orten, um. Die Umsiedlung von Leuten aus dem Gebiet Prekmurje in die während des Zweiten Weltkriegs verlassenen Dörfer in Gottschee ist zwar bekannt und dokumentiert. Es scheint jedoch, dass wir uns ihrer Anwesenheit erst dann bewusstwerden, wenn wir ein Lied im Dialekt vom anderen Ende Sloweniens hören. Ich stellte die Tonaufnahme dieses Liedes auf einer Podiumsdiskussion vor, die im Rahmen des Projekts &#8220;Die Last der Vergangenheit: Das Erbe der multikulturellen Region &#8211; Beispiel aus der Region Gottschee&#8221; im März 2024 in Ljubljana organisiert wurde. Auch zwei einheimische Frauen aus Gottschee, Nachkommen der Gottscheer, nahmen daran teil. Ihre Reaktion, als sie die ersten Strophen des Liedes hörten, war interessant, denn es war ihnen völlig fremd und es war offensichtlich, dass sie den Text nicht verstanden. Obwohl ihnen die Geschichte des Gebiets gut bekannt ist, sie in das lokale Leben eingebunden sind und aktiv an kulturellen Vereinen teilnehmen, dennoch wurden sie vom Lied überrascht. Das Lied ist ein schönes Beispiel dafür, wie fließend die Tradition ist und wie sich ein Volkslied von einem Gebiet in ein anderes überträgt. Ein Beispiel, das auch für Forscher der Erbtheorie, ihrer Entstehung und Wandlung interessant ist.         </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/09/1718943533586-1024x768.jpg" alt="Ein Tonband, aufbewahrt im Archiv des Instituts f&#xFC;r Ethnomusikologie ZRC SAZU" class="wp-image-2453" style="width:696px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Ein Tonband mit Aufnahmen aus Kočevska Reka, aufbewahrt im Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU. Foto: Anja Serec Hodžar. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size">Artikel <em>Was macht &#8220;Micika v püngradi&#8221; (Maria im Garten) in Gottschee? &#8211; Lieder aus dem Übermurgebiet in Gottschee </em> ist Teil des Projekts <em><a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl/programi-in-projekti/teza-preteklosti-dediscina-veckulturnega-obmocja-primer-kocevske">Teža preteklosti. Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske </a></em>wurde von der slowenischen Forschungsagentur finanziell unterstützt.</p>

<p>Unser vorheriger Beitrag: <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/der-friedhof-in-stari-log-altlag/">Der Friedhof in Stari Log</a>.</p>
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		<title>Künstlerische Tätigkeit in Kočevska (Gottschee) Region</title>
		<link>https://www.kocevskibrlog.com/de/kuenstlerische-taetigkeit-in-kocevska-gottschee-region/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Moric]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 09 Jan 2024 10:14:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>In Kočevska hat künstlerische Tätigkeit, sowohl von akademischen als auch von Amateurkünstlern, einen besonderen Charakter. Zum einen ist sie eng mit den natürlichen Gegebenheiten der Region verbunden, zum anderen sucht sie ihren Ausdruck in der Vergangenheit. Kočevska weckt nicht nur Phantasie der Künstler, sondern ist auch ein Ort, in dem sich künstlerische Ideen mit dem kulturellen Kontext verbinden und eine einzigartige Kunstlandschaft schaffen. Sie verbindet Werke der Künstler, die in Kočevska vor dem Weltkrieg arbeiteten, der Gottscheer, die in den USA, Kanada, Österreich und Deutschland tätig sind, wohin sie aufgrund der turbulenten Geschichte ausgewandert sind, und deren, denen Kočevska nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Zuhause bot. Unter den letzteren gibt es auch viele, die aus Hunger nach Brot (oder Inspiration) in andere Orte oder sogar ins Ausland gegangen sind. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Erfahrung von Kočevska ihre Arbeit auf eine oder eine andere Weise geprägt hat. Podobe trpljenja in težkega življenja Maler und Bildhauer, Stane Jarm, der mit seinen Werken die größten künstlerischen Spuren hinterlassen hat, verband oft beides – die Natur von Kočevska und Vergangenheit. Holz war das Grundmaterial für seine Werke. Seine Skulpturen, wie der Kreuzweg bei der Grabstätte Pod Krenom und die Bilder des [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>In Kočevska hat künstlerische Tätigkeit, sowohl von akademischen als auch von Amateurkünstlern, einen besonderen Charakter. Zum einen ist sie eng mit den natürlichen Gegebenheiten der Region verbunden, zum anderen sucht sie ihren Ausdruck in der Vergangenheit. Kočevska weckt nicht nur Phantasie der Künstler, sondern ist auch ein Ort, in dem sich künstlerische Ideen mit dem kulturellen Kontext verbinden und eine einzigartige Kunstlandschaft schaffen. Sie verbindet Werke der Künstler, die in Kočevska vor dem Weltkrieg arbeiteten, der Gottscheer, die in den USA, Kanada, Österreich und Deutschland tätig sind, wohin sie aufgrund der turbulenten Geschichte ausgewandert sind, und deren, denen Kočevska nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Zuhause bot. Unter den letzteren gibt es auch viele, die aus Hunger nach Brot (oder Inspiration) in andere Orte oder sogar ins Ausland gegangen sind. Ihnen allen ist gemeinsam, dass die Erfahrung von Kočevska ihre Arbeit auf eine oder eine andere Weise geprägt hat.     </p>

<h2 class="wp-block-heading">Podobe trpljenja in težkega življenja</h2>

<p>Maler und Bildhauer, Stane Jarm, der mit seinen Werken die größten künstlerischen Spuren hinterlassen hat, verband oft beides – die Natur von Kočevska und Vergangenheit. Holz war das Grundmaterial für seine Werke. Seine Skulpturen, wie der Kreuzweg bei der Grabstätte Pod Krenom und die Bilder des leidenden Jesus, stellen das Leiden dar, das Menschen von Kočevska Region geprägt hat.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0239-768x1024.jpeg" alt="Frau, Detail. Stane Jarm. Privatbesitz.  " class="wp-image-2278" style="width:372px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0239-768x1024.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0239-225x300.jpeg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0239-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0239-1536x2048.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0239-750x1000.jpeg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0239-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Frau, Detail. Stane Jarm. Privatbesitz.  </figcaption></figure>
</div>
<p>Matija Glad (1912 – 1995), Jarms Schüler und Amateurbildhauer, stellte hauptsächlich Szenen aus dem Alltagsleben dar. Seine Skulpturen erwecken raue Gesichter von Köhlern, Hausierern, Bilchjägern, Schmieden und anderen Gestalten aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. </p>

<p>Bilder aus dem dörflichen Alltag spiegeln sich auch in den Zeichnungen von Martha Hutter aus New York wider. Eine Frau, die einen Kübel auf ihrem Kopf trägt, zwei Gottscheerinnen, die sich an einem Holzofen im gottscheerischen Dialekt unterhalten, oder eine Mutter, die in einem Butterfass Butter herstellt, während Kinder auf etwas Süßes warten, sind nur einige von ihnen. </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0240-768x1024.jpeg" alt="Gottscheerinnen, die sich im gottscheerischen Dialekt unterhalten. Martha Hutter. Privatbesitz.  " class="wp-image-2282" style="width:369px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0240-768x1024.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0240-225x300.jpeg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0240-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0240-1536x2048.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0240-750x1000.jpeg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_0240-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gottscheerinnen, die sich im gottscheerischen Dialekt unterhalten. Martha Hutter. Privatbesitz.  </figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Podobe kočevskih vasi</h2>

<p>Michael Ruppe (1863 – 1951), in Ovčjak (Schaflein) bei Koprivnik (Nesselthal) geborener Maler und Bildhauer, ist in Österreich, wo er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte und arbeitete, noch bekannter als in Kočevska. In Salzburg ist sogar eine Straße nach ihm benannt. Im August 1928, als er mit seiner Frau Kočevska besuchte, ließ er sich von der Landschaft und Dörfer inspirieren, die er mehrmals malte. Bilder von Kočevska Region dienten auch Roman Erich Petsche (1907 – 1993) als Inspiration, die er in „Lumigraphien“ darstellte, so nannte er seine Mischtechnik aus Collage und Pastellmalerei. Der Künstler, der dafür bekannt war, seine Werke nicht zu verkaufen, wurde 1982 vom Holocaust-Gedenkzentrum mit dem Ehrentitel „Gerechter unter den Völkern“ ausgezeichnet. Während des Zweiten Weltkriegs rettete er nämlich zwei jüdische Mädchen vor dem Tod in einem Konzentrationslager.    </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="879" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_2574-879x1024.jpg" alt="&#x10C;rmo&#x161;njice (Tschermoschnitz). Lumigraphie bei Roman Erich Petsche. Privatbesitz.  " class="wp-image-2274" style="width:405px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_2574-879x1024.jpg 879w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_2574-257x300.jpg 257w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_2574-768x895.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_2574-1318x1536.jpg 1318w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_2574-1757x2048.jpg 1757w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_2574-750x874.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 879px) 100vw, 879px" /><figcaption class="wp-element-caption">Črmošnjice (Tschermoschnitz). Lumigraphie bei Roman Erich Petsche. Privatbesitz.  </figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Fotografije Kočevske </h2>

<p>Auch Fotografen haben Bilder des Kočevska aus der Vorkriegszeit verewigt. Am weitesten verbreitet sind die Fotos von Kočevje vom Einheimischen Josef Dornig Jr. Das Fotomaterial aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ist im Laufe der Zeit in Museen in Slowenien, Österreich und Deutschland „verloren“ gegangen. Dort werden unter anderem Fotografien von Hugo Groth (1869 – 1954) und Rudolf Hartmann (1903 – 2002), dem Forscher der s. g. „deutschen Minderheiten“, aufbewahrt.   </p>

<p>In den USA war im Bereich Fotografie insbesondere John B. Gladitsch tätig, der viele Bilder aus dem Leben der ausgewanderten Gottscheer und ihrer Vereine einfing. Auch die Fotografen Vito Oražem (Deutschland) und Klavdij Sluban (Frankreich), die sich beide von der Erfahrung des Aufwachsens in Kočevska inspirieren ließen, haben in Kočevska einige Anregungen für ihre Arbeiten gefunden. Insbesondere Oražem hat mit seinem scharfen Blick für Details scheinbar verborgene Fragmente der Realität von Kočevska in seinen Werken festgehalten.   </p>

<p>Ein besonders häufiges Motiv der zeitgenössischen Fotografen des Kočevska, z. B. von Petra und Stane Draškovič Pelc, Marjan Artnak und Mitgliedern des Fotografenvereins Grča, sind Wälder und ihre tierischen Bewohner. Unter der Schirmherrschaft des Vereins wird jedes Jahr eine Ausstellung der Naturfotografien veranstaltet.  </p>

<h2 class="wp-block-heading">Kočevska sodobna umetnost med lokalnostjo in identiteto</h2>

<p>Künstlerische Tätigkeit in Kočevska ist nicht nur ein ästhetischer Ausdruck, sondern auch ein Mittel, um die Identität zu bewahren, die Gemeinschaft zu hinterfragen und den Dialog zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu fördern. Dies spiegelt sich in der Arbeit der Schriftstellerin und der bildenden Künstlerin Lela B. Njatin, die unter anderem die Ausstellung <em>Kočevje</em> aus der Reihe <em>Ljubljana se klanja Sloveniji III</em> (dt.: Ljubljana verbeugt sich dem Slowenien III) in der Galerie Vžigalica in Ljubljana organisierte. Sie wählte einige Künstler, die zwischen den Jahren 2000 und 2019 mit ihrer Arbeit oder Aufenthalt mit Kočevska verbunden waren. Sie sind durch die Präsenz des Todes oder des Vergehens, die Kočevskos Vergangenheit und Gegenwart geprägt haben, zu einem thematischen Ganzen verbunden. Jedes der Werke spiegelt auch den Inhalt des lokalen in der Identität des Autors und/oder seines künstlerischen Ausdrucks wider, sei es in Form eines (Ur)Waldes oder einer städtischen Infrastruktur.     </p>

<h2 class="wp-block-heading">KočevArt – Ausstellung der Gottscheer(ischen) Künstler</h2>

<p>Im September 2019 eröffnete die Anstalt Putscherle im Rahmen der <em>5. Tage der gottscheerischen Kulturen</em>, die in Gottschee stattfanden, in der Bibliothek Gottschee eine Ausstellung der Werke von gottscheer(ischen) Künstlern <em>KočevArt</em>. Die Ausstellung ist die erste breitere Darbietung des künstlerischen Schaffens (akademisch oder für Kunstliebhaber) im Gottscheeland seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts bis heute. Besucher konnten sich Gemälde, Skulpturen und Fotografien der 20 akademischen und nicht akademischen Künstlern sehen, die uns Autoren oder ihre Familienangehörigen geliehen haben.    </p>

<p>Die Werke der Künstler, die auf dem Gebiet des breiteren Gottscheelandes oder in den gottscheerischen Ausländergemeinschaften (Österreich, USA und Kanada) schaffen oder geschafft haben, ermöglichen einen Einblick in die Tiefe der menschlichen Wahrnehmung und stellen das Leben und den Alltag im Gottscheeland in verschiedenen Zeitabschnitten dar, weswegen sie auch neben dem künstlerischen auch einen unbezahlbaren ethnologischen Wert haben. Gleichzeitig spiegelt die Ausstellung die soziale Realität in der Region Kočevska über einen langen Zeitraum wider, da die Werke neben der Darstellung des Alltags (z. B. Butterherstellung, Arbeit in einem Bergwerk usw.) auch einen Sinn zeigen von tragischen Zwischenkriegsereignissen (z. B. Internierung in italienischen Lagern), aber auch von der tiefsten und abstraktesten Erfahrung des Menschen mit seiner eigenen inneren Welt.  </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="807" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG-2702-scaled-1-1024x807.jpg" alt="Werke von Sa&#x161;o Koprivec, Andrej Trobentar, Elisabeth Pemberger und Marko Glava&#x10D;. Ausstellung Ko&#x10D;evArt in der Bibliothek von Ko&#x10D;evje, September 2019. Foto: Anja Moric.  " class="wp-image-2285" style="width:545px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG-2702-scaled-1-1024x807.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG-2702-scaled-1-300x236.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG-2702-scaled-1-768x605.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG-2702-scaled-1-1536x1210.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG-2702-scaled-1-2048x1614.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG-2702-scaled-1-750x591.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Werke von Sašo Koprivec, Andrej Trobentar, Elisabeth Pemberger und Marko Glavač. Ausstellung KočevArt in der Bibliothek von Kočevje, September 2019. Foto: Anja Moric.  </figcaption></figure>
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<p>Bei der Vorbereitung der Ausstellung wollte ich, wie auch schon davor bei der Ausstellung <a href="http://putscherle.com/razstave/showcases-of-memory/"><em>Vitrinen des Gedenkens</em></a> ((im Jahren 2016-2018) einem breiteren Kreis der Leute das gottscheerische Kulturerbe vorzustellen und für die Verbindung und Zusammenarbeit mit allen, die in der Vergangenheit und jetzt das Schicksal des breiteren Gottscheelandes geformt haben, also mit Gottscheer Altsiedlern, ausgewanderten Gottscheern (aus den USA, Kanada und Österreich) und Nachkriegszuwanderern, einen Raum zu schaffen. Dabei war der Zweck des Projekts auch Erkennbarkeit und positive Wertung der gottscheerischen Kultur bzw. der künstlerischen Produktion von Akademikern und Kunstliebhabern in Gottscheeland und in Slowenien zu steigern und dabei zur Überwindung der Stereotypen und zur Förderung des interkulturel- len Dialogs auf dem breiteren Gebiet des Gottscheelandes beizutragen.  </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="601" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_1976-scaled-1-1024x601.jpg" alt="Er&#xF6;ffnung der Ko&#x10D;evArt-Ausstellung in der Ko&#x10D;evje-Bibliothek, September 2019. Foto: &#x17D;arko Nanjara. " class="wp-image-2270" style="width:583px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_1976-scaled-1-1024x601.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_1976-scaled-1-300x176.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_1976-scaled-1-768x451.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_1976-scaled-1-1536x901.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_1976-scaled-1-2048x1202.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_1976-scaled-1-750x440.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eröffnung der KočevArt-Ausstellung in der Kočevje-Bibliothek, September 2019. Foto: Žarko Nanjara. </figcaption></figure>
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<p><strong>Ausgestellte Werke:</strong><br/><strong>Fotografien:</strong> Josef Dornig (1904 – 1983, in den USA geboren, bis 1941 war er in Gottschee tätig, gestorben ist er in Graz, Österreich), John B. Gladisch (er lebt in New York, in den USA, Familie stammt aus Dolnja Briga/Niedertiefenbach) und Vito Oražem (er wuchs in Gottschee auf, er lebt jetzt in Deutschland).<br/><strong>Skulpturen:</strong> Matija Glad (1912 – 1995, er wurde in Banja Loka geboren, er war in Gottschee tätig), Marko Glavač (1959, er ist in Gottschee tätig), Tomaž Hartman (1957, er ist in Gottsche tätig), Matija Kobole (er ist in Šalka vas/Schalkendorf tätig), Anton Križ (er wurde in Tršće in Kroatien gebo- ren, er ist in Dolga vas/Grafenfeld tätig) und Matjaž Matko (er wurde 1958 in Novo mesto geboren und ist in Koprivnik/Nesseltal tätig).<br/><strong>Bildschnitzerei:</strong> Heinrich Putre (1928 – 1994, er wurde in Kočevska Reka/Rieg geboren, er war in den USA tätig).<br/><strong>Zeichnung:</strong> Martha Hutter (wurde in Livold/Lienfeld geboren, sie lebt in New York, USA).<br/><strong>Gemälden:</strong> Stane Jarm (1931 – 2011, in Osilnica geboren, in Gottschee tätig), Irena Kapš (aus Občice/ Krapflern), Viktor Kobola (1923, Šalka vas/Schalkendorf), Sašo Koprivec (in Gottsche tätig), Anne Kroisenbrunner (Kitchener, Kanada, Familie stammt aus Polom/Ebental), Elisabeth Pemberger (1948, in Klagenfurt, Österreich tätig), Roman Erich Petsche (1907 – 1998, in Gottschee geboren, in Österreich tätig), Michael Ruppe (1863 – 1951, in Ovčjak/Schäflein geboren, in Österreich tätig) und Andrej Trobentar (1951, in den 70- und 80-er Jahren des 20. Jahrhun- derts war er in Gottschee tätig).</p>

<p>Lesen Sie im vorherigen Artikel <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/luchs-eine-geheimnisvolle-katze-der-slowenischen-waelder/">Luchs, die geheimnisvolle Katze der slowenischen Wälder</a>.</p>
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		<title>Ein Spaziergang durch das Dorf Občice (Gott.: Khrapflern)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Jana Rajh Plohl]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 27 Dec 2023 19:29:13 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Tourismus]]></category>
		<category><![CDATA[Občice]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>»Ist nicht auch das bescheidenste Behausung schön, wenn man sie aus der Nähe betrachtet?« Mit ähnlichen Gedanken wie französischer Philosoph Gaston Bachelard (1884 – 1962), der sein Werk Poetik des Raumes der Einstellung zum Gefühl der Häuser und Räume gewidmet hat, machte ich einen Spaziergang durch das Dorf Krapflern. Diese Haufensiedlung an der s. g. Partisanenstraße, sieben Kilometer von Dolenjske Toplice entfernt, bietet dem Besucher trotz ihrer geringen Größe den Einblick in eine reiche „Sammlung“ selten erhaltener Baudenkmäler. Občice im Wandel der Zeit Der slowenische Name des Dorfes Krapflern, Občice, leitet sich vermutlich von der Bezeichnung des gemeinsamen Gemeindegrundstücks ab und verweist auf die ursprüngliche slawische Ansiedlung. Nach der Beschreibung von Mitja Ferenc und Gojko Zupan war das Dorf vor dem Zweiten Weltkrieg vom bescheidenen Ackerbau, Viehzucht und Obstbau (hauptsächlich Apfelplantagen) geprägt. Zu den Nebentätigkeiten gehörten Bienenzucht, Weinbau, Forstwirtschaft und Vorspannen. Krapflern wurde erstmals 1564 im s. g. urbarialen Steuerregister erwähnt. Die meisten Einwohner wohnten dort im Jahr 1869, und zwar 129 Personen in 24 Häusern. In Občice, gottscheerisch Khrapflern, wurde bis zum Zweiten Weltkrieg wie auch anderswo in Gottschee vorwiegend gottscheerischer Dialekt gesprochen. Nach dem Zeugnis der Dorfbewohnerin Justina Rezelj im Werk von Marija Makarovič Črmošnjiško-Poljanska dolina in njeni [&#8230;]</p>
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<p>»Ist nicht auch das bescheidenste Behausung schön, wenn man sie aus der Nähe betrachtet?« Mit ähnlichen Gedanken wie französischer Philosoph Gaston Bachelard (1884 – 1962), der sein Werk <em>Poetik des Raumes</em> der Einstellung zum Gefühl der Häuser und Räume gewidmet hat, machte ich einen Spaziergang durch das Dorf Krapflern. Diese Haufensiedlung an der s. g. Partisanenstraße, sieben Kilometer von Dolenjske Toplice entfernt, bietet dem Besucher trotz ihrer geringen Größe den Einblick in eine reiche „Sammlung“ selten erhaltener Baudenkmäler.    </p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="256" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-16-1024x256.jpg" alt="Ein Blick auf Občice (Krapflern), August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl.   " class="wp-image-2201" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-16-1024x256.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-16-300x75.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-16-768x192.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-16-1536x384.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-16-2048x512.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-16-750x187.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Blick auf Občice (Krapflern), August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl.   </figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Občice im Wandel der Zeit</h2>



<p>Der slowenische Name des Dorfes Krapflern, Občice, leitet sich vermutlich von der Bezeichnung des gemeinsamen Gemeindegrundstücks ab und verweist auf die ursprüngliche slawische Ansiedlung. Nach der Beschreibung von Mitja Ferenc und Gojko Zupan war das Dorf vor dem Zweiten Weltkrieg vom bescheidenen Ackerbau, Viehzucht und Obstbau (hauptsächlich Apfelplantagen) geprägt. Zu den Nebentätigkeiten gehörten Bienenzucht, Weinbau, Forstwirtschaft und Vorspannen. Krapflern wurde erstmals 1564 im s. g. urbarialen Steuerregister erwähnt. Die meisten Einwohner wohnten dort im Jahr 1869, und zwar 129 Personen in 24 Häusern. In Občice, gottscheerisch <em>Khrapflern</em>, wurde bis zum Zweiten Weltkrieg wie auch anderswo in Gottschee vorwiegend gottscheerischer Dialekt gesprochen.       </p>



<p>Nach dem Zeugnis der Dorfbewohnerin Justina Rezelj im Werk von Marija Makarovič <em>Črmošnjiško-Poljanska dolina in njeni ljudje</em> (Die Moschnitze und ihre Leute) beschlossen viele Dorfbewohner aus Občice während des Zweiten Weltkrieges angesichts der starken deutschen Propaganda ins Reich zu ziehen. „Am Nikolausabend 1941 war Krapflern leer. Bis auf unsere sind alle anderen gottscheerischen Familien ausgezogen. Nur unsere Familie blieb in dem verlassenen Dorf zurück. /…/ Mein Vater sagte nur, dass die Dorfbewohner gekommen seien, um sich zu verabschieden, bevor sie gegangen seien.“ (Marija Makarovič: 2005, 484)  </p>



<p>In Občice, wo gottscheerische Sprache sechs Jahrhunderte lang ein Teil des Alltaglebens war, verschwand sie nach dem Krieg fast völlig. Frau Justina und andere Kinder, z. B. ihr Bruder Albin Samida, lernten in der Schule von da an Slowenisch statt Deutsch.  </p>



<h2 class="wp-block-heading">Geschütztes bauliches Erbe </h2>



<p>Justina und Albin Samida wurden auf dem Bauernhof Kulparš geboren, der dann von ihrer Schwester mit ihrem Neffen und dessen Familie übernommen wurde. Das Haus (gott. <em>hauš</em>), das ursprünglich Nummer 5 hatte, und jetzt hat es Nummer 1, sehen wir auf dem nächsten Foto (das erste von rechts).   </p>


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<figure class="aligncenter size-large"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="256" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-11-1024x256.jpg" alt="Ein Teil von Krapflern, wo wir einige der Häuser sehen können, die ein Teil des geschützten baulichen Erbes sind. August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl.  " class="wp-image-2195" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-11-1024x256.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-11-300x75.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-11-768x192.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-11-1536x384.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-11-2048x512.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-11-750x187.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Teil von Občice, wo wir einige der Häuser sehen können, die ein Teil des geschützten baulichen Erbes sind. August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl.  </figcaption></figure>
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<p>Das Register des unbeweglichen Kulturerbes der Republik Slowenien enthält kurze Beschreibungen von drei Häusern in Krapflern, und zwar von den Häusern mit Nummern 4, 6 und 7. Das Haus mit Nummer 4 ist ein Haus aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es ist teilweise in eine Böschung hineingebaut und hat eine umgebaute schwarze Küche. Das Haus Nummer 6 ist ein Typ des Hauses aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Dort war zwischen 1944 und 1945 der Sitz des Kommandos der Relaisstation TV-15, von dem aus Partisanenkurierverbindungen in ganz Slowenien hergestellt wurden (am Haus befinden sich auch zwei Gedenktafeln). Das Haus Nummer 7 ist ebenfalls ein ebenerdiges Haus eines kleinen Bauers, gebaut am Beginn des 19. Jahrhunderts. Die Jahreszahl 1891 ist noch an der westlichen Giebelseite der Fassade zu sehen.           </p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="683" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-683x1024.jpg" alt="Das Haus mit der Nummer 7 mit der Jahreszahl 1891, Občice. August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl    " class="wp-image-2204" style="width:407px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-683x1024.jpg 683w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-200x300.jpg 200w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-768x1152.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-1024x1536.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-1365x2048.jpg 1365w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-750x1125.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-8-scaled.jpg 1707w" sizes="auto, (max-width: 683px) 100vw, 683px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Haus mit der Nummer 7 mit der Jahreszahl 1891, Občice. August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl    </figcaption></figure>
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<p>Erwähnenswert ist auch das renovierte Gehöft an der Adresse Občice 9, in dem Gottscheer Altsiedlerverein seinen Sitz und einen Museumsraum hat. Der Verein wurde 1992 in Pöllandl gegründet und befasst sich in erster Linie mit der Förderung der gottscheerischen Kultur durch folkloristische Aktivitäten und vereinigt so die Gottscheer, die in der Heimat geblieben sind, wie auch ihre Sympathisanten.  </p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-1024x683.jpg" alt="Der Sitz des Gottscheer Altsiedlervereins, wo sich seine Räume und eine Museumssammlung befinden. August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl.  " class="wp-image-2198" style="width:591px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-300x200.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-768x512.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-2048x1365.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-750x500.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-1-1080x720.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Sitz des Gottscheer Altsiedlervereins, wo sich seine Räume und eine Museumssammlung befinden. August 2023. Foto: Jana Rajh Plohl.  </figcaption></figure>
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<h2 class="wp-block-heading">Möglichkeiten für die Entwicklung des Tourismus im Dorf Občice</h2>



<p>Als ich zum ersten Mal durch Občice ging, konzentrierte ich mich auf meine Gefühle oder meinen ersten Eindruck. Die Holzfenster, die blaue Platte mit der Jahreszahl 1891 und mit gemalten Verzierungen, die romantisch mit der blauen duftenden Wiese übereinstimmen … Gezierte Fassade vom Haus mit der Nummer 2, die Gedenktafel am Haus mit der Nummer 6… Das Dorf, das – um noch einmal auf Bachelards Idee zu verweisen – von einer durch Bewährungsproben gestärkten Häusergruppe zeugt.      </p>


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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="683" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/JanaRajhPlohl_Obcice_Avgust2023-13-1024x683.jpg" alt="Fensterläden an einem der Häuser in Občice. Foto: Jana Rajh Plohl.  " class="wp-image-2207" style="width:561px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Fensterläden an einem der Häuser in Občice. Foto: Jana Rajh Plohl.  </figcaption></figure>
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<p>Das bauliche Erbe in der weiten Region Gottschee, das in einem so großen Teil erhalten ist, ist eine echte Seltenheit. Daher ist es besonders wichtig, es richtig zu bewerten und seine Vision mit angemessener fachlicher Anleitung zu definieren. Die Zusammenarbeit mit dem lokalen Umfeld und den Bewohnern ist bei der Renovierung von Häusern und ihrer Wiederwendung besonders wichtig. Die renovierten Häuser können die Bemühungen des Gottscheer Altsiedlervereins um die Wiederbelebung des gottscheerischen Erbes in der Moschnitze bereichern. Zum Beispiel durch das Angebot neuer touristischen Unterkünfte, die Besuchern, vor allem den Gottscheern aus Ausland, in der Atmosphäre des Lebens ihrer Vorfahren bieten können. Eine solche persönliche Erfahrung ist nur eine der Möglichkeiten für die Entwicklung der Gemeinde und ihrer Umgebung. In dieser Weise können sie zu neuem Leben erweckt werden und das Gefühl vermeiden, dass auch sie, wie die meisten Vorkriegsdörfer, dem letzten Zug der stillen Bewunderung entgegengehen.       </p>



<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen: </strong><br>-Bachelard, Gaston. 2001. Poetika prostora. / Die Poetik des Raumes / 2001. Ljubljana: Študentska založba.    <br>-Društvo Kočevarjev staroselcev / Gottscheer Altsiedlerverein /: https://www.dolenjske-toplice.si/objava/73894.<br>&#8211; Ferenc, Mitja in Gojko Zupan. 2013. Po sledeh Kočevarjev v Črmošnjiško-Poljanski dolini / Auf den Spuren der Gottscheer in der Moschnitze. Dolenjske Toplice: Društvo Kočevarjev staroselcev.    <br>&#8211; Makarovič, Marija. 2005. Črmošnjiško-Poljanska dolina in njeni ljudje. Ljubljana: Založba ZRC, ZRC SAZU.   <br>&#8211; Das Register des Kulturerbes der Republik Slowenien: <a href="https://geohub.gov.si/portal/apps/webappviewer/index.html?id=d6641ae60c0c47e9b027319f4f0f73">https://geohub.gov.si/portal/apps/webappviewer/index.html?id=d6641ae60c0c47e9b027319f4f0f73</a></p>



<p>Mehr über die neue ethnologische Sammlung des Gottscheer Altsiedlervereins in Krapflern können Sie <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/studentisches-projekt-die-neugestaltung-der-ethnologischen-sammlung-der-gottscheer-in-obcice/">hier</a> lesen:</p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/ein-spaziergang-durch-das-dorf-obcice-gott-khrapflern/">Ein Spaziergang durch das Dorf Občice (Gott.: Khrapflern)</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
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		<title>Das Siebenschläfermännchen (Pilichmandle) – Hüter der Siebenschläfer</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Moric]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 31 Dec 2021 09:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Gottscheerischen Wälder haben mit ihrer Schönheit und Rätselhaftigkeit häufig die menschliche Phantasie aufgewühlt. Leute haben basierend auf Naturphänomenen und ungewöhnlichen Ereignissen, die sie sich nicht erklären konnten, Geschichten ersinnt. Bei Eulenrufen, dem Knallen von Ästern im Wald und bei Änderungen der Siebenschläferpopulation ist eine Erzählung über das Siebenschläfermännchen (Gottscheerisch: Pilihmandle) entstanden, ein zwergwüchsigen Lebewesen, das in der Zeit der Siebenschläferjagd die gottscheerischen Siebenschläferjäger geneckt hat. Das Pilichmandle als Hüter der Siebenschläfer Das Pilichmandle hat in der Nacht Siebenschläferjäger erschreckt, sich über sie lustig gemacht und ausgelegte Fallen ausgelöst. Er ist auch dann erschienen, als Siebenschläfer zu stark gejagt wurden und mit Peitschenknallen hat er sie in Verstecke in Baumhöhlen und unter der Erde oder sogar in einen anderen Wald geführt. Siebenschläfer sind ihm gefolgt, wenn er mit seiner Axt dreimal auf jede Buche geklopft hat. Üblicherweise wurden in Krain ähnliche Taten dem Teufel zugeschrieben – wir können uns nur an z. B. bekannte Bilder des Teufels von Valvasor erinnern, der Siebenschläfer auf die Weide treibt – zum Repertoire dieser Erzählung gehört auch das Gottscheerische Pilichmandle. Auf die Verbindung zwischen dem Pilichmandle und dem Teufel lassen seine Erscheinung in Form eines kleinen Lebewesens bzw. Zwerges, seine Aufmachung (rote Mütze und [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Gottscheerischen Wälder haben mit ihrer Schönheit und Rätselhaftigkeit häufig die menschliche Phantasie aufgewühlt. Leute haben basierend auf Naturphänomenen und ungewöhnlichen Ereignissen, die sie sich nicht erklären konnten, Geschichten ersinnt. Bei Eulenrufen, dem Knallen von Ästern im Wald und bei Änderungen der Siebenschläferpopulation ist eine Erzählung über das Siebenschläfermännchen (Gottscheerisch: Pilihmandle) entstanden, ein zwergwüchsigen Lebewesen, das in der Zeit der Siebenschläferjagd die gottscheerischen Siebenschläferjäger geneckt hat.   </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-1024x863.png" alt="Bild vom Siebenschl&#xE4;ferm&#xE4;nnchen (Pilichmandle) aus dem Kinderbuch Pol&#x161;ji mo&#x17E;ic: zgodba iz ko&#x10D;evskih gozdov (Das Pilichmandle: Die Geschichte aus Gottscheerischen W&#xE4;ldern). Anja Moric" class="wp-image-1677" width="537" height="452" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-1024x863.png 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-300x253.png 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-768x647.png 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-1536x1294.png 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-750x632.png 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-855x720.png 855w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42-285x240.png 285w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.27.42.png 1663w" sizes="auto, (max-width: 537px) 100vw, 537px" /><figcaption>Bild vom Siebenschläfermännchen (Pilichmandle) aus dem Kinderbuch Polšji možic: zgodba iz kočevskih gozdov (Das Pilichmandle: Die Geschichte aus Gottscheerischen Wäldern).</figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Das Pilichmandle als Hüter der Siebenschläfer</h2>

<p>Das Pilichmandle hat in der Nacht Siebenschläferjäger erschreckt, sich über sie lustig gemacht und ausgelegte Fallen ausgelöst. Er ist auch dann erschienen, als Siebenschläfer zu stark gejagt wurden und mit Peitschenknallen hat er sie in Verstecke in Baumhöhlen und unter der Erde oder sogar in einen anderen Wald geführt. Siebenschläfer sind ihm gefolgt, wenn er mit seiner Axt dreimal auf jede Buche geklopft hat.   Üblicherweise wurden in Krain ähnliche Taten dem Teufel zugeschrieben – wir können uns nur an z. B. bekannte Bilder des Teufels von Valvasor erinnern, der Siebenschläfer auf die Weide treibt – zum Repertoire dieser Erzählung gehört auch das Gottscheerische Pilichmandle. Auf die Verbindung zwischen dem Pilichmandle und dem Teufel lassen seine Erscheinung in Form eines kleinen Lebewesens bzw. Zwerges, seine Aufmachung (rote Mütze und grüner Mantel) sowie die Geräusche, die seine Ankunft begleiten, (Peitschenknall) schließen.     </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.14.33-1024x781.png" alt="Abbildung vom Teufel aus Valvasors &#x201E;Die Ehre des Herzogthums Crain&#x201C;, der Siebenschl&#xE4;fer auf die Weide treibt. " class="wp-image-1668" width="603" height="459" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.14.33-1024x781.png 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.14.33-300x229.png 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.14.33-768x586.png 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.14.33-1536x1172.png 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.14.33-750x572.png 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Screenshot-2022-01-22-at-16.14.33.png 1829w" sizes="auto, (max-width: 603px) 100vw, 603px" /><figcaption>Abbildung vom Teufel aus Valvasors „Die Ehre des Herzogthums Crain“, der Siebenschläfer auf die Weide treibt. </figcaption></figure></div>

<p>Mit Geschichten über Pilichmandle wurden vor allem Rückgänge der Siebenschläferpopulation erklärt, von denen es WissenschaftlerInnen bis heute nicht gelungen, diese zu erklären. Sie haben festgestellt, dass der Siebenschläfer seinen Fortpflanzungszyklus an die Buchenfruchtbarkeit anpasst, da wenn Buchen tragen auch die Siebenschläferpopulation zahlreicher wird. Andererseits haben sich Siebenschläferjäger mit Pilichmandle Stimmen im Wald erklärt. Knallen, Schnalzen und Pfeifen nachts im Wald sollten die Menge von Siebenschläfern wegtreiben, die die Jäger einfach mit ihren Mänteln und Stiefeln fangen konnten. Die Geräusche, vor denen Siebenschläfer Angst hatten und worüber die Geschichten ersinnt wurden, haben eigentlich Eulen verursacht, die Fackelfeuer von Siebenschläfern verblendet haben und auf diese Art Eindringlinge wegtrieben. Nur haben die Eulenrufe keine Jäger, sondern die Siebenschläfer zur Flucht bewegt. Eulen sind nämlich deren natürliche Feinde.       </p>

<h2 class="wp-block-heading">Siebenschläferjagdd in Kočevska (Gottschee) Region</h2>

<p>Seit dem Mittelalter bis zum zweiten Weltkrieg war die Siebenschläferjagd für die Landbevölkerung in Krain sowie für Gottscheer sehr wichtig. Das Siebenschläferfleisch war eine wichtige Eiweißquelle, sein Schmalz wurde als hausgemachte Arznei gegen Frostbeulen, für die Wundenheilung, gegen Ohrentzündungen und sogar für die Heilung der Haustiere gebraucht, und aus Siebenschläferpelz wurden Kopfbedeckungen – Bilchfellmützen – Kragen und Mäntel gemacht und damit die Winterbekleidung gefüttert. Schmalz und Pelze wurden auch verkauft.    </p>

<figure class="wp-block-embed aligncenter is-type-video is-provider-vimeo wp-block-embed-vimeo wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Vitrine spomina: polhovka" src="https://player.vimeo.com/video/247869839?dnt=1&amp;app_id=122963" width="1080" height="608" frameborder="0" allow="autoplay; fullscreen; picture-in-picture; clipboard-write"></iframe>
</div><figcaption>Bilchfellmütze. Aufbewahrt vom Putscherle Institut.</figcaption></figure>

<p><br/>Siebenschläfer wurden auf mehrere Weisen gejagt. Üblicherweise wurden sie mit einem Stab aus der Baumhöhle gestochert oder es wurde zur Siebenschläfergrube eine Kiste mit einer Öffnung gestellt, wobei rundherum Nägel eingeschlagen wurden. Siebenschläfer sind in die Falle gelaufen und konnten nicht mehr fliehen. Heutzutage ist so eine Jagdweise aus ethischer Sicht nicht akzeptabel, die Jagd mit Fallen ist aber immer noch verbreitet, bei der die Fallen auf Ruten aufgesteckt und auf Bäume in die Nähe der Siebenschläferhöhlen oder vor Siebenschläfergruben gestellt werden. Weil Siebenschläfer allerdings nachtaktiv sind, haben die Siebenschläferjäger oft die ganze Nacht mit der Jagd verbracht. Normalerweise haben sie sich am Feuer gewärmt und in der Glut Kartoffeln gebraten. Sie haben dazu sehr gern Schnaps oder Most getrunken. Die Siebenschläferjagd lebt bis heute, aber hat vor allem gesellschaftliche Bedeutung.       </p>

<h2 class="wp-block-heading">Bedeutung vom Pilichmandle heute: Natur- und Waldhüter</h2>

<p>In Slowenien leben vier Siebenschläferarten, die sich untereinander hauptsächlich nach der Größe unterscheiden: Siebenschläfer, Baumschläfer, Gartenschläfer und die Haselmaus. Mit der Ausnahme vom Siebenschläfer sind die anderen drei Siebenschläferarten den gefährdeten Tierarten zugeordnet. Grund dafür sind Änderungen in deren Lebensumwelt, insbesondere das Aushauen von Wäldern, weil Siebenschläfer für ihr Überleben geschlossene Baumkronen brauchen. Heute warnt uns das Pilichmandle nicht mehr nur vor der unangebrachten (übermäßigten) Siebenschläferjagd, sondern macht uns vor allem die Bedeutung der Bewahrung von Wald und Natur bewusst.   </p>

<h2 class="wp-block-heading">Das Kinderbuch <em>Das Pilichmandle: Geschichte aus Gottscheerischen Wäldern</em></h2>

<p>Das Putscherle Institut hat Ende 2021 das Kinderbuch <em>Das Pilichmandle: Geschichte aus Gottscheerischen Wäldern</em> herausgegeben, in dem Kinder und Eltern diesen typisch Gottscheerischen Erzählungshelden kennenlernen. Ideell folgt die Geschichte den alten Erzählungen und bringt auch einen Einblick in die geheimnisvolle Welt der Gottscheerischen Wälder sowie deren Einwohner, da im Buch einige gefährdete Tierarten vorgestellt werden. Neugierigeren ist das Vorwort gewidmet, das auch als didaktisches Mittel für Volksschulen genutzt werden kann. Das Bilderbuch trägt die Bezeichnung “<a href="https://dinalpbear.eu/oznaka-medvedu-prijazno/">medvedu prijazno” (bärenfreundlich)</a>.   </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-1024x822.jpg" alt="Autorin des Bilderbuches &#xFC;ber Siebenschl&#xE4;ferm&#xE4;nnchen Dr. Anja Moric (rechts) und Illustratorin Barbara Koblar (links) mit B&#xFC;chern &#xFC;ber Erz&#xE4;hlungshelden aus Ko&#x10D;evska/Gottschee-Land, Kostel und Osilnica." class="wp-image-1663" width="587" height="471" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-1024x822.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-300x241.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-768x616.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-1536x1233.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-2048x1643.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-750x602.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/165FEE7B-BAEA-4403-8D01-FB911B9E561D-80x65.jpg 80w" sizes="auto, (max-width: 587px) 100vw, 587px" /><figcaption>Autorin des Bilderbuches über Siebenschläfermännchen Dr. Anja Moric (rechts) und Illustratorin Barbara Koblar (links) mit Büchern über Erzählungshelden aus Kočevska/Gottschee-Land, Kostel und Osilnica.</figcaption></figure></div>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong> <br/>&#8211; Moric, Anja. 2021. <em>Polšji možic: Zgodba iz kočevskih gozdov</em>. Stara Cerkev: Zavod Putscherle.<br/>&#8211; Moric, Anja. 2018. <em>Vitrine spomina</em>. Stara Cerkev: Zavod Putscherle.<br/>&#8211; Tschinkel, Wilhelm. 2004. <em>Kočevarska folklora: v šegah, navadah, pravljicah, povedkah, legendah in drugih folklornih izročilih = Gottscheer Volkstum: in Sitte, Brauch, Märchen, Sagen, Legenden und anderen volkstümlichen Überlieferungen</em>. Ljubljana: Založba ZRC, ZRC SAZU.<br/>– Hauffen, Adolf. 1895. <em>Die deutsche Sprachinsel Gottschee: Geschichte und Mundart, Lebensverhältnisse, Sitten und Gebräuche, Sagen, Märchen und Lieder</em>. Graz: Styria.<br/>&#8211; Valvasor, Janez Vajkard. 1689. Slava Vojvodine Kranjske.</p>

<p>Unser vorheriger Artikel <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/die-gestohlene-kindheit-erinnerungen-an-die-nachkriegszeit-im-tal-dragarska-dolina-suchenertal-sowie-der-umliegenden-ortschaften/">widmet sich der gestohlenen Kindheit und den Erinnerungen an den (Nach-)Krieg im Dragarska (Suchener)-Tal und Umgebung. </a>.</p>
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		<title>Über die Weihnachtszeit bei den Gottscheern</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Darja Zamida Pečaver]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Dec 2021 23:20:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Küche]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Weihnachtszauber liegt in der Vorfreude und Wärme. Der Glaube war wichtig im Leben der Gottscheer Gottscheer waren immer tiefgläubige Katholiken. Das beweisen auch sakrale Objekte, die in gut 600 Jahren des Lebens in Kočevska/Gottschee-Land durch Einwohner gebaut wurden. In fast jedem Dorf gab es eine Kirche oder zumindest eine Kapelle. Sie haben Objekte selbst, mit eigenen Händen und Material gebaut und in Stand gehalten. Die Kirche war jener Ort, wohin Leute im Sonntagsgewand, freudig, in Gelassenheit und Hoffnung gegangen sind. Kirchliche Feiertage wurden mit einer großen Achtung vor Gott, bescheiden, aber trotzdem reich gefeiert, ohne großen Prunk, wie wir es heute kennen. Weihnachten in der Region Kočevje Weihnachten war für die BewohnerInnen des Gottschee-Landes immer etwas Besonderes. Das war die Zeit der Geburt von Jesus Christus und die Zeit des langen Winters. In dieser Zeit haben Leute immer aufs vergangene Jahr geschaut sowie das nächste Jahr geplant, voll einer guten Ernte, Gesundheit fürs Vieh und der ganzen Familie. An den drei heiligen Abenden (bajnnohtahten), d. h. der heilige Abend am 24. Dezember, der Silvesterabend am 31. Dezember und der Vorabend der drei heiligen Könige am 5. Januar wurden alle Räume in den Häusern, Ställen, Scheunen sowie die Äcker und [&#8230;]</p>
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<p>Der Weihnachtszauber liegt in der Vorfreude und Wärme.</p>

<h2 class="wp-block-heading">Der Glaube war wichtig im Leben der Gottscheer</h2>

<p>Gottscheer waren immer tiefgläubige Katholiken. Das beweisen auch sakrale Objekte, die in gut 600 Jahren des Lebens in Kočevska/Gottschee-Land durch Einwohner gebaut wurden. In fast jedem Dorf gab es eine Kirche oder zumindest eine Kapelle. Sie haben Objekte selbst, mit eigenen Händen und Material gebaut und in Stand gehalten. Die Kirche war jener Ort, wohin Leute im Sonntagsgewand, freudig, in Gelassenheit und Hoffnung gegangen sind. Kirchliche Feiertage wurden mit einer großen Achtung vor Gott, bescheiden, aber trotzdem reich gefeiert, ohne großen Prunk, wie wir es heute kennen.     </p>

<h2 class="wp-block-heading">Weihnachten in der Region Kočevje</h2>

<p>Weihnachten war für die BewohnerInnen des Gottschee-Landes immer etwas Besonderes. Das war die Zeit der Geburt von Jesus Christus und die Zeit des langen Winters. In dieser Zeit haben Leute immer aufs vergangene Jahr geschaut sowie das nächste Jahr geplant, voll einer guten Ernte, Gesundheit fürs Vieh und der ganzen Familie.  </p>

<p>An den drei heiligen Abenden (bajnnohtahten), d. h. der heilige Abend am 24. Dezember, der Silvesterabend am 31. Dezember und der Vorabend der drei heiligen Könige am 5. Januar wurden alle Räume in den Häusern, Ställen, Scheunen sowie die Äcker und Wiesen mit dem Weihwasser besprengt. Hexen, Schlangen und anderes »Geschmeiß« (cnihtoh) sollte weit weg vom Haus bleiben, soweit es mit dem Weihwasser besprengt werden konnte. Mit demselben Aspergill war es nötig, am Neujahrsmorgen das Vieh beim Tränken zu segnen. Das Ästlein, womit es besprengt wurde, wurde danach gut aufbewahrt und im Frühling in die erste Furche begraben. Es hat dem Bauern Glück und Segen, vor allem aber eine reiche Ernte gebracht.    /      </p>

<p>Am Abend vor Weihnachten war es nötig, alles gründlich zu putzen. Im Haus, in der Küche sowie im Keller, am Hof und in der Scheune war es notwendig, den ganzen Schmutz und Staub zu putzen, sonst würde Unkraut das Getreide auf den Äckern überwuchern. </p>

<p>Die Tage vor Weihnachten waren vor allem für Hausfrauen sehr arbeitsam, weil sie alles für eine gute Stimmung in der Familie vorbereiten mussten. Im Haus (ein Raum im Haus, der heute Wohnzimmer genannt wird) haben sie unter dem Herrgottswinkel die Krippe aufgestellt sowie den Tisch mit einem weißem Tischtuch bedeckt. Auf dem Tisch wurden drei oder mehr kleine Laibe feinen weißen Brotes gelegt. Kleinere Laibe wurden Wächter (bohtarə) und Nachbarn (nohparn) genannt und die großen waren šipling. Der Letztere wurde mit verschiedenen gebackenen Figuren aus Teig verziert; mit dem Christkind in der Wiege, Tauben, Haustieren und mit einem geflochtenen Rand umgeben. Erst am Heiligedreikönigstag wurde er geschnitten und unter den HausbewohnerInnen verteilt, auch das Vieh hat ein kleines in Futter versetztes Stück bekommen, damit es vor den Hexen geschützt ist.      </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Naslovnica.jpg" alt="Shipling, gebacken von Rosi Kren aus Klagenfurt. Foto: Horst Krauland, &#x201E;Gottscheer Kochbuch&#x201C;, GLM Klagenfurt. " class="wp-image-1646" width="570" height="491" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Naslovnica.jpg 941w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Naslovnica-300x258.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Naslovnica-768x661.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Naslovnica-750x646.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 570px) 100vw, 570px" /><figcaption>Shipling, gebacken von Rosi Kren aus Klagenfurt. Foto: Horst Krauland, „Gottscheer Kochbuch“, GLM Klagenfurt. </figcaption></figure></div>

<p>Am heiligen Abend haben fleißige Mütter außer den üblichen Weihnachtskuchen – šipling und nohpar – für jedes Kind auch kleine Brotlaibe, sog. kleine Tauben taubə gebacken.</p>

<p>Auch Tagelöhnerinnen, die das ganze Jahr bei der Getreideernte sowie anderen Bauerarbeiten geholfen haben, haben an diesem Tag einen weißen Brotlaib bekommen. So haben einige bei verschiedenen Hausherren insgesamt zwischen acht und zehn Brotlaibe gesammelt. </p>

<p>Am Silvesterabend streut die Hausfrau oder eine Nachbarin heimlich, damit die Kinder es nicht sehen können, Walnüsse und Äpfel ins Zimmer. Danach schmeißen sich große und kleine Kinder auf den Boden, wo sie um die Geschenke ringen. Damit sollte das Haus nächstes Jahr mit einer reichen Ernte gesegnet werden.  </p>

<h2 class="wp-block-heading">Weihnachtsfeier im Tschermoschnitz Tal</h2>

<p>Und wie haben die in der ersten Helfte des 20. Jahrhunderts im Tal Črmošnjiško-poljanska dolina geborene GottscheerInnen ihre Weihnachtszeit gefeiert? Sie erinnern sich noch sehr gut an die hundertjährigen Bräuche, da einige davon noch in deren Zuhause erhalten sind.  </p>

<p>Sie erzählen, dass sie am Weihnachtsvorabend den Weihnachtsbaum – krisbaum oder krispon – und darunter die Krippe gestellt haben. Der Weihnachtsbaum wurde nicht viel geschmückt; stellenweise wurden Kekse, in Leuchtpapier umgewickelte Walnüsse und Bonbons auf die Äste gehängt. Die Krippe wurde aus Holz oder Pappe gemacht.  </p>

<p>Davor haben Hausfrauen einen besseren Schmaus vorbereitet. Sie haben Brot – šipling oder žipling – aus Weißmehl gebacken. Bevor der Laib in den Brotofen geschoben wurde, haben sie auf den Laib für jedes Familienmitglied eine kleine Teigtaube gelegt und danach das gebackene Brot unter den Weihnachtsbaum gelegt. Am Weihnachtsmorgen haben sie zum Frühstück jedem ein Stück vom žipling mit der Teigtaube geschnitten.   </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_0360-768x1024.jpg" alt="Tauben gebacken im Dezember 2021 von Kelly T. Kinkopf aus Cleveland. Fotoinhaber: Kelly T. Kinkopf. " class="wp-image-1694" width="408" height="544" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_0360-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_0360-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_0360-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_0360-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_0360-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_0360-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 408px) 100vw, 408px" /><figcaption>Tauben gebacken im Dezember 2021 von Kelly T. Kinkopf aus Cleveland. Fotoinhaber: Kelly T. Kinkopf. </figcaption></figure></div>

<p>An Feiertagen wurde auch potica – pebauicə – gebacken. Sie waren unterschiedlich, üblicherweise mit einer Walnussfüllung. Walnüsse wurden nicht gemahlen, sondern im Mörser geknackt.  </p>

<p>Am Weihnachtsabend gab es überall ein gutes Abendessen mit Fleisch oder Würsten und Blutwürsten. Danach sind alle zur Mitternachtsmesse in die nächste Kirche gegangen. Der Weihnachtstag war überall ein Feiertag im Familienkreis.  </p>

<h2 class="wp-block-heading">Silvester</h2>

<p>Am Silvesterabend konnten Kinder es kaum erwarten, dass jemand heimlich verschiedene Gaumenfreuden ins Haus geworfen hat, am häufigsten Walnüsse, Äpfel, Haselnüsse und anderes Obst, inzwischen gab es aber auch Bonbons.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/20-1024x719.jpg" alt="" class="wp-image-1650" width="618" height="433" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/20-1024x719.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/20-300x211.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/20-1536x1079.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/20-750x527.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/20.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 618px) 100vw, 618px" /></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Nikolaus</h2>

<p>Ältere erinnern sich noch sehr gut an den Nikolausabend. Kinder haben wie üblich um den Brotofen herum gespielt, als ein lautes Kettenrumpeln ihren ruhigen Abend getrübt hat. Vor Angst haben sie sich versteckt und als die Tür aufgegangen ist, sind hässliche Krampusse ins Zimmer gekommen und haben mit der Kette um sich geschwungen. Sie haben gesagt, sie werden jedes Kind mitnehmen, das nicht brav war. Die Angst war unbeschreiblich groß. Danach haben sie im Zimmer auf den Boden Bonbons und andere gute Sachen geworfen. Natürlich haben Krampusse nichts Gutes gebracht: ins Leuchtpapier umwickelte Steinchen, ins Schokopapier umwickelte kleine Holzbretter. Danach haben die Kinder fröhlich auf den nächsten Tag gewartet, an dem der Nikolaus Äpfel und Bonbons für die Braven und eine Rute für die Unartigen gebracht hat.       </p>

<p>Unser diesjähriges Weihnachtsfest soll gesegnet, ruhig, angenehm, wunderschön sein!</p>

<p class="has-small-font-size">Quellen:</p>

<p class="has-small-font-size">&#8211; Wilhelm Tschinkel: Kočevarska folklora (1932), zadnja izdaja prevedena izdaja v slovenski jezik 2004)</p>

<p class="has-small-font-size">&#8211; dr. Marija Makarovič: Črmošnjiško – poljanska dolina (2005)</p>

<p class="has-small-font-size">&#8211; Geschichten der Gottscheer.</p>

<p>Lesen Sie auch mehr über <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/schiplink-gottscheerisches-weihnachtsbrot-poprtnik/">Schipling &#8211; Gottscheer Weihnachtsbrot (poprtnik).</a></p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/ueber-die-weihnachtszeit-bei-den-gottscheern/">Über die Weihnachtszeit bei den Gottscheern</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
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