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	<title>Geschichte Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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	<description>Gottscheer Blog: Blog über das kulturelle Erbe von Gottschee (Kočevska)</description>
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	<title>Geschichte Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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		<title>Der Friedhof in Stari Log</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Moric]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 30 Jan 2024 08:48:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Der Friedhof in Stari Log (Altlag) bei Kočevje (Gottschee) ist einer der am besten erhaltenen gottscheerischen Friedhöfe. Er ist nicht nur die ewige Ruhestätte der Bewohner von Stari Log, sondern zeugt auch von den Ereignissen, die Stari Log und seine Umgebung sowie die weite Region Kočevsko geprägt haben. Als Zeuge der Vergangenheit und als Treffpunkt für unterschiedliche Erinnerungen ist der Friedhof ein wichtiger Ort für den Aufbau eines Dialogs und das Verständnis für ein gemeinsames kulturelles Erbe. Das Schicksal des Dorfes Stari Log in der Zwischenkriegszeit Das idyllische Dorf Stari Log, umgeben von einem Wald, war vor dem Zweiten Weltkrieg das größte Dorf in Kočevska Region. Dort befanden sich bis zum Zweiten Weltkrieg Sitz der Gemeinde, Sitz der Pfarrei, eine Schule, ein Friedhof, eine Gendarmenstation, Gasthäuser und Geschäfte. Stari Log wurde vom Krieg auch nicht verschont. Nach der Umsiedlung der Gottscheer 1941 blieben im Dorf nur noch zwei gottscheerische Familien. Um die Einrichtung eines italienischen Außenpostens zu verhindern, wurde das Dorf 1942 von Partisanen niedergebrannt und die italienische Armee schickte Frauen, Kinder und ältere Menschen aus Stari Log und Umgebung in Konzentrationslager, während 74 Männer erschossen wurden. Der Friedhof in Stari Log Ursprünglich befand sich der Friedhof in Stari Log [&#8230;]</p>
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<p>Der Friedhof in Stari Log (Altlag) bei Kočevje (Gottschee) ist einer der am besten erhaltenen gottscheerischen Friedhöfe. Er ist nicht nur die ewige Ruhestätte der Bewohner von Stari Log, sondern zeugt auch von den Ereignissen, die Stari Log und seine Umgebung sowie die weite Region Kočevsko geprägt haben. Als Zeuge der Vergangenheit und als Treffpunkt für unterschiedliche Erinnerungen ist der Friedhof ein wichtiger Ort für den Aufbau eines Dialogs und das Verständnis für ein gemeinsames kulturelles Erbe. </p>

<h2 class="wp-block-heading">Das Schicksal des Dorfes Stari Log in der Zwischenkriegszeit</h2>

<p>Das idyllische Dorf Stari Log, umgeben von einem Wald, war vor dem Zweiten Weltkrieg das größte Dorf in Kočevska Region. Dort befanden sich bis zum Zweiten Weltkrieg Sitz der Gemeinde, Sitz der Pfarrei, eine Schule, ein Friedhof, eine Gendarmenstation, Gasthäuser und Geschäfte. Stari Log wurde vom Krieg auch nicht verschont. Nach der Umsiedlung der Gottscheer 1941 blieben im Dorf nur noch zwei gottscheerische Familien. Um die Einrichtung eines italienischen Außenpostens zu verhindern, wurde das Dorf 1942 von Partisanen niedergebrannt und die italienische Armee schickte Frauen, Kinder und ältere Menschen aus Stari Log und Umgebung in Konzentrationslager, während 74 Männer erschossen wurden.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="647" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/stari-log01-1024x647.jpg" alt="Stari Log vor dem Zweiten Weltkrieg. Ansichtskarte. Autor: Vekoslav Kramari&#x10D;. Aufbewahrt von Slovenski etnografski muzej (dt.: Slowenisches ethnographisches Museum).    " class="wp-image-2242" style="width:589px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/stari-log01-1024x647.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/stari-log01-300x190.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/stari-log01-768x485.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/stari-log01-750x474.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/stari-log01.jpg 1200w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Stari Log vor dem Zweiten Weltkrieg. Ansichtskarte. Autor: Vekoslav Kramarič. Aufbewahrt von Slovenski etnografski muzej (dt.: Slowenisches ethnographisches Museum).    </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading">Der Friedhof in Stari Log</h2>

<p>Ursprünglich befand sich der Friedhof in Stari Log neben der Kirche der Heiligen Margarete. 1853 wurde der Friedhof zu klein, deshalb begann man, Verstorbene südöstlich vom Dorf, an der Stelle des heutigen Friedhofs beizusetzen. Heute befinden sich in einem Teil des Friedhofs Gräber der Gottscheer, im zweiten Teil, wo noch heute beigesetzt wird, Gräber der Nachkriegsmigranten, und im dritten Teil sind Gräber der 74 Partisanen und Geiseln, die im August 1942 von der italienischen Armee erschossen wurden. Es gibt 11 Grabsteine aus dem 19. Jahrhundert, der Rest ist jünger. Neun von ihnen sind von dem Steinmetz A. Plesche signiert.      </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8941-1024x768.jpeg" alt="Vorkriegsgrabsteine im Friedhof in Stari Log. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-2256" style="width:534px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8941-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8941-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8941-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8941-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8941-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8941-750x563.jpeg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Vorkriegsgrabsteine im Friedhof in Stari Log. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading">Verschiedene Erinnerungen in Stari Log</h2>

<p>Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der Friedhof in Stari Log zu einer Gedenkstätte – ein Denkmal für die Ereignisse, die die turbulente gottscheerische Geschichte geprägt haben. In der Nähe des Friedhofseingangs sieht Besucher ein Denkmal, das 1997 für „allen Toten des Gottscheer Landes“ errichtet wurde – ein quadratischer Obelisk mit einer pyramidenförmigen Struktur an der Spitze und einer Widmung in slowenischer, deutscher, englischer und gottscheerischer Sprache. Er wurde von gottscheerischen Organisationen aus Slowenien und Ausland in Zusammenarbeit mit örtlichen Vereinen und der Ortsgemeinschaft errichtet.  </p>

<p>Im Jahr 1960 wurde ein Gruppengrab für die getöteten Geiseln errichtet. Neben dem Grabmal gibt es auf der etwa 1000 m<sup>2</sup> Fläche einen Obelisken und Grabsteine aus weißem Marmor. </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="757" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8230-1024x757.jpeg" alt="Grab der get&#xF6;teten Geiseln auf dem Friedhof von Stari Log. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-2262" style="width:531px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8230-1024x757.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8230-300x222.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8230-768x568.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8230-1536x1135.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8230-2048x1513.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8230-750x554.jpeg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Grab der getöteten Geiseln auf dem Friedhof von Stari Log. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<p>Weniger als ein Jahrzehnt davor, im Jahr 1951, hatte der slowenische Literatenverein auch ein Denkmal oder ein symbolisches Grab für den Dichter, Schriftsteller und Puppenspieler Miran Jarc errichtet. Er wurde in der Nähe vom Dorf Pugled pri Starem Logu erschossen, aber die Lage seines Grabes ist unbekannt. 2002 wurde das Denkmal von dem Verein für die Pflege der Partisanengräber in Rog (dt.: Hornwald) modernisiert.   </p>

<p>Viele Jahre lang hatte der Friedhof in Stari Log kein Friedhofskreuz. Im August 2023 restaurierten Dorfbewohner von Stari Log symbolisch ein gusseisernes Kreuz von einem der gottscheerischen Gräber und stellten es als Friedhofskreuz am linken Rand des Friedhofs an der Friedhofsmauer. </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8924-1024x768.jpeg" alt="Feierliche Einweihung des neuen Friedhofskreuzes in Stari Log, August 2023. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-2253" style="width:549px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8924-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8924-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8924-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8924-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8924-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8924-750x563.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Feierliche Einweihung des neuen Friedhofskreuzes in Stari Log, August 2023. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading">Restaurierung von Grabsteinen im Friedhof Stari Log</h2>

<p>Der Friedhof in Stari Log wurde im Jahr 1997 von der Ortsgemeinschaft Stara Cerkev mit Hilfe der gottscheerischen Organisationen angelegt. 2002 wurden die 45 erhaltenen gottscheerischen Grabsteine aus Stein einer grundlegenden Restaurierung unterzogen, doch bis heute sind viele der Grabsteine aufgrund von Witterungseinflüssen, Terrainsenkungen und Materialverfall beschädigt. </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8915-768x1024.jpeg" alt="Gottscheer-Grabstein in Stari Log vor den Restaurierungsarbeiten, August 2023, Foto: Anja Moric. " class="wp-image-2259" style="width:380px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8915-768x1024.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8915-225x300.jpeg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8915-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8915-1536x2048.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8915-750x1000.jpeg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/IMG_8915-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Gottscheer-Grabstein in Stari Log vor den Restaurierungsarbeiten, August 2023, Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<p>Anstalt Putscherle, eine Nichtregierungsorganisation, die sich für Erhaltung des kulturellen Erbes in der Region Kočevsko einsetzt, begann daher im Jahr 2023 unter der Leitung von Dr. Anja Moric mit einer komplexeren Restaurierung der sechs am meisten beschädigten Grabsteine. Die Restaurierungsarbeiten werden vom Unternehmen Kamnoseštvo Erjavec aus Mahovnik gemäß den Anweisungen der Anstalt der Republik Slowenien für den Schutz des Kulturerbes durchgeführt und vom Kulturministerium der Republik Slowenien und der Gemeinde Kočevje finanziert.  Die Arbeiten an einzelnen Grabsteinen umfassen Stabilisierung der Fundamente (durch Betonierung), Entfernung von Moos und Schimmel, Restaurierung der Inschriften, Restaurierung der Fotografien in Keramikrahmen, wo dies möglich ist, und Bau fehlender Teile der Denkmäler, wie z. B. Kreuze, Ornamente usw. In Anstalt Putscherle plant in den kommenden Jahren schrittweise Restaurierung mehrerer weiterer gottscheerischer Grabsteine.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/image000000-768x1024.jpg" alt="Aufstellung des restaurierten Grabsteins in Stari Log, November 2023. Foto: Matej Erjavec. " class="wp-image-2246" style="width:400px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/image000000-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/image000000-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/image000000-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/01/image000000.jpg 848w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Aufstellung des restaurierten Grabsteins in Stari Log, November 2023. Foto: Matej Erjavec. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong><br/>&#8211; Resman, Blaž in Seražin, Helena. 2010. <em>Upravna enota Kočevje: občine Kočevje, Kostel in Osilnica</em>. Ljubljana: Založba ZRC.  <br/>&#8211; Stari Log &#8211; spominsko obeležje Tomšičeve brigade. Dostopno na: <strong> </strong>http://www.zb-kocevje.si/starilog_britof.htm<br/>&#8211; Šmajdek, Primož. 2012. Stari Log pri Kočevju – Pokopališče. Dostopno na: http://spomeniki.blogspot.com/2012/12/stari-log-pri-kocevju-pokopalisce.html   <br/>&#8211; Šuštar, Branko. 2006. Zgodba z nagrobnika prvega učitelja na šoli Smuka/Langenthon na Kočevskem okoli leta 1888. <em>Kronika </em>(Ljubljana), letnik 55, številka 3, str.  405-428.<br/></p>
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		<title>Kohlebergwerk Gottschee: Eine turbulente Bergbaugeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Izidor Volf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Dec 2023 13:52:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Kočevje]]></category>
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<p>Region Gottschee ist nach ihren natürlichen Ressourcen bekannt, insbesondere für ihre ausgedehnten, unberührten Wälder. In der (gar nicht so weiten) Vergangenheit war das Gebiet jedoch auch reich an einer natürlichen Ressource, die einen bedeutenden Einfluss auf das Leben der Menschen hier hatte – Braunkohle. Gottschee ist eine von den slowenischen Städten, die auf eine reiche Bergbautradition zurückblicken können. Obwohl das Bergwerk Gottschee 1978 seine Pforten schloss, ist die Erinnerung an die Geschichte von Gottschee noch nicht verblasst. Die Zahl der pensionierten Bergleute nimmt von Jahr zu Jahr ab, aber es sind viele Geschichten erhalten geblieben, die von der großen Bedeutung des Bergwerks für die Stadt und die Region im Allgemeinen zeugen.     </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Anfänge des Bergbaus in Gottschee</strong></h2>

<p>Die Anfänge des Bergbaus in Gottschee reichen in die ersten Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Im September 1803 erwarb Fürst Karl Wilhelm von Auersperg als Erster eine Bergbaulizenz für Braunkohle im Gebiet des heutigen Trata und eröffnete den „Wilhelms Bau“ Fürst hielt sich nicht lange mit dem Abbau auf, denn die Förderung war bescheiden und das Mineral erwies sich nicht als nützlich für die Eisenindustrie, die er als Besitzer der Eisenhütte in Dvor bei Žužemberk pflegte. Nach einer langen Zeit ohne Bergbautätigkeit in diesem Gebiet wurden die Schürfrechte 1820 an Ivan Röthel, Bürger aus Gottschee, vergeben, der die Grube „St. Johann“ eröffnete. Obwohl die Kohle nicht reichlich vorhanden war, nutzte er sie für industrielle Zwecke, für seine Ziegelei. Dies war das erste Werk in Gottschee, das Braunkohle in den Produktionsprozess einführte.      </p>

<p>Später wurde Kohle in Gottschee auch von einigen wohlhabenden Bürgern abgebaut, allen voran von der Wiener Familie Razinger, die in der Glasherstellung tätig war. Brüder Anton, Nikolai und Franz zogen nach Gottschee 1849 um und erhielten zwei Jahre später die Schürfrechte. Die Glashütte war erfolgreich und es wurde immer mehr Kohle für die Produktion abgebaut. 1859 erhielten sie zusätzliche sieben damalige Höhlenmaß und beschäftigten 150 Arbeiter in der Mine. Da der intensive Bergbau immer höhere Investitionen erforderte, waren die Razinger überschuldet und gingen nach und nach in Konkurs.    </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Bergwerk Gottschee: Der Aufschwung unter der Herrschaft aus Trbovlje</strong></h2>

<p>Ende des 19. Jahrhunderts ging das Bergwerk in den Besitz der Kohlebergbaugesellschaft aus Trbovlje über, die begann, in das Bergwerk zu investieren. Sie errichtete eine Ziegelei, einen Kalkofen, eine Separationsanlage, einen Heizraum, einen Maschinenraum, eine Zentralwerkstatt, ein Sägewerk und eine Dampfmaschine mit einem elektrischen Generator. Im September 1893 wurde Gottschee offiziell für den Transport von Braunkohle mit der Eisenbahn nach Ljubljana eröffnet und bereits zwei Monate zuvor hatte der erste Zug die Strecke befahren. Eine „Eisenstraße“ ermöglichte dem Bergwerk von Gottschee den Durchbruch auf den internationalen Markt und der Stadt Gottschee eine industrielle Entwicklung. Das Bergwerk wurde der größte Industriebetrieb in der Region Gottschee und sein Betrieb brachte auch die erste Elektrifizierung der Stadt mit sich. Im Jahr 1919 wurde eine Wasserleitung vom Fluss Rinža zum Bergwerk gebaut, die mit einer elektrisch betriebenen Pumpe ausgestattet war.      </p>

<p>Während des Ersten Weltkrieges wurde der Bergbau ununterbrochen fortgesetzt, nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-ungarischen Monarchie ging der Betrieb im Bergwerk Gottschee zurück. Die Eisenbahn wurde verstaatlicht, was die Kohlenlieferungen erheblich reduzierte. Die Bergbaugesellschaft von Trbovlje reduzierte ihre Investitionen und es folgten Massenentlassungen. Im Jahr 1919 arbeiteten sogar rund 1200 Bergleute, im Jahr 1930 waren es nur noch etwa 100.    </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-1024x768.jpg" alt="Ein Gem&#xE4;lde der Fassade des k&#xFC;rzlich abgerissenen Bergbauhauses Gottschee, das den Aufstand der Bergleute in Gottschee darstellt, Kunstler: Stane Jarm. Foto: Izidor Volf. Foto: Izidor Volf. " class="wp-image-2142" style="width:593px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Gemälde der Fassade des kürzlich abgerissenen Bergbauhauses Gottschee, das den Aufstand der Bergleute in Gottschee darstellt, Kunstler: <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/stane-jarm/">Stane Jarm</a>. Foto: Izidor Volf.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufstand der Bergleute aus Gottschee</strong></h2>

<p>Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Bergwerk Gottschee ein Feldkomitee der Osvobodilna fronta (Befreiungsfront) organisiert. Die Bergleute von Gottschee gingen in großer Zahl zu Partisanen und führten auch verschiedene Sabotageakte durch, indem sie über das Bergwerk Material und Lebensmittel an die Partisanen lieferten. Der Weggang der Bergleute in die Armee führte zu einem Rückgang der Bergbautätigkeit. Italiener verhafteten eine Reihe von Bergleuten von Gottschee, einige von ihnen wurden in ein Lager in Padua transportiert. Die Verwaltung der Bergleute schickte den Internierten Lebensmittelpakete. Während der italienischen Besatzung war das Bergwerk mit einem Drahtzaun umgeben. Im Dezember 1943 vernichteten Partisanen den größten Teil der Bergwerksanlagen. Da es keinen Strom für Pumpen gab, wurde die Grube mit Wasser geflutet, was es den Besatzern unmöglich machte, die Kohle abzubauen.        </p>

<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegen wurde die Kohlenbergbaugesellschaft aus Trbovlje in Staatbesitz überführt. Das Bergwerk wurde zunächst in Premogovnik Kočevje (Bergwerk Gottschee) und dann später in Rudnik rjavega premoga Kočevje (Das Braunkohlebergwerk Gottschee) umbenannt. Die Renovierungsarbeiten begannen, aber zerstörte Anlagen und ungelernte Bergleute behinderten die Wiederaufnahme der Produktion. Der Betrieb des Bergwerks war für die Wirtschaft von Gottschee von wesentlicher Bedeutung, und die Bergleute waren von der Wehrpflicht befreit. Wegen des Mangels an einheimischen Arbeitskräften wurden Leute aus den Regionen Suha krajina, Zasavje, Primorska und Prekmurje angeworben. Im August 1950 wurde die Leitung des Bergwerks vom Betriebsrat übernommen, der die Produktion auf dem Steinbruch einstellte und nur noch den Grubenbetrieb aufrechterhielt. Im Jahr 1961 wurde eine neue Trennanlage in Betrieb genommen, die die Qualität der Kohle verbesserte, so dass die Produktion in den folgenden Jahren begann, stark anzusteigen.       </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-1024x768.jpg" alt="Boris Finc, der ehemalige Bergmann aus Gottschee, in der Bergmannsuniform. Foto: Milan Glavonji&#x10D;, pers&#xF6;nliches Archiv. " class="wp-image-2139" style="width:594px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Boris Finc, der ehemalige Bergmann aus Gottschee, in der Bergmannsuniform. Foto: Milan Glavonjič, persönliches Archiv. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenschluss mit ITAS und Schließung des Bergwerks</strong></h2>

<p>Im Jahr 1970 überstieg die Braunkohleproduktion 200 Tausend Tonnen. Bergleute waren für ihre erfolgreiche Arbeit gut bezahlt, ihr Einkommen war eines der höchsten in der Gemeinde. Obwohl das Bergwerk Gottschee in dieser Zeit an die Spitze der jugoslawischen Kohlbergwerke aufstieg, gingen Kohlevorräte allmählich zur Neige. Die Unternehmensleitung beschloss, die Produktion umzustellen, um die Bergleute umzuschulen. Das Produktionsprogramm des rasch entwickelnden Unternehmens ITAS ermöglichte eine relativ einfache und schnelle Umschulung und im Mai 1971 wurde ein Referendum über die Fusion vom Unternehmen und Bergwerk durchgeführt. Nach der Zustimmung beider Betriebsräte wurde das Bergwerk im März 1972 offiziell in ITAS eingegliedert. Obwohl das Bergwerk bereits vier Jahre zuvor kurz vor der Schließung stand, wurde die Produktion aufgrund der Energiekrise bis zum 28. Februar 1978 fortgesetzt. Dies war schließlich der letzte Tag der turbulenten Geschichte des Kohlebergwerks Gottschee.         </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Bergwerk Gottschee heute</strong></h2>

<p>An die Bergbauvergangenheit von Gottschee erinnert heute vor allem die Infrastruktur aus dieser Zeit. Das bekannteste Überbleibsel ist sicherlich der immer beliebtere <a href="https://vnaravi.si/ribnisko-kocevska/kocevsko-jezero">See Rudniško jezero.</a>  Aber auch die verlassenen Gebäude der Grubentrennungsanlage und die ehemalige Bergarbeiterkolonie erinnern an die Geschichte der Bergleute. Einige der Namen der örtlichen Siedlungen, wie Rudarsko naselje (Bergmannssiedlung) und Rudnik (Bergwerk), sind ebenfalls markante Erinnerungszeichen. Die Bereiche der Trate sind mit römischen Ziffern von I an gekennzeichnet, entsprechend den 1849 vermessenen und abgesteckten Höhlen. Erwähnenswert ist auch die Eisenbahnlinie in die Hauptstadt, die im Januar 2021 nach vielen Jahrzehnten wieder als reguläre Strecke in Betrieb genommen worden ist.    </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-1024x768.jpg" alt="Das ber&#xFC;hmteste Relikt der Bergbaugeschichte von Gottschee &#x2013; der See Rudni&#x161;ko jezero. Foto: Izidor Volf. " class="wp-image-2136" style="width:620px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das berühmteste Relikt der Bergbaugeschichte von Gottschee – der See Rudniško jezero. Foto: Izidor Volf. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size">Quellen:<br/>Jerbič Perko, Vesna. 2005. Rudnik rjavega premoga Kočevje. Kočevje: <a href="https://www.youtube.com/watch?app=desktop&amp;v=XHkw8Mp-vTc">Pokrajinski muzej</a>. (Das Braunkohlebergwerk Gottschee, Gottschee, Museum Pokrajinski muzej).   <br/>Rustja, Karel. 2015. 120 let kočevske železnice. Kočevje: Pokrajinski muzej. (120 Jahre der Gottscheer Eisenbahn, Gottschee, Museum Pokrajinski muzej).    <br/>Zupan, Janko. 1963. Rudarji ob 20-letnici kočevskega zbora. Kočevje: Kočevski tisk. (Bergleute zum 20. Jahrestag der Gottscheer Versammlung. Gottschee: Kočevski tisk).    </p>

<p>Lesen Sie <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/franc-volf-bergmann-aus-gottschee-erinnerungen-an-das-bergmannsleben-in-gottschee/">hier,</a> wie sich der pensionierte Bergmann Franc Volf an das Leben im Bergbau in Kočevje erinnert.</p>
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		<title>Franc Volf, Bergmann aus Gottschee: Erinnerungen an das Bergmannsleben in Gottschee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Izidor Volf]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Dec 2023 15:17:45 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Leider nimmt die Zahl der ehemaligen lebenden Bergleute aus Gottschee von Jahr zu Jahr ab. Einer der wenigen Bergleute im Ruhestand, der sich noch mit großer Freude und Stolz an seine Bergbaujahre erinnert, ist Franc Volf aus Šalka vas. Er kam direkt nach seiner Wehrpflicht im Jahr 1968 zur Arbeit ins Bergwerk Gottschee. Er arbeitete im Bergwerk auch als Grubenretter und blieb dort bis zu seiner Schließung im Jahr 1978. Wie in vielen Familien in Gottschee in seiner Zeit wurde auch seine Liebe zum Bergbau von Generation zu Generation weitergegeben, denn auch sein Vater war Bergmann. Man könnte sagen, dass ihm der Bergbau einfach „im Blut“ lag. Der pensionierte Bergmann aus Gottschee erinnert sich, dass das Kohlebergwerk für die Stadt Gottschee und Region Gottschee in der Zeit, als er dort arbeitete, im Allgemeinen von einer großen Bedeutung gewesen sei. Das Bergwerk habe vielen Familien das tägliche Brot gesichert und der Beruf des Bergmanns sei hochgeschätzt gewesen. „Das Bergwerk war zweifelsohne von zentraler Bedeutung für das ganze Gottschee-Gebiet, nicht nur für die Stadt Gottschee. Um ganz ehrlich zu sein, Gottschee ist praktisch mit dem Bergwerk „gewachsen“. In industrieller und wirtschaftlicher Hinsicht drehte sich alles ums Bergwerk. Damals gab es auch noch [&#8230;]</p>
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<p>Leider nimmt die Zahl der ehemaligen lebenden Bergleute aus Gottschee von Jahr zu Jahr ab. Einer der wenigen Bergleute im Ruhestand, der sich noch mit großer Freude und Stolz an seine Bergbaujahre erinnert, ist Franc Volf aus Šalka vas. Er kam direkt nach seiner Wehrpflicht im Jahr 1968 zur Arbeit ins Bergwerk Gottschee. Er arbeitete im Bergwerk auch als Grubenretter und blieb dort bis zu seiner Schließung im Jahr 1978. Wie in vielen Familien in Gottschee in seiner Zeit wurde auch seine Liebe zum Bergbau von Generation zu Generation weitergegeben, denn auch sein Vater war Bergmann. Man könnte sagen, dass ihm der Bergbau einfach „im Blut“ lag.      </p>

<p>Der pensionierte Bergmann aus Gottschee erinnert sich, dass das Kohlebergwerk für die Stadt Gottschee und Region Gottschee in der Zeit, als er dort arbeitete, im Allgemeinen von einer großen Bedeutung gewesen sei. Das Bergwerk habe vielen Familien das tägliche Brot gesichert und der Beruf des Bergmanns sei hochgeschätzt gewesen.  </p>

<p><em>„Das Bergwerk war zweifelsohne von zentraler Bedeutung für das ganze Gottschee-Gebiet, nicht nur für die Stadt Gottschee. Um ganz ehrlich zu sein, Gottschee ist praktisch mit dem Bergwerk „gewachsen“. In industrieller und wirtschaftlicher Hinsicht drehte sich alles ums Bergwerk. Damals gab es auch noch eine große Fabrik Tekstilarna, in der vorwiegend unsere Frauen arbeiteten, und das Unternehmen LIK war ebenfalls stark. Aber es besteht keine Zweifel, dass das Bergwerk in jeder Hinsicht der Hauptmotor für die Entwicklung der Stadt und ihrer weiteren Umgebung war.“    </em> </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-768x1024.jpg" alt="Der pensionierte Bergmann aus Gottschee, Franc Volf. Foto vom Interview, Izidor Volf)." class="wp-image-2102" style="width:447px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der pensionierte Bergmann aus Gottschee, Franc Volf. Foto vom Interview, Izidor Volf).</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Liebe zum Bergbau überwiegt die Anstrengung</strong></h2>

<p>Der pensionierte Bergmann aus Gottschee erinnert sich an seine anstrengende und auch gefährliche Arbeit im Bergwerk folgendermaßen: </p>

<p><em>„Ich stand um 5 Uhr auf, denn wir begannen mit der Arbeit um 6 Uhr. Ich hatte Glück, dass ich in der Nähe vom Bergwerk wohnte. Bevor wir das Bergwerk betreten konnten, mussten wir die Bergmannskleidung anziehen. Bergleute waren oft nass, denn die Grube war sehr wasserhaltig. Deshalb mussten wir unsere Kleidung bis zum nächsten Tag trocknen. Es gab wirklich viel Arbeit, aber sie wurde auch gut bezahlt. Weil wir so wenige in den Stollen waren, konnten wir uns nicht „verstecken“. Man musste sehr viel und hart arbeiten. Es war aber auch gefährlich. Es ist bekannt, dass das Bergwerk, das sich schließt, für Bergleute am gefährlichsten ist. Es gab Zeiten, in denen der Druck um uns herum auch so groß war, denn das Erz brach vor unseren Augen zusammen.“           </em></p>

<p>Obwohl die tägliche Arbeit im Bergwerk hart war, liebte er sie: <em>„Wir arbeiteten auch samstags und sonntags, wir kannten praktisch keinen freien Tag. Wir mussten immer hundert Prozent mit Leib und Seele präsent sein. Zum Glück war ich jung und in einer genug guten körperlichen Verfassung, um all den Belastungen standzuhalten. Es half auch, dass ich gesund lebte, keinen Alkohol trank und nicht rauchte, was bei vielen Bergbaukollegen nicht der Fall war. In gewisser Weise war die Arbeit in der Grube wie eine Hochzeit – wir Bergleute waren ein bisschen in unsere Höhle verliebt. Nach der Schließung des Bergwerks ging ich schweren Herzens zur Arbeit bei ITAS. Als das Bergwerk stillgelegt wurde, waren wir Bergleute wohl am meisten betroffen. Wir haben diesen Beruf wirklich ins Herz geschlossen und es fiel uns schwer, uns von dem Bergwerk zu trennen.“       </em></p>

<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur Kollegen, sondern auch echte Freunde</h2>

<p>Wie Franc Volf betont, seien Bergleute aus Gottschee nicht nur Kollegen, sondern auch echte Freunde gewesen. Neben den vielen Stunden, die sie in der Grube gearbeitet haben, haben sie auch viele Nachmittage mit gemeinsamen Freizeitaktivitäten verbracht.  </p>

<p><em>„Wir waren gern zusammen. Wir Bergleute waren besondere Menschen, deshalb hielten wir viel zusammen. Damals machten wir noch s. g. Gewerkschaftsreisen oder Exkursionen. Wir Bergleute trafen wir uns mehrmals in ganz Slowenien. Wir aus Gottschee fuhren z. B. nach Trbovlje, Zagorje oder Hrastnik, sie kamen zu uns. Wir besuchten uns gegenseitig, lernten uns kennen und hatten eine gute Zeit. Wir waren miteinander befreundet. Ich weiß nicht, ob sich Leute in irgendeiner anderen Branche so nahestanden. Vor allem in Trbovlje hatten wir ziemlich viele Freunde, denn Trbovlje galt damals als eine Art slowenisches Bergbauzentrum.“           </em></p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-768x1024.jpg" alt="Bergbauausweis des Bergmanns Franc Volf aus Gottschee von 1971. Franc Volf, pers&#xF6;nliches Archiv. " class="wp-image-2106" style="width:436px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bergbauausweis des Bergmanns Franc Volf aus Gottschee von 1971. Franc Volf, persönliches Archiv. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zahlreiche amüsante Anekdoten, aber auch schwere Tragödien</strong></h2>

<p>Trotz der harten Arbeitsbedingungen und der körperlich anstrengenden Arbeitszeiten sind viele interessante Anekdoten zwischen den Bergleuten überliefert. Franc Volf erinnert sich besonders gut an die Anekdote, die die älteren Bergleute gern den jüngeren Kollegen anstellten:  </p>

<p><em>„Wenn ein junger Bergmann in die Grube zu arbeiten kam, schickten ihn die älteren Bergleute zu Ventilatoren, die immer liefen, und sagten, dass es da Strom gäbe. Da die Neulinge das nicht wussten, gingen sie dorthin, und als sie ankamen, fielen sie sofort zurück, woher sie kamen, weil es oben keinen Sauerstoff gab. Wir haben auch über den berühmten Perkmandeljc (den kleinen Berbau-Zwerg) gesprochen und den jungen Bergleuten Angst gemacht, dass er auf uns herabschaue. Diese Scherze konnten mal auch grausam sein und einige meiner Kollegen waren ziemlich erschrocken. In den zehn Jahren, die ich im Bergwerk gearbeitet habe, gab es viele solcher und anderer Vorfälle.“    </em></p>

<p>Leider war die Zeit im Gottschee-Bergwerk auch von zwei Tragödien geprägt, an die er sich noch lebhaft erinnert. </p>

<p><em>„Wir hatten zwei tödliche Unfälle, als zwei unsere Bergleute verschüttet wurden. Vinko Kotar und Jože Lipovec verloren bei Arbeitsunfällen ihr Leben. Da ich auch als Grubenretter arbeitete, erlebte ich persönlich beide Tragödien. Die beiden Kollegen blieben ca. 14 bis 20 Tage im Stollen vom Wasser überflutet, weil wir nicht früher zu ihnen vordringen konnten. Sie wurden dort eingeschlossen, wo es jetzt den Bergwerk-See gibt. Damals befanden sich dort noch zwei andere Seen und es bestand die große Gefahr, dass Seeschlamm, also ein Gemisch aus Wasser, Schlamm und Lehm, eindringt. Wir mussten aus einer völlig anderen Seite zu ihnen gelangen. Wir Bergleute grüßten uns mit „viel Glück“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir wussten nie, was uns im Bergwerk erwartete. Wir standen immer mit einem Bein im Jenseits“.        </em></p>

<h2 class="wp-block-heading">Bergmann aus Gottschee: Nur <strong>eine Handvoll</strong> Überlebender</h2>

<p>Einmal im Jahr treffen sich Bergleute aus Gottschee an ihrem Tag, dem Tag der Bergleute. Der Tag der Bergleute, am 3. Juli, wird jedes Jahr im <a href="https://www.pmk-kocevje.si">Museum Pokrajinski muzej Kočevje</a> begangen, wo eine Veranstaltung organisiert wird, um die Erinnerungen der Bergleute wachzurufen.   Abgesehen von diesem organisierten Treffen ehemaliger Bergwerkskameraden sehen sich die wenigen noch lebenden Bergleute laut Franc Volf aufgrund ihres Alters und ihrer Krankheit jedoch nur noch selten. </p>

<p><em>„Leider gibt es nur noch sehr sehr wenige von uns. Noch lebende Bergleute aus Gottschee, mit denen ich arbeitete, kann ich an den Fingern einer Hand abzählen. Und selbst diejenigen, die noch bei uns sind, sind in die Jahre gekommen und sind bei der schlechten Gesundheit. Ich selbst war damals einer der jüngsten Bergleute im Bergwerk, aber die meisten Kollegen meiner Generation sind ebenfalls verstorben. Alle Bergleute, die ein weniger gesundes Leben führten, die rauchten, Alkohol tranken usw., sind längst verstorben. Was mich zum Glück am Leben erhalten hat, ist neben der gesunden Lebensweise auch, dass ich als Jäger und Pilzsammler viel im Wald unterwegs bin.“</em></p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-1024x768.jpg" alt="Das Treffen der ehemaligen Bergleute aus Gottschee am Tag der Bergleute 2018 in Pokrajinski muzej Ko&#x10D;evje. Foto: Milan Glavonji&#x10D;, pers&#xF6;nliches Archiv." class="wp-image-2109" style="width:600px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Treffen der ehemaligen Bergleute aus Gottschee am Tag der Bergleute 2018 in Pokrajinski muzej Kočevje. Foto: Milan Glavonjič, persönliches Archiv. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size">Quelle: Interview mit dem pensionierten Bergmann Franc Volf aus Kočevje, geführt am 14. 11. 2023.  </p>

<p>Lesen Sie im vorigen Beitrag: <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/studentisches-projekt-die-neugestaltung-der-ethnologischen-sammlung-der-gottscheer-in-obcice/">Studentisches Projekt: Die Neugestaltung der ethnologischen Sammlung der Gottscheer in Občice.</a></p>
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		<title>130 Jahre der Bahn nach Gottschee (Kočevska)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Moric]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2023 15:35:44 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Eröffnung der Gottschee-Bahn »»Hei, wie es gestern in Dolenjsko (Deutsch: Unterkrain), dort hinunter dem Gottschee-Land geknallt hat! Und es war richtig so. Denn so einen volkswirtschaftlichen Feiertag wie es gestern gegeben hat, wird die dortige jetzige sowie zukünftige Generation nicht so bald feiern, als die Eisenbahn feierlich eröffnet wurde /&#8230;/ Es war ein fröhhliger Tag für das ganze Land Krain, jedoch besonders fröhlich für diejenigen Orte, die das stündliche Dampfross bringt — das hat der Gott gegeben und das slowenische Glück! — eine bessere Zukunft, die es in einem Jahr um diese Zeit auch einem anderen, noch weiteren Gebiet unserer Heimat bringen wird.« « So pathetisch hat am 28. September 1893 im Artikel mit dem Titel »Eröffnung der Dolenjska Eisenbahn« über die feierliche Eröffnung der Bahnstrecke Ljubljana–Kočevje die Zeitung Slovenski narod berichtet. Im September 2023 werden 130 Jahre seit der Errichtung der Bahnstrecke vergehen. Ingenieur Carl Ritter von Ghega, der u. A. die Planung der Südbahn aus Wien durch Ljubljana nach Triest geleitet hat (deren Bau hat im Jahre 1839 begonnen) und der in Slowenien vielleicht mehr wegen dem Bau der während des zweiten Weltkrieges zertrümmerten Talbrücke in Borovnica bekannt ist, hat einige Jahrzehnte davor geschrieben: »Mit der Eisenbahn verschwinden [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Eröffnung der Gottschee-Bahn</h2>

<p>»<em>»Hei, wie es gestern in Dolenjsko (Deutsch: Unterkrain), dort hinunter dem Gottschee-Land geknallt hat! Und es war richtig so. Denn so einen volkswirtschaftlichen Feiertag wie es gestern gegeben hat, wird die dortige jetzige sowie zukünftige Generation nicht so bald feiern, als die Eisenbahn feierlich eröffnet wurde /&#8230;/ Es war ein fröhhliger Tag für das ganze Land Krain, jedoch besonders fröhlich für diejenigen Orte, die das stündliche Dampfross bringt — das hat der Gott gegeben und das slowenische Glück! — eine bessere Zukunft, die es in einem Jahr um diese Zeit auch einem anderen, noch weiteren Gebiet unserer Heimat bringen wird.«   </em>« </p>

<p>So pathetisch hat am 28. September 1893 im Artikel mit dem Titel <em>»Eröffnung der Dolenjska Eisenbahn«</em> über die feierliche Eröffnung der Bahnstrecke Ljubljana–Kočevje die Zeitung <em><a href="http://www.dlib.si/stream/URN:NBN:SI:DOC-F6XO2AUX/d5ffe745-15ea-48d6-94e5-92b1749bd216/PDF">Slovenski narod</a></em> berichtet. </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Kocevska-zeleznica-1893-Slovenski-narod-1024x760.jpg" alt="Ko&#x10D;evska-Eisenbahn. Zeitung Slovenski narod, Bericht &#xFC;ber die Er&#xF6;ffnung der Ko&#x10D;evska-Eisenbahn, 28. September 1893  " class="wp-image-1928" width="731" height="542" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Kocevska-zeleznica-1893-Slovenski-narod-1024x760.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Kocevska-zeleznica-1893-Slovenski-narod-300x223.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Kocevska-zeleznica-1893-Slovenski-narod-768x570.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Kocevska-zeleznica-1893-Slovenski-narod-1536x1141.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Kocevska-zeleznica-1893-Slovenski-narod-750x557.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Kocevska-zeleznica-1893-Slovenski-narod.jpg 1810w" sizes="auto, (max-width: 731px) 100vw, 731px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bericht der Slovenski narod über die Eröffnung der Kočevska-Eisenbahn, 28. September 1893 ist <a href="http://www.dlib.si/stream/URN:NBN:SI:DOC-F6XO2AUX/d5ffe745-15ea-48d6-94e5-92b1749bd216/PDF">hier</a> verfügbar.   </figcaption></figure>
</div>
<p>Im September 2023 werden 130 Jahre seit der Errichtung der Bahnstrecke vergehen. Ingenieur Carl Ritter von Ghega, der u. A. die Planung der Südbahn aus Wien durch Ljubljana nach Triest geleitet hat (deren Bau hat im Jahre 1839 begonnen) und der in Slowenien vielleicht mehr wegen dem Bau der während des zweiten Weltkrieges zertrümmerten Talbrücke in Borovnica bekannt ist, hat einige Jahrzehnte davor geschrieben: »Mit der Eisenbahn verschwinden die Entfernungen, die Eisenbahn fördert materielle Interessen, sie stärkt und verbreitet die Kultur.« </p>

<h2 class="wp-block-heading">»Das stündliche Dampfross« ist angekommen und abgefahren &#8230;</h2>

<p>Die Eisenbahn hat in Kočevska sicher Änderungen gebracht. Einerseits hat sie die Wirtschaftsentwicklung in Branchen wie Kohlenbergbau, Holzindustrie, ebenso die Handelstätigkeit gefördert und andererseits nach Kočevska verschiedene Intellektuelle, neue Kenntnisse und Ideen gebracht. Sie hat Leuten das Fenster zur Welt geöffnet, Informationstransfer gefördert und Entfernungen zwischen einzelnen Orten vermindert. Nur wurde die Eisenschlange nicht von allen mit Freude empfangen. Vor allem die an den Straßen gelegenen Fuhrmannsgasthäuser und Fuhrmänner (Transportführer mit Fuhrwerken) haben einen Gewinnrückgang erlebt.     </p>

<p>In der Zeit der Wirtschaftskrisen haben die Züge ihre Passagiere auch in europäische Hafenstädte gebracht, von wo aus sie insbesondere nach Amerika ausgewandert sind, um deren Broterwerb in der Fremde zu suchen. Das Umbruchsjahr der gottscheerischen Geschichte 1941 war ebenso mit dem Zug verbunden. Die Gottscheer Deutschen, die für die Umsiedlung optiert haben, haben vorläufig eine Rassenuntersuchung genau im Zug am Bahnhof in Kočevje gemacht. Sogar 135 Zugkompositionen haben sie im Winter 1941/42 in das deutsche Reich bzw. in das Umzugsgebiet in Posavje und Obsotelje gebracht.     </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Trapp-1936-zelezniska-postaja-Kocevje-1024x773.png" alt="Bahnhof Ko&#x10D;evje. Aufgenommen von Josef Trapp, 1936, im Film Eine Reise durch Gottschee.  " class="wp-image-1952" width="700" height="528" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Trapp-1936-zelezniska-postaja-Kocevje-1024x773.png 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Trapp-1936-zelezniska-postaja-Kocevje-300x226.png 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Trapp-1936-zelezniska-postaja-Kocevje-768x580.png 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Trapp-1936-zelezniska-postaja-Kocevje-1536x1160.png 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Trapp-1936-zelezniska-postaja-Kocevje-750x566.png 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/Trapp-1936-zelezniska-postaja-Kocevje.png 2012w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bahnhof Kočevje. Aufgenommen von Josef Trapp, 1936, im Film Eine Reise durch Gottschee.  </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading">Von der Idee bis zum Bau der Kočevska-Bahn </h2>

<p>Nach der Vollendung der Südbahn im Jahre 1857 sind Ideen zu Bahnverbindungen nach Dolenjska aufgetaucht. Im Jahre 1869 waren die ersten Baupläne der neuen Strecke Ljubljana–Novo mesto vorbereitet, die auch eine Verbindung mit Kočevje vorgesehen hatten. Der Weg bis zur Realisierung hat jedoch fast 30 Jahre gedauert. Die Kohlenbaugesellschaft aus Trbovlje hat im Jahre 1886 das Bergwerk der Braunkohle in Kočevje gekauft und sie ist die Hauptinitiatorin des Streckenbaus zwischen Ljubljana und Kočevje geworden. Dazu wurden auch der Abgeordnete des Nationalrates Fran Šuklje und Baron Josef Schwegel herangezogen, was die Angelegenheit in Bewegung gebracht hat und somit am 1. Juni 1892 die ersten Bauarbeiten begonnen haben.     </p>

<p>Der erste Zug ist über die 76,1 km lange Strecke am 27. Juli 1893 in Kočevje angekommen, worauf Komissionskontrollen der Strecke und nach zwei Monaten auch die offizielle Eröffnung folgten. </p>

<h2 class="wp-block-heading">Abschaffung und Erneuerung der Kočevsko-Bahn</h2>

<p>Nach 1971 wurden die Personenzüge auf der Strecke Ljubljana–Kočevje wegen dem Rückgang von Passagieren abgeschafft, dies ging vor allem auf das Konto des (damals) zeitlich sparsameren Straßenverkehrs durch Dolenjska-Straße Ljubljana–Kočevje. Die Erneuerung der Strecke hat im Jahr 2008 begonnen und fand ihren Abschluss im Jahre 2020. Unter der Woche fahren aus Ljubljana nach Kočevje 11 Züge und am Wochenende 3 (Sonntags) bzw. 4 (Samstags) Züge. In die Gegenrichtung fahren unter der Woche 13 und am Wochenende 4 Züge.   </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/IMG_3921-1024x768.jpeg" alt="Renovierte Bahngleise bei Stara Cerkev (Mitterdorf), 2019. " class="wp-image-1945" width="701" height="526"/><figcaption class="wp-element-caption">Renovierte Bahngleise bei Stara Cerkev (Mitterdorf), 2019. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading">Unterführung nach Trata bzw. »kleiner Tunnel« </h2>

<p>Zur Eisenbahnarchitektur gehören auch Über- sowie Unterführungen. BewohnerInnen von Kočevje ist die gewölbte Bahnunterführung nach Trata bekannt, die sie Tunnel nennen. Der Steinschönling noch aus der Zeit des Streckenbaus hat der dortigen Bevölkerung eine sichere Überquerung der Strecke sowie einen Zugang zu Wiesen und Äckern auf der anderen Streckenseite ermöglicht. Bei der Erneuerung der Bahnstrecke im Jahr 2016 haben Fachleute sowie die interessierte Öffentlichkeit nach einer längeren Diskussion doch die Erhaltung des »kleinen Tunnels« erreicht.   </p>

<h2 class="wp-block-heading">Dem Niedergang überlassen: originelle Eisenbahn-Feuerungsanlage und Drehscheibe</h2>

<p>Zur Zeit steht es aber auch schlecht um nicht weniger wichtige übriggebliebene Eisenbahnobjekte in Kočevje. Im Rahmen des Bahnhofs Kočevje sind die ursprüngliche Eisenbahn-Feueranlage und die Drehscheibe erhalten geblieben, die im Jahr 1893 gebaut wurden. Die Feueranlage, in der es Platz für zwei Lokomotiven gibt, ist ein Kassettenbau, deren Fassade mit Holzbrettern verkleidet ist. Vor der Feueranlage gibt es eine Drehscheibe für Lokomotiven mit einem Durchmesser von 14,65 m und einer Tragfähigkeit von 80 Tonnen. Obwohl es im Falle der Eisenbahn-Feueranlage und der Drehscheibe aus Kočevje um das technische Erbe geht, welches in Slowenien heute schwer zu finden ist und seine Erhaltung von großer Bedeutung wäre, hat das Institut für Kulturerbschutz der Republik Slowenien im Jahr 2022 die Notwendigkeitsstufe dessen Erhaltung bloß auf »empfohlen« vermindert.     </p>

<p>Beim Erkennungsmangel der Bedeutung solchen Erbes seitens des Besitzers – Slowenischer Eisenbahnen und lokaler Gemeinschaft in Kočevje – wird das Objekt, obwohl für seine Grundwartung bloß Basisfinanzmittel nötig wären, früher oder später verfallen sein. Kočevsko und die Republik Slowenien werden dadurch noch ein Denkmal des technischen und Eisenbahnerbes verlieren und die Gemeinde Kočevje ebenso eine Gelegenheit für ein interessantes touristisches Produkt. Es könnte nämlich in Kočevsko »auf alte Weise« noch der Museumzug umdrehen, einer derjenigen, den im Jahr 1893 BewohnerInnen der Ortschaften entlang der Strecke Ljubljana–Kočevje so feierlich empfangen haben.  </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="640" height="360" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/image000000.jpg" alt="Eisenbahnkessel aus dem Jahr 1893 am Bahnhof in Ko&#x10D;evje. 130 Jahre Ko&#x10D;evska-Eisenbahn. " class="wp-image-1931" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/image000000.jpg 640w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/02/image000000-300x169.jpg 300w" sizes="auto, (max-width: 640px) 100vw, 640px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eisenbahnkessel aus dem Jahr 1893 am Bahnhof in Kočevje. Foto: Valentin Slaček. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong><br/>&#8211; Register kulturne dediščine RS: <a href="https://geohub.gov.si/portal/apps/webappviewer/index.html?id=d6641ae60c0c47e9b027319f4f0f73">https://geohub.gov.si/portal/apps/webappviewer/index.html?id=d6641ae60c0c47e9b027319f4f0f73</a><br/>&#8211; Brate, Tadej in Ivan Kordiš. 1993. 100 let kočevske železnice: 1893–1993.  Kočevje: Muzej.<br/>&#8211; Fajfar, Simona. 2016. Kamnita dragotina je v nemilosti pri kočevski občini. Delo: <a href="https://old.delo.si/kultura/razno/kamnita-dragotina-je-v-nemilosti-pri-kocevski-obcini.html">https://old.delo.si/kultura/razno/kamnita-dragotina-je-v-nemilosti-pri-kocevski-obcini.html</a><br/>&#8211; Kočevska proga. 2020. Ljubljana: Direkcija RS za infrastrukturo.<br/>&#8211; Rustja, Karel. 2015. 120 let kočevske železnice. Kočevje: Pokrajinski muzej.</p>

<p>Wo leben Gottscheergemeinschaften heute? Den Artikel über Gottscheers in Cleveland finden Sie <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/wo-leben-die-gottscheerinnen-1-teil-gottscheerinnen-in-cleveland/">hier</a> und über Gottscheers in New York <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/?p=1976">hier.</a> </p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/130-jahre-der-bahn-nach-gottschee-kocevska/">130 Jahre der Bahn nach Gottschee (Kočevska)</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
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		<title>Wo leben die GottscheerInnen? – 1. Teil: GottscheerInnen in Cleveland</title>
		<link>https://www.kocevskibrlog.com/de/wo-leben-die-gottscheerinnen-1-teil-gottscheerinnen-in-cleveland/</link>
					<comments>https://www.kocevskibrlog.com/de/wo-leben-die-gottscheerinnen-1-teil-gottscheerinnen-in-cleveland/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Anja Moric]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 05 Jan 2023 16:21:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gottscheergemeinschaften]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Insbesondere in den Sommermonaten kann man auf den Straßen in Kočevska (Gottschee) immer mehr Autos, manchmal sogar einen Bus, mit ausländischen Kennzeichen bemerken. Außer BesucherInnen, die nach Kočevska von der unversehrten Natur angelockt werden, gibt es auch jene, die dort nach ihren Wurzeln suchen. GottscheerInnen und deren Nachkommen besuchen die Dörfer, wo ihre Eltern oder Großeltern gelebt haben. Sie besuchen auch Archive, um Daten über ihre Vorfahren zu finden. Auswanderung aus Kočevska Obwohl die Geschichte von Kočevska vor allem durch die Auswanderung von GottscheerInnen wärend des zweiten Weltkrieges in den Jahren 1941/42 tragisch geprägt wird, war die Auswanderung, so wie anderswo in Krain, insbesondere in der Zeit der Weltwirtschaftskrisen sehr stark. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts sind GottscheerInnen ausgewandert, um deren Broterwerb in der Fremde zu suchen. Bescheidene Naturgegebenheiten (Karstgebiet, Mangel an Wasser und urbaren Flächen usw.) sowie ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse in Kočevska haben vor allem eine massenhafte Auswanderung in USA verursacht, wo vor dem zweiten Weltkrieg schon mehr GottscheerInnen als in Kočevska gelebt haben sollen. Bis zum zweiten Weltkrieg sind GottscheerInnen in europäische Länder bis nach Tschechien, insbesondere als Hausierer, gegangen. In größeren Städten der Österreich-Ungarischen Monarchie haben einige sogar eigene [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Insbesondere in den Sommermonaten kann man auf den Straßen in Kočevska (Gottschee) immer mehr Autos, manchmal sogar einen Bus, mit ausländischen Kennzeichen bemerken. Außer BesucherInnen, die nach Kočevska von der unversehrten Natur angelockt werden, gibt es auch jene, die dort nach ihren Wurzeln suchen. GottscheerInnen und deren Nachkommen besuchen die Dörfer, wo ihre Eltern oder Großeltern gelebt haben. Sie besuchen auch Archive, um Daten über ihre Vorfahren zu finden.   </p>

<h2 class="wp-block-heading">Auswanderung aus Kočevska</h2>

<p>Obwohl die Geschichte von Kočevska vor allem durch die Auswanderung von GottscheerInnen wärend des zweiten Weltkrieges in den Jahren 1941/42 tragisch geprägt wird, war die Auswanderung, so wie anderswo in Krain, insbesondere in der Zeit der Weltwirtschaftskrisen sehr stark. Seit Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die 30er Jahre des 20. Jahrhunderts sind GottscheerInnen ausgewandert, um deren Broterwerb in der Fremde zu suchen. Bescheidene Naturgegebenheiten (Karstgebiet, Mangel an Wasser und urbaren Flächen usw.) sowie ungünstige wirtschaftliche Verhältnisse in Kočevska haben vor allem eine massenhafte Auswanderung in USA verursacht, wo vor dem zweiten Weltkrieg schon mehr GottscheerInnen als in Kočevska gelebt haben sollen. Bis zum zweiten Weltkrieg sind GottscheerInnen in europäische Länder bis nach Tschechien, insbesondere als Hausierer, gegangen. In größeren Städten der Österreich-Ungarischen Monarchie haben einige sogar eigene Geschäfte eröffnet, während andere folgten, um dort eine Ausbildung machen zu können.     </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2040-1024x768.jpeg" alt="Fahnen- und Bannerumzug, Gottscheer Treffen, Cleveland 2022. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-1806" width="690" height="518" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2040-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2040-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2040-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2040-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2040-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2040-750x563.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 690px) 100vw, 690px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fahnen- und Bannerumzug, Gottscheer Treffen, Cleveland 2022. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading">GottscheerInnen in Cleveland</h2>

<p>Der <em>Gottscheer Kalender</em> aus dem Jahre 1926 berichtet, dass die ersten vier Gottscheer in die USA im Jahre 1853 ausgewandert sind. Um das Jahr 1880, also keine 30 Jahre später, soll es in Cleveland schon eine größere Zahl von GottscheerInnen gegeben haben, die in den dortigen Industrieunternehmen angestellt wurden.  In Cleveland, wo die soziale Unterstützung für ArbeiterInnen seitens des Staates unzureichend geordnet wurde bzw. nicht vorhanden war, haben gottscheerische IndustriearbeiterInnen schon im Jahre 1889 den <em>Ersten österreichischen Unterstützungsverein</em> <em>g</em>egründet. Nach dem zweiten Weltkrieg hat der Verein im März 1946 zusammen mit dem zweiten gottscheerischen Verein <em>Deutscher österreichischer Unterstützungs Verein</em>, der ebenso in Cleveland tätig war, <em>Gottscheer Relief Committee</em> gegründet. Der Zweck dieser neuen Organisation war die Unterstützung für GottscheerInnen in Europa, die nach dem Krieg ohne ihre Heimat geblieben sind. Im Jahre 1955 wurden die Vereine in den <em>Ersten österreichischen Unterstützungs Verein</em> mit der Abkürzung <a href="https://www.eouv.com">EOUV</a> zusammengelegt, der noch heute tätig ist.     </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2260-1024x768.jpeg" alt="Verein E.O.U.V. hat ein kleines Museum auf dem Vereinsgel&#xE4;nde eingerichtet. Im Bild: Joe Valen&#x10D;i&#x10D;, Anja Moric und Sonia Juran Kuleszca. Foto: Kelly Kinkopf, 2022.  " class="wp-image-1798" width="700" height="525" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2260-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2260-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2260-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2260-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2260-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2260-750x563.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 700px) 100vw, 700px" /><figcaption class="wp-element-caption">Verein E.O.U.V. hat ein kleines Museum auf dem Vereinsgelände eingerichtet. Im Bild: Joe Valenčič, Anja Moric und Sonia Juran Kuleszca. Foto: Kelly Kinkopf, 2022.  </figcaption></figure>
</div>
<p>Der Verein hat im Jahre 1983 mit der freiwilligen Arbeit dessen Mitglieder und Spenden ein neues Kulturheim bzw. Klub mit einem Fußballspielplatz, Pavillon und dem Wirtschafterhaus gebaut. Auf dem Besitztum, das Gottscheer Park genannt wird, können die BesucherInnen in einem kleinen Wald spazieren, wodurch der Gottscheer Weg führt. Im Rahmen des Klubs gibt es die Blaskapelle, eine Tanzgruppe und einen Gesangschor.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2168-1024x768.jpeg" alt="Auftritt der Gottscheer Blaskapelle in Cleveland, 2022. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-1792" width="702" height="527" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2168-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2168-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2168-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2168-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2168-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2168-750x563.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 702px) 100vw, 702px" /><figcaption class="wp-element-caption">Auftritt der Gottscheer Blaskapelle in Cleveland, 2022. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<p>Die Gottscheerinnen sind besonders stolz auf die Frauengruppe des Vereins Ladies Auxiliary, die sich heutzutage um die Küche und kulinarische Spezialitäten bei verschiedenen Anlässen kümmert. Am Anfang des 20. Jahrhunderts waren Frauen auch politisch aktiv, weil Gottscheerinnen in Cleveland genauso wie Männer organisiert nach mehr Arbeitsrechten gestrebt haben.   </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2172-1024x768.jpeg" alt="Catering im Rahmen des Gottscheer Treffens, Cleveland, 2022. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-1795" width="665" height="499" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2172-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2172-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2172-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2172-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2172-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/IMG_2172-750x563.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 665px) 100vw, 665px" /><figcaption class="wp-element-caption">Catering im Rahmen des Gottscheer Treffens, Cleveland, 2022. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure>
</div>
<p>Aktivitäten des Klubs haben einst noch andere Tätigkeiten wie eine Theatergruppe und eine Gruppe für Wintersport umfasst. Der im Jahre 1953 gegründete Fußballklub war noch in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts tätig, und zwar unter dem Namen Blau-Weiss Kickers bzw. unter der weiß-blauen gottscheerischen Farbe.     </p>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong><br/>&#8211; Sieder, Joseph at al. 1989. 1889-1989 E.O.U.V. <br/>&#8211; Ferenc, Mitja. 2005. Kočevska &#8211; pusta in prazna. Ljubljana: Modrijan.   </p>

<p>Wo Gottscheer-Gemeinschaften noch zu finden sind, lesen Sie im nächsten Beitrag. Über die Beschäftigung von Gottscheer-Fußballspielern <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/?p=1775">hier</a>. </p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/wo-leben-die-gottscheerinnen-1-teil-gottscheerinnen-in-cleveland/">Wo leben die GottscheerInnen? – 1. Teil: GottscheerInnen in Cleveland</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
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		<title>Fußball in Kočevska (Gottschee) von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Izidor Volf]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 02 Dec 2022 21:22:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Sport]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Im globalen Sinne ist Fußball der beliebteste und weitverbreitetste Sport der Welt. Man könnte sogar sagen, dass es der einzige Sport ist, der beruflich oder als Hobby gerade auf allen Kontinenten unseres Planeten massenhaft gespielt wird. Praktisch gibt es keine Stadt, die nicht mindestens einen Fußballklub hat, und auch Kočevje ist dabei natürlich keine Ausnahme. Die Fußballgeschichte und Tradition sind in Kočevska außerordentlich reich, da die Anfänge dieser hiesig organisierten Betätigung in der erwähnten Sportart in die Zeit nach dem Ende des ersten Weltkrieges reichen. Obwohl der gottscheerische Seniorenfußball am staatlichen oder sogar internationalen Niveau nie einen größeren Erfolg erreicht hat, mit Ausnahme einiger kurzer Zeitabschnitte von Ergebnisüberschüssen, standen auf diesem Gebiet Liebe und Leidenschaft dieser Sportart gegenüber nie in Frage. Nun hat Fußball in Kočevska eine große historische Bedeutung, weil er in der Vorkriegszeit eine feste Bindung zwischen der hiesigen slowenischen und deutschen Bevölkerung erzeugt hat. Fußball wurde in Kočevska schon im Ende des 19. Jahrhunderts aktiv gespielt. Die Anfänger auf diesem Gebiet waren deutsche Turner, denen gottscheerische Gymnasiasten gefolgt sind. Trotzdem gilt als Anfang des organisierten Fußballs in Kočevsko die Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Im Jahre 1920 hat nämlich der Kultur- und Bildungsverein Svoboda Kočevje mit seiner [&#8230;]</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Im globalen Sinne ist Fußball der beliebteste und weitverbreitetste Sport der Welt. Man könnte sogar sagen, dass es der einzige Sport ist, der beruflich oder als Hobby gerade auf allen Kontinenten unseres Planeten massenhaft gespielt wird. Praktisch gibt es keine Stadt, die nicht mindestens einen Fußballklub hat, und auch Kočevje ist dabei natürlich keine Ausnahme. Die Fußballgeschichte und Tradition sind in Kočevska außerordentlich reich, da die Anfänge dieser hiesig organisierten Betätigung in der erwähnten Sportart in die Zeit nach dem Ende des ersten Weltkrieges reichen. Obwohl der gottscheerische Seniorenfußball am staatlichen oder sogar internationalen Niveau nie einen größeren Erfolg erreicht hat, mit Ausnahme einiger kurzer Zeitabschnitte von Ergebnisüberschüssen, standen auf diesem Gebiet Liebe und Leidenschaft dieser Sportart gegenüber nie in Frage. Nun hat Fußball in Kočevska eine große historische Bedeutung, weil er in der Vorkriegszeit eine feste Bindung zwischen der hiesigen slowenischen und deutschen Bevölkerung erzeugt hat.     </p>

<p>Fußball wurde in Kočevska schon im Ende des 19. Jahrhunderts aktiv gespielt. Die Anfänger auf diesem Gebiet waren deutsche Turner, denen gottscheerische Gymnasiasten gefolgt sind. Trotzdem gilt als Anfang des organisierten Fußballs in Kočevsko die Zeit nach dem ersten Weltkrieg. Im Jahre 1920 hat nämlich der Kultur- und Bildungsverein Svoboda Kočevje mit seiner Tätigkeit angefangen, dem vor allem Bergwerk- und andere Arbeiter angehört haben. Im Rahmen dieses Vereins haben sich SportlerInnen in drei Sportarten betätigt – Athletik, Leichtathletik und Fußball. Trotz zahlreicher Änderungen des Namens sieht der heutige Fußballklub Kočevje als Jahr seiner Gründung genau das erwähnte Jahr an.      </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-1024x683.jpg" alt="Skizze des urspr&#xFC;nglichen Wappens des Fu&#xDF;ballklub Svoboda Ko&#x10D;evje aus dem Jahr 1920. (Quelle: Privatarchiv von Jo&#x17E;e Gor&#x161;e). Ko&#x10D;evski b(r)log/Gottscheer blog.  " class="wp-image-1741" width="737" height="491" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-300x200.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-768x512.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-2048x1365.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-750x500.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/2-DSC07704-1-1080x720.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 737px) 100vw, 737px" /><figcaption class="wp-element-caption">Skizze des ursprünglichen Wappens des Fußballklub Svoboda Kočevje aus dem Jahr 1920. (Quelle: Privatarchiv von Jože Gorše). </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="has-medium-font-size wp-block-heading"><strong>Starker deutscher Einfluß</strong></h2>

<p>Dass der erste Fußballklub in Kočevje einen starken deutschen Hauch hatte, bezeugt die Form des damaligen Wappens von Svoboda. Es handelte sich um einen Kreis, der mit vier spiegelnden Buchstaben F in Vierteln aufgeteilt wurde. Diese Buchstaben haben die deutschen Adjektive <em>frisch, fromm, fröhlich</em> und <em>frei</em> symbolisiert. Das erste »richtige« organisierte Fußballspiel hat Kočevje am 6. August 1922 erlebt, als die einheimische Svoboda die gleichnamige Mannschaft Svoboda aus Moste pri Ljubljani zu Gast hatte.   </p>

<p>In dieser Zeit wurde Fußball in Kočevska auch in umliegenden Ortschaften von Kočevje aktiv gespielt. Der damals bekannteste und erfolgreichste Klub war der deutsche Sportklub Rapid Mitterdorf aus Stara Cerkev (Mitterdorf). Das erwähnte Dorf hatte eine ganze Fußballmannschaft und sie besiegten beim ersten Fußballspiel Svoboda aus Kočevje sogar mit 8 zu 1. Die Fußballkenntnisse hat Gesundheitsarbeiter Alfred Erker, der in Graz studiert hat, nach Stara Cerkev gebracht und der einheimische Händler Greisch kaufte der Mannschaft schwarz-weiße Trikots mit Streifen, nach dem Vorbild des österreichischen Fußballriesen Rapid aus Wien.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-1024x683.jpg" alt="Fu&#xDF;ballspieler des slowenischen Klubs SK Ko&#x10D;evje kommen auf den Fu&#xDF;ballplatz vor dem Spiel in Gaj, am 6. September 1936. (Quelle: Privatarchiv von Jo&#x17E;e Gor&#x161;e.)  " class="wp-image-1744" width="754" height="503" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-1024x683.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-300x200.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-768x512.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-1536x1024.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-2048x1365.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-750x500.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/5-007-1-1080x720.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 754px) 100vw, 754px" /><figcaption class="wp-element-caption">Fußballspieler des slowenischen Klubs SK Kočevje kommen auf den Fußballplatz vor dem Spiel in Gaj, am 6. September 1936. (Quelle: Privatarchiv von Jože Gorše.)  </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Slowenisch-deutsche Derbys in Kočevje</strong></h2>

<p>Im Jahre 1926 hat sich der Fußballklub aus Kočevje von Svoboda in Sportski klub Jadran umgenannt. Seine Spiele haben auf dem Fußballplatz stattgefunden, an dem auch das heutige Stadion in Gaj steht. Für den Klub haben vorwiegend Gymnasiasten aus Kočevje gespielt, dem haben sich aber auch Fußballer aus Stara Cerkev angeschlossen, die ihm ihre schon erwähnten schwarz-weißen Trikots zum Gebrauch gestellt haben. Praktisch gleichzeitig ist auch der zweite Klub jener Zeit in Kočevje entstanden, Sportklub Herold, wofür insbesondere deutsche Handwerkshelfer eingetreten sind. Sein Vorsitzender war Glaser Walter Engele und dieser Klub hat die einheimischen Spiele auf derselben Wiese wie Jadran gespielt. Der dritte Fußballklub in Kočevje aus der Nachkriegszeit war Sportski klub Dijaški dom, den Gymnasiasten aus dem dortigen Schülerheim gegründet haben, wie schon sein Name verrät.      </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-1024x683.jpg" alt="Der Moment vor Beginn des Derbys in Ko&#x10D;evje zwischen dem slowenischen SK Ko&#x10D;evje und dem deutschen SK Rapid Gottschee auf dem Fu&#xDF;ballplatz in Gaj im Jahre 1936. (Quelle: Privatarchiv von Jo&#x17E;e Gor&#x161;e.) " class="wp-image-1747" width="771" height="514" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-1024x683.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-300x200.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-768x512.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-1536x1024.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-2048x1365.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-750x500.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/6-SK-Kocervje-SK-Rapid-Kocevje-Gotsche9-2-1080x720.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 771px) 100vw, 771px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der Moment vor Beginn des Derbys in Kočevje zwischen dem slowenischen SK Kočevje und dem deutschen SK Rapid Gottschee auf dem Fußballplatz in Gaj im Jahre 1936. (Quelle: Privatarchiv von Jože Gorše.) </figcaption></figure>
</div>
<p>Im Jahre 1935 wurde in Kočevje ein neuer Fußballklub der Deutschen aus Gottschee gegründet, Sportklub Rapid Gottschee. Er war im Rahmen des sog. <em>Kulturbunds</em> (schwäbisch-deutscher Kulturbund) tätig. Dabei begannen sich nationale Gegensätze sowie Reibereien zwischen SlowenInnen und Deutschen in Kočevsko auch beim Fußball zu zeigen. Im Juni des selben Jahres haben sich slowenische Fußballer aus Kočevje das erste Mal in einen einzigen, einheitlichen Klub vereinigt, der den Namen Sportski klub Kočevje getragen hat.     </p>

<p>Es ging um den ersten selbstständigen Fußballverein in Kočevje, der nicht nur eine Untersektion eines breiteren Sportklubs war. Derzeit waren die interessantesten, spannendsten und meist besuchten genau die Treffen zwischen den beiden Stadtsrivalen, die live auch bis zu 2.000 ZuschauerInnen verfolgt haben. Obwohl die Vorkriegsatmosphäre in Kočevsko sehr angespannt war, ist es laut Aussagen aus jener Zeit bei keinem Fußballspiel zu größeren, weder seitens der Fans noch politischen, Ausschreitungen gekommen.   </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1-732x1024.jpg" alt="Das F&#xE4;hnchen vom Stadtsderby in Ko&#x10D;evje zwischen dem slowenischen SK Ko&#x10D;evje und dem deutschen SK Rapid Gottschee, am 6. September 1936. (Quelle: Privatarcihv von Jo&#x17E;e Gor&#x161;e.) Ko&#x10D;evski b(r)log/Gottscheer blog.   " class="wp-image-1750" width="500" height="699" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1-732x1024.jpg 732w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1-214x300.jpg 214w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1-768x1075.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1-1097x1536.jpg 1097w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1-1463x2048.jpg 1463w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1-750x1050.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/01/10-IMG_2290-1.jpg 1744w" sizes="auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Fähnchen vom Stadtsderby in Kočevje zwischen dem slowenischen SK Kočevje und dem deutschen SK Rapid Gottschee, am 6. September 1936. (Quelle: Privatarcihv von Jože Gorše.)  </figcaption></figure>
</div>
<p>Während des zweiten Weltkrieges sind in Kočevska alle sportliche Aktivitäten praktisch zum Erliegen gekommen. Ein Großteil der Fußballspieler von SK Kočevje hat sich den Kämpfern des Nationalfreiheitskampfs angeschlossen und zahlreiche wurden auch in die deutschen Konzentrationslager verschleppt. Nach dem Kriegsende wurde der Großteil der deutschen Bevölkerung aus Kočevsko ausgesiedelt, was das Ende vom deutschen Fußball in Kočevsko bedeutete. Natürlich führte das auch zum Ende des Aufeinandertreffens zwischen den slowenischen und deutschen Mannschaften in Kočevje.   </p>

<p></p>

<p><strong>Quellen:</strong></p>

<ul class="wp-block-list">
<li>Gorše, Jože. 2020. Kočevski nogomet: Že stoletje. Kočevje: Pokrajinski muzej.    </li>



<li>Kordiš, Ivan, Jerbič Perko, Vesna in Pavlin, Tomaž. 2019. Telovadba in šport na Kočevskem. Kočevje: Pokrajinski muzej.   </li>



<li>&#8211; Webseite von NK Kočevje: <a href="http://www.nkkocevje.si/">http://www.nkkocevje.si/</a>.</li>
</ul>

<p>Haben Sie schon vom Pilichmandle gehört &#8211; dem Wächter der Siebenschläfer? Weitere Informationen zu diesem typischen Helden der Gottscheer-Wäldern finden Sie <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/pilichmandle-beschuetzer-des-siebenschlaefers/">hier.</a> </p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/fussball-in-kocevska-gottschee-von-den-anfaengen-bis-zum-zweiten-weltkrieg/">Fußball in Kočevska (Gottschee) von den Anfängen bis zum Zweiten Weltkrieg</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
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		<item>
		<title>Die gestohlene Kindheit: Erinnerungen an die (nach)kriegszeit im Tal Dragarska dolina (Suchenertal) sowie der umliegenden Ortschaften</title>
		<link>https://www.kocevskibrlog.com/de/die-gestohlene-kindheit-erinnerungen-an-die-nachkriegszeit-im-tal-dragarska-dolina-suchenertal-sowie-der-umliegenden-ortschaften/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Lina Troha]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Dec 2021 23:54:19 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.kocevskibrlog.com/die-gestohlene-kindheit-erinnerungen-an-die-nachkriegszeit-im-tal-dragarska-dolina-suchenertal-sowie-der-umliegenden-ortschaften/</guid>

					<description><![CDATA[<p>Auf dem Weg nach Dragarska dolina Wenn ich der Straße südlich der Siedlung Hrib &#8211; Loški Potok folge, begleitet mich eine ruhige, grüne Umgebung, die in dieser Herbstzeit von roten, warm braunen und orangen Nuancen belebt wird. Den Stadtrummel habe ich weit hinter mir gelassen, jetzt fahre ich durch Ortschaften, die sich mit einer hochen Einwohnerzahl leider nicht rühmen können. Der Weg führt mich durch die Wälder und wenn ich zwei bekannte Wegweiser erblicke, die auf die Straße zeigen, die sich über mit Wald bewachsenen Plateaus bis Stari und Novi Kot schlingt, wobei der erste Geburtsort meines lieben verstorbenen Großvaters ist, lächle ich. Ich bin nah. Nach der Siedlung Lazec lasse ich mich bis Podpreska hinunter, wo sich vor mir die Aussicht über das Tal Dragarska dolina unter den dinarischen Plateaus von Travljanska gora öffnet, wo die Siedlungen Podpreska, Draga, Srednja vas bei Draga (Suchen) und Trava (Obergrass) liegen, etwas weiter in Richtung der kroatischen Grenze und schon etwas mehr in einer Umarmung vom umliegenden Bergland befinden sich aber noch Podplanina, Pungert und Črni Potok pri Dragi. Dieser Raum ist sehr eng mit der Geschichte meiner Familie verflochten und er ist mir vor allem aus interessanten Erzählungen meiner Großeltern bekannt. [&#8230;]</p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/die-gestohlene-kindheit-erinnerungen-an-die-nachkriegszeit-im-tal-dragarska-dolina-suchenertal-sowie-der-umliegenden-ortschaften/">Die gestohlene Kindheit: Erinnerungen an die (nach)kriegszeit im Tal Dragarska dolina (Suchenertal) sowie der umliegenden Ortschaften</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Auf dem Weg nach Dragarska dolina</h2>

<p>Wenn ich der Straße südlich der Siedlung Hrib &#8211; Loški Potok folge, begleitet mich eine ruhige, grüne Umgebung, die in dieser Herbstzeit von roten, warm braunen und orangen Nuancen belebt wird. Den Stadtrummel habe ich weit hinter mir gelassen, jetzt fahre ich durch Ortschaften, die sich mit einer hochen Einwohnerzahl leider nicht rühmen können. Der Weg führt mich durch die Wälder und wenn ich zwei bekannte Wegweiser erblicke, die auf die Straße zeigen, die sich über mit Wald bewachsenen Plateaus bis Stari und Novi Kot schlingt, wobei der erste Geburtsort meines lieben verstorbenen Großvaters ist, lächle ich. Ich bin nah.     </p>

<p>Nach der Siedlung Lazec lasse ich mich bis Podpreska hinunter, wo sich vor mir die Aussicht über das Tal Dragarska dolina unter den dinarischen Plateaus von Travljanska gora öffnet, wo die Siedlungen Podpreska, Draga, Srednja vas bei Draga (Suchen) und Trava (Obergrass) liegen, etwas weiter in Richtung der kroatischen Grenze und schon etwas mehr in einer Umarmung vom umliegenden Bergland befinden sich aber noch Podplanina, Pungert und Črni Potok pri Dragi. Dieser Raum ist sehr eng mit der Geschichte meiner Familie verflochten und er ist mir vor allem aus interessanten Erzählungen meiner Großeltern bekannt. Obwohl ich in dem Teil Sloweniens nicht viel Zeit verbracht habe, empfinde ich bei jedem Besuch ein ungewöhnliches, etwa nostalgisches Gefühl der Gemütlichkeit, das mich zur Erforschung dieser entlegenen, aber überaus schönen Ortschaften anregt. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_5506-1024x768.jpeg" alt="Dragarska Tal (Suchenertal), Blick von der Vorderseite der Kirche in Draga (Suchen). Foto: Anja Moric, Juli 2020 " class="wp-image-1578" width="652" height="489" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_5506-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_5506-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_5506-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_5506-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_5506-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/IMG_5506-750x563.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 652px) 100vw, 652px" /><figcaption>Dragarska Tal (Suchenertal), Blick von der Vorderseite der Kirche in Draga (Suchen). Foto: Anja Moric, Juli 2020 </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Denkmal in Novi Kot</h2>

<p>Vor kurzem bin ich während meines Besuchs in Novi Kot auf das Denkmal gestoßen, das den während des zweiten Weltkrieges gefallenen BewohnerInnen von Stari und Novi Kot – sowohl den KämpferInnen als auch Internierungsopfern sowie Geiseln – gewidmet ist. Auf dem Denkmal stehen auch die Namen der Mutter meines Großvaters sowie seiner Schwester, von denen ich schon gewusst habe, dass sie in der Internierung gestorben sind.  Ich habe angefangen mir Fragen zu stellen, in was für einer Situation sich die Kinder nach der Rückkehr in ihre Heimatorte wiedergefunden haben, z. B. mein Großvater und seine zwei Brüder, die damals 10 bis 14 Jahre alt waren und deren Vater während des Krieges in Amerika geblieben ist, wonach zahlreiche BewohnerInnen aus diesen Ortschaften ausgezogen sind, um nach einem besseren Leben zu suchen. Bei der Suche der Antwort bin ich auf Merkwürdigkeiten gestoßen, die mir bisher unbekannt waren, aber gleichzeitig hat sich die Möglichkeit geboten, diesem Thema den vorliegenden Artikel zu widmen.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-571x1024.jpg" alt="Das den w&#xE4;hrend dem zweiten Weltkrieg gefallenen BewohnerInnen von Stari und Novi Kot gewidmete Denkmal, das in Novi Kot steht. Foto: Lina Troha, September 2021. " class="wp-image-1575" width="367" height="658" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-571x1024.jpg 571w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-167x300.jpg 167w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-768x1377.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-857x1536.jpg 857w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-1142x2048.jpg 1142w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-750x1345.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-1-2-scaled.jpg 1428w" sizes="auto, (max-width: 367px) 100vw, 367px" /><figcaption>Das den während dem zweiten Weltkrieg gefallenen BewohnerInnen von Stari und Novi Kot gewidmete Denkmal, das in Novi Kot steht. Foto: Lina Troha, September 2021. </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Dragarska dolina und ihre Bewohner</h2>

<p>Das Gebiet vom Tal Dragarska dolina und von in einer Umarmung geräumiger Wälder eingefügten umliegenden Ortschaften, wie z. B. Stari und Novi Kot, wurde durch die Geschichte durch ein schweres Leben und Armut sowie Schmuggel im 17. Jahrhundert und der Aussiedlung von gottscheerischen Deutschen während des zweiten Weltkrieges geprägt. Die letztere hat zwischen den Jahren 1939 und 1945 einige meist blutige Seiten der menschlichen Geschichte geschrieben und danach ist die Bewohnerzahl auch da steil gesunken.   Verlassene Landwirtschaftsflächen, ausradierte Orte, enormer materieller und wirtschaftlicher Schaden, Änderungen politischer Systeme, schartige Beziehungen und vor allem Millionen zu früh ausgelöschter Leben sind einige der dunkelsten Folgen der (Nach)Kriegszeit. </p>

<p>Das Gebiet vom Tal Dragarska dolina war in seiner Vergangenheit mehrsprachig, was bis zu einem Teil die unmittelbare Nähe von Kroatien mit sich bringt. Zugleich wurden mit dem Wunsch nach einer beschleunigten wirtschaftlichen Entwicklung deutschsprachige Bauer, auch sog. Gottscheer dahin gebracht, die im Mittelalter aus Kärnten die adlige Familie Ortenburg angesiedelt hat. Aber Leute sind auch von anderswo zugezogen;    z. B. eine kurze Forschungsarbeit über die Herkunft meines Nachnamens gibt an, dass die Trohas aus Tschechien stammen, woher sich meine VorgängerInnen im 15. Jahrhundert zuerst in Babno Polje angesiedelt haben und Mitte des 19. Jahrhunderts dann Johann bzw. Janez Troha in Stari Kot angeheiratet hat.   </p>

<p>In den Jahren vor dem zweiten Weltkrieg war das Leben auf diesem Gebiet zwar bescheiden, aber ruhig. Marta Steiner hat mir anvertraut, dass am Anfang des 20. Jahrhunderts, nach der Auswanderung zahlreicher Männer nach Amerika, das Gebiet »das große Elend« genannt wurde. Trotzdem haben die zurückbleibenden BewohnerInnen »zusammen gehalten«, Trennungen wie z. B. zwischen Slowenen und Deutschen waren lasch, sogar nicht existent: »Damals waren wir alle das Eine, wir haben zusammen in Eintracht gelebt.« </p>

<p>Das ganze Tal, das heutzutage vom Leben ausgeraubt zu sein scheint, war damals sehr lebhaft. In Trava wurden z. B. jedes Jahr drei Messen abgehalten, sie hatten ein Gasthaus und Handwerker, sodass es, zwar bescheiden, aber nicht schwer zu überleben war. Das Dorf Draga war mit noch zwei Gasthäusern, einem Geschäft und einem Postamt eine Art Gesellschaftszentrum des Tales. Leute haben einander geholfen und sind zusammengekommen.   Die Kinder aus den umliegenden Ortschaften hat die legendäre Lehrerin Nada Vreček unterrichtet, die für ihre eifrige Arbeit bekannt war. Sie hat in der Schule in Trava seit dem Jahr 1929 55 Jahre gearbeitet und drei Generationen unterrichtet.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-1024x683.jpg" alt="Objekte aus der ethnographischen Sammlung Pr 'Mn&#x10D;kenih, die im August 2013 von Mitgliedern der Slowenischen Ethnologischen Gesellschaft herausgegeben wurde, zeugen vom Leben in Trava vor dem Zweiten Weltkrieg. Von rechts nach links: Pavle Adam, Anja Moric, Marta Steiner, Tanja Kova&#x10D;i&#x10D;, Anja Serec Hod&#x17E;ar, Blanka Bartol und Marko Smole.  Foto: im Besitz von Anja Moric." class="wp-image-1582" width="716" height="477" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-1024x683.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-300x200.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-768x512.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-1536x1024.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-2048x1366.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-750x500.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/156-IMG_5210-1080x720.jpg 1080w" sizes="auto, (max-width: 716px) 100vw, 716px" /><figcaption>Objekte aus der ethnographischen Sammlung Pr &#8216;Mnčkenih, die im August 2013 von Mitgliedern der Slowenischen Ethnologischen Gesellschaft herausgegeben wurde, zeugen vom Leben in Trava vor dem Zweiten Weltkrieg. Von rechts nach links: Pavle Adam, Anja Moric, Marta Steiner, Tanja Kovačič, Anja Serec Hodžar, Blanka Bartol und Marko Smole.  Foto: im Besitz von Anja Moric.</figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Zweiter Weltkrieg</h2>

<p>Der Krieg hat im Tal Dragarska dolina sowie in umliegende Ortschaften im Jahr 1941 um sich gegriffen, als nach langen Monaten des angespannten Verfolgens von Nachrichten aus der Richtung von kroatischen Čabar in Novi und Stari Kot die ersten italienischen Stiefel einmaschiert sind. Alojz Miklič hat in seinen Notizen betont, dass »die Römer« ihnen alles Mögliche versprochen haben, vollkommene Freiheit und Gleichstellung, sowie den Gebrauch der eigenen Sprache, doch »sie haben bald angefangen verschiedene Aufschriften in Ämtern und an den Straßen zu italianisieren. Die Volksschule wurde in »Scuola populare« umbenannt und Italienisch ist zu einem Pflichtschulfach geworden. Der Unterricht wurde von einem italienischen Lehrer übernommen und die einheimische Lehrerin Nada Vreček ist für einige Zeit über die Grenze nach Čabar in Kroatien geflüchtet. </p>

<p>Die italienische Besatzung des Gebietes war einer der Gründe für die Auswanderung gottscheerischer Deutschen aus dem Tal Dragarska dolina im Jahr 1942. »Als die Gottscheer ausgewandert waren, war es aber sehr tragisch,« erinnert sich Marta Steiner und sie beschreibt, wie sie schnell eingeladen wurden, ihren Besitz aber, wofür es auf den Lastkraftwagen keinen Platz gab, anstandslos hinuntergeworfen wurde. »All das zusammen wurde so roh gemacht,« fasst sie bitter den plötzlichen Aufbruch zahlreicher Nachbarn zusammen, die danach von deutschen Truppen in damals leeren Häusern in Posavje angesiedelt wurden, dessen BewohnerInnen im Vorhinein in ein Arbeitslager verschleppt wurden. </p>

<p>Aber damit hat es mit dem Gräuel im Tal Dragarska dolina und Umgebung erst angefangen. Im Jahr 1942 haben Partizanen die auf der höheren Ebene liegende Kirche und die Schule in Trava niedergebrannt, um den Italienern den Zugang zur guten Aussicht zu verhindern. Im gleichen Jahr haben Italiener die Dörflein Stari und Novi Kot bis zum Boden niedergebrannt und dortige BewohnerInnen in die Internierung verschleppt – zuerst auf die Insel Rab und später nach Gonars – damit sie nun Partizanen keinen Zufluchtsort und kein Versteck bieten könnten.   Die BewohnerInnen von Trava wurden vorübergehend nach Draga ausgesiedelt und drei Monate später sind sie mit anderen BewohnerInnen des Tales nach Trava zurückgekehrt, die der Besatzer eingezäunt und drinnen italienische Stützpunkt hergestellt hat. Damals war der Großteil der Häuser im Dorf leer. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-2-1024x461.jpg" alt="Reste der verbrannten Kirche in Trava, verlassenes wei&#xDF;es Geb&#xE4;ude im Hintergrund war aber die letzte Schule in Trava, errichtet im Jahr 1964. Foto: Lina Troha, Oktober 2021.  " class="wp-image-1563" width="672" height="302" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-2-1024x461.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-2-300x135.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-2-768x346.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-2-750x338.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-2.jpg 1032w" sizes="auto, (max-width: 672px) 100vw, 672px" /><figcaption>Reste der verbrannten Kirche in Trava, verlassenes weißes Gebäude im Hintergrund war aber die letzte Schule in Trava, errichtet im Jahr 1964. Foto: Lina Troha, Oktober 2021.  </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Erinnerungen an den Krieg im Dragarska Tal (Suchenertal)</h2>

<p>Obwohl seit der italienischen Besatzung schon fast 80 Jahre vergangen sind, haben sich diese Ereignisse bei Marta Steiner und Rudolf Malnar, die damals noch Kinder waren, gut in Gedächtnis eingeprägt. Marta Steiner erinnert sich, dass es im Dorf keine Männer mehr gab: »Falls sich wer, wie soll ich sagen, zu Hause versteckt hat, wurde er schnell gefunden. Sie haben verschiedene Hausdurchsuchungen in der Umgebung gemacht und diejenigen Italiener, die da Schützpunkte hatten, das war grausam.« Im Dorf herrschten Angst und Hunger, hungrige Kinder haben sogar Italiener um die Abendessensreste angebettelt, die in einem der leeren Häusern ihre Küche hatten: »Wir Kinder, die nichts zum Essen hatten, sind mit kleinen Kannen dorthin stehen und warten gegangen, falls ihnen was vom Abendessen übriggeblieben ist, dass sie uns in diese Kannen reingegeben haben«. </p>

<p>Jüngere Kinder, vor allem Jungen, sind trotz der schweren Verhältnisse schelmisch geblieben. Z. B. Rudolf Malnar erzählt, dass er einem Offizier aus seiner hinteren Hosentasche heimlich die Pistole genommen und sie danach –ebenso heimlich – auch zurückgegeben hat. Er erinnert sich auch, wie Jungen Flinten aus Holz zum Spielen gemacht haben, um Partizanen und Italiener spielen zu können, in deren kindlichen Neugier und Unwissenheit haben sie aber sogar mit einer gefährlichen Waffe gespielt, was heutzutage unvorstellbar ist. »Diese italienischen Bomben, wir haben sie Paradeiserinnen genannt, wir haben sie zerlegt, drinnen gab es aber so ein Bleikügelchen, es ist uns darum gegangen,« erinnert er sich und erzählt, wie einem Freund von ihm die Bombe in der Hand explodiert ist.   </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-3-768x1024.jpg" alt="Ein Junge aus Trava mit seiner Holzflinte und Partisanenm&#xFC;tze, welche f&#xFC;r die Kinder die Mutter von Marta Steiner gen&#xE4;ht hat. Autor der Fotographie ist wahrscheinlich Partisanenfotoreporter Edi &#x160;elhaus. Das genaue Datum der Entstehung dieser Fotographie ist unbekannt und sie ist im Feuerwehrheim in Trava in der Erinnerungsecke bewahrt, die der Lehrerin Nada Vre&#x10D;ek gewidmet ist.   " class="wp-image-1566" width="377" height="503" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-3-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-3-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-3-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-3-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-3-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-3-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 377px) 100vw, 377px" /><figcaption>Ein Junge aus Trava mit seiner Holzflinte und Partisanenmütze, welche für die Kinder die Mutter von Marta Steiner genäht hat. Autor der Fotographie ist wahrscheinlich Partisanenfotoreporter Edi Šelhaus. Das genaue Datum der Entstehung dieser Fotographie ist unbekannt und sie ist im Feuerwehrheim in Trava in der Erinnerungsecke bewahrt, die der Lehrerin Nada Vreček gewidmet ist.   </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Hoffnung weckt Lehrerin Nada Vreček</h2>

<p>Obwohl die Einheimischen, die im Tal Dragarska dolina geblieben sind, mitten in ein Kriegsgebiet geraten sind, konnten sie sich nicht einmal vorstellen, was mit ihren Dorfgenossen, Nachbarn oder Angehörigen passiert, die durch die italienische Besatzer in die Internierung verschleppt wurden. Traurige Geschichten der Kinder, die diese Gräuel erlebt haben, sind sogar in zwei Werken gesammelt: Pričevanja rabskih internirancev (1942–1943) (Aussagen Internierter auf der Insel Rab (1942–1943), Anmerkung der Übersetzerin) und Mladi rod Kočevske proti okupatorju (Der junge Stamm von Kočevska/Gottschee-Land gegen den Besatzer, Anmerkung der Übersetzerin). Traurige, verängstigte, ausgehungerte und in mehreren Fällen verwaiste Kinder sind im Jahr 1943 nach der Kapitulation Italiens nach ihre Heimatortschaften zurückgekehrt.   Die Heimkehr war schwer, die Waisen haben ihre überlebenden Verwandten unter ihrem Dach untergebracht, z. B. in zahlreichen Häusern in Trava haben mehrere Familien zusammengelebt, sogar bis zu vier.  </p>

<p>Um eine schönere Zukunft der Kinder – sogar für jene, die aus der Internierung zurückgekehrt sind als auch diejenigen, die den Krieg in ihren Heimatortschaften überlebt haben – hat sich Lehrerin <a href="https://www.obrazislovenskihpokrajin.si/oseba/vrecek-nada/">Nada Vreček</a> gekümmert. Sie hat gleichzeitig etwa achtzig Kinder unterrichtet. »Nach dem Kriegsende sind wir alle ausgewandert, da wir nach dem Kriegsende in die Schulen gegangen sind, Nada hat für uns alle Schulen besorgt,« erzählt Marta Steiner, die zusammen mit meinen Großeltern das Gymnasium in Ribnica besucht hat. Diese heranwachsende Jugend hat in der Nachkriegszeit meist ausgebildete Kräfte hervorgebracht und die Arbeit hat auf sie schon nach dem abgeschlossenen Gymnasium gewartet.  Die Tatsache, dass Nada Vreček für ihre Arbeit mehrere Preise erhalten hat und dass die Generationen, die sie unterrichtet hat, ihr noch heute dankbar sind, spricht für sich selbst. Im Feuerwehrheim in Trava haben ihr die Einheimischen eine Gedächtnisecke gewidmet, die sowohl schöne als auch bittere Erinnerungen an diese schweren Zeiten miteinander verbindet. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-692x1024.jpg" alt="Ein Teil der Lehrerin Nada Vre&#x10D;ek gewidmeter Ged&#xE4;chtnisecke. Foto: Lina Troha, Oktober 2021.  " class="wp-image-1572" width="358" height="529" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-692x1024.jpg 692w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-203x300.jpg 203w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-768x1137.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-1037x1536.jpg 1037w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-1383x2048.jpg 1383w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-750x1111.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2022/01/Foto-4-2-scaled.jpg 1729w" sizes="auto, (max-width: 358px) 100vw, 358px" /><figcaption>Ein Teil der Lehrerin Nada Vreček gewidmeter Gedächtnisecke. Foto: Lina Troha, Oktober 2021. </figcaption></figure></div>

<p>Es könnte noch viel über die Geschichten geschrieben werden, die ich während meiner Forschungsarbeit gehört habe, nun bin ich aber der Meinung, dass in dieser kurzen Notiz einige wichtigere Informationen zusammengefasst sind. Eine weitere Arbeit ist natürlich nicht ausgeschlossen, weil ich es ausnehmend wichtig finde, Erinnerung an dieses dunkle Teilchen unseren Erbes zu bewahren. Es muss uns bewusst sein, dass die letzte Generation, die über den Krieg noch in erster Person erzählen kann, den Herbst ihres Lebens angetreten hat, deswegen werden (zu) viele solcher Geschichten einfach in Vergessenheit geraten. Es liegt an uns, dass wir sie in dieser wertvollen Zeit, die uns geblieben ist, versuchen zu hören und je mehrere davon zu bewahren.   </p>

<p>Zum Schluss möchte ich mich ganz herzlich bei meinen drei GesprächspartnerInnen bedanken, die mir ohne Schwanken ihre Erinnerungen anvertraut haben: Frau Marta Steiner und Herrn Rudolf Malnar aus Trava, die mich gern zu sich nach Hause eingeladen haben, sowie meiner Großmutter Anica Troha, die nach dem Kriegsende nach Draga zugezogen ist und mir als Erste über diese Ortschaften erzählt hat.</p>

<p class="has-small-font-size">Quellen:<br/>&#8211; Slavko Ožbolt v sodelovanju z Marto Steiner in Ireno Klepac, &#8216;Vas Trava.&#8217; Zloženka, izdana s pomočjo donatorja Gojka Kende. Občina Loški Potok, Trava 2008.  <br/>&#8211; Suzana Kordiš, <em>Kje so moje korenine: Troha</em>. Neizdani dokument o izvoru priimka, Stari Kot 2007. <br/>&#8211; Marta Steiner, geboren 1932 in Trava, kehrte nach jahrzehntelanger Arbeit und Leben im Ausland und anderswo in Slowenien nach Trava zurück, wo sie seit über 30 Jahren lebt. Persönliche Kommunikation, Trava.  10. 2021.<br/>&#8211; Interviews mit: Marta Steiner, Persönliche Kommunikation, Trava, 2021; Anica Troha, geboren 1935 in Zagorje, zog 1945 im Alter von 10 Jahren in das Haus ihrer Tante in Draga. Persönliche Kommunikation, Trava, 2021; Rudolf Malnar, geboren 1936 in Trava. Persönliche Kommunikation, Trava, 2021.   <br/>&#8211; Lucija Miklič, ur., <em>Kronika vasi Stari in Novi Kot</em>. Samozaložba, Stari Kot 2002, str.  28-29.<br/>&#8211; Herman Janež, ur., <em>Pričevanja rabskih internirancev (1942–1943). </em>ČZP Kmečki glas, Ljubljana 1985. <br/>&#8211; Bogomil Gerlanc, ur., <em>Mladi rod Kočevske proti okupatorju. </em>Mladinska knjiga, Ljubljana 1953.</p>

<p>In unserem vorherigen Beitrag können Sie mehr über die <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/ueber-die-weihnachtszeit-bei-den-gottscheern/">Weihnachtszeit in Kočevska (Gottschee) lesen</a>.</p>
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		<title>Planina (Stockendorf)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Peter Kambič]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Oct 2021 18:02:34 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
		<category><![CDATA[Gottscheer Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Planina]]></category>
		<category><![CDATA[Stockendorf]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Ansichtskarte von Planina (Stockendorf), gesendet am 4. März 1918 aus Planina nach Vinica. Aus dem Archiv von Dr. Božidar Flajšman.   Kočevski b(r)log / Gottscheerblog </p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/planina-stockendorf/">Planina (Stockendorf)</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Ein idyllisches verlassenes Gottscheerdorf</h2>

<p>Das idyllische kleine Dorf Planina befindet sich in der Gemeinde Semič am südlichen Fuß vom Berg Mirna gora 773 m über Meeresspiegel auf dem Karstplateau. Wie zahlreiche andere Orte in Slowenien hat dieses kleine Haufendorf seinen Namen nach der hohen Berglage sowie den Almweiden bekommen. Seine ehemaligen BewohnerInnen, GottscheerInnen, haben es Stockendorf genannt und es bezeichnet das Rodeland, den Raum, wo verbrannte Baumstämme (bei den Stocken Dorf) entfernt wurden. Seine Entstehung reicht in die Zeit vor der deutschen Kolonisierung zurück und sein slowenischer Name wird in historischen Quellen aus dem 13. Jahrhundert bestätigt. </p>

<p>Ende des 16. Jahrhunderts hat das Dorf dem unteren gottscheerischen Amt gehört und hatte bis zu 40 EinwohnerInnen.  Unter neun Grundbesitzern gab es einen Slowenen, die Anderen waren deutschsprachig. Im Jahr 1880 gab es im Dorf schon mehr als 30 Häuser, die den zentralen Dorftyp gestaltet haben: sie wurden um den Dorfkern angeordnet, der eine dreieckige Kreuzung mit einem mächtigen Kastanienbaum und einer Kapelle umfasst hat.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/1918-PLANINA-SLIKOVNI-DEL-1024x702.jpg" alt="Die Ansichtskarte von Planina (Stockendorf), gesendet am 4. M&#xE4;rz 1918 aus Planina nach Vinica. Aus dem Archiv von Dr. Bo&#x17E;idar Flaj&#x161;man. Ko&#x10D;evski b(r)log / Gottscheerblog    " class="wp-image-1470" width="725" height="496" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/1918-PLANINA-SLIKOVNI-DEL-1024x702.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/1918-PLANINA-SLIKOVNI-DEL-300x206.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/1918-PLANINA-SLIKOVNI-DEL-768x527.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/1918-PLANINA-SLIKOVNI-DEL-1536x1053.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/1918-PLANINA-SLIKOVNI-DEL-2048x1404.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/1918-PLANINA-SLIKOVNI-DEL-750x514.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 725px) 100vw, 725px" /><figcaption>Die Ansichtskarte von Planina (Stockendorf), gesendet am 4. März 1918 aus Planina nach Vinica. Aus dem Archiv von Dr. Božidar Flajšman.   </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Die Bevölkerung war in der Landwirtschaft tätig</h2>

<p>Die Bevölkerung hat sich vorwiegend mit Weideviehhaltung beschäftigt: außer Rind und Kleinvieh wurde vor allem Schweinezucht betrieben. Die bescheidene Erdfläche hat keinen Aufschwung der Landwirtschaft ermöglicht, Gemüse wurde in kleinen Gemüsegärten an Häusern angebaut. Trotzdem wurde der Überschuß vom Kohl zusammen mit Vieh an der Messe in Črnomelj verkauft. </p>

<p>Noch heutzutage kann man Reste einst reicher Obstgärten erkennen. Es wurden vor allem Birnen, Äpfel, Pflaumen, Kirschen und Walnüße gezogen. In kälteren Monaten hat Dörrobst einen wichtigen Teil der Ernährung dargestellt, vor allem an Feiertagen wurde es ins Brot angeteigt. Neben Trockenfleisch wurde an längeren Reisen auch Dörrobst unentbehrlich. Weinberge gab es in Gorenjci und Rodine. </p>

<p>Beim Bau, zum Heizen und für den Binnenverbrauch hat in Planina der Mischwald als Ressource genügt. Eine erfahrene Holzbearbeitung, vor allem sog. trockene Ware, hat auch einen zusätzlichen Verdienst eingebracht. Über Bahnhöfe in Semič und Črnomelj wurde später der Verkauf vom Brenn-, Blockholz sowie Schweller abgewickelt. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-4.jpeg" alt="Das heutige Bild von Planina sowie zunehmend zugewachsene Weiden. Foto: Tomislav Urh. Ko&#x10D;evski b(r)log / Gottscheerblog   " class="wp-image-1437" width="-195" height="-115" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-4.jpeg 936w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-4-300x177.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-4-768x453.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-4-750x442.jpeg 750w" sizes="(max-width: 936px) 100vw, 936px" /><figcaption>Das heutige Bild von Planina sowie zunehmend zugewachsene Weiden. Foto: Tomislav Urh.  </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Wasserversorgung</h2>

<p>Neben einer Quelle und zwei Lachen hat es in Planina zwischen beiden Weltkriegen auch eine funktionierende Dorfwasserleitung gegeben. Anton Prelesnik gibt in seinem Buch Vodni viri na Kočevskem (Wasserquellen im Gottscheer Land) an, dass die Dorffassung von Wasser in Planina im Jahr 1849 errichtet wurde, die alte Wasserleitung aber im Jahr 1928. Neben der Dorffassung, worum sich die ganze Dorfgemeinsamkeit gekümmert hat und die gewöhnlich sorgfältig errichtet wurde, weil sie wegen einer größeren Schüttung für die Wasserversorgung wichtig war, gibt es nicht weit vom Dorf noch eine Wasserfassung. Es geht um mit Gestein oder Beton ummauertes Wasser aus der Quelle, wodurch es möglich war, es einfach zu fassen. Im Gottscheer Land überwiegt ein solcher Typ der natürlichen Wasserquelle. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-8.jpeg" alt="Blick auf Planina mit Mirna gora im Hintergrund, September 2020. Foto: Peter Kambi&#x10D;. Ko&#x10D;evski b(r)log / Gottscheerblog   " class="wp-image-1467" width="650" height="403" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-8.jpeg 934w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-8-300x186.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-8-768x477.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-8-750x466.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 650px) 100vw, 650px" /><figcaption>Blick auf Planina mit Mirna gora im Hintergrund, September 2020. Foto: Peter Kambič  </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Auswanderung</h2>

<p>Die Auswanderung hat vor allem nach dem Jahr 1890 begonnen und nach dem ersten Weltkrieg hat der Anteil der slowenischen Bevölkerung angefangen allmählich zuzunehmen.  Die Schule war ab dem Jahr 1836 in Betrieb, zuerst in einem Privathaus und 20 Jahre später wurde ein zweckmäßiges Gebäude gebaut. Im Jahr 1919 wurde Slowenisch als Sonderfach in der Schule eingeführt. In den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts haben im Dorf mit 30 bewohnten Häusern noch cca. 120 Leute gelebt, unter denen etwa 70 % deutscher, 7 % slowener und ein knappes Viertel gemischter Herkunft waren. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/006-1024x768.jpg" alt="Planina (Stockendorf) Friedhof, 2010. Foto: Anja Moric Gottscheer Blog  " class="wp-image-1483" width="595" height="446" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/006-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/006-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/006-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/006-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/006-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/006-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 595px) 100vw, 595px" /><figcaption>Planina (Stockendorf) Friedhof, 2010. Foto: Anja Moric </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Kirche St. Elija </h2>

<p>Seit dem Jahr 1730 steht am Randgebiet des Dorfes die Kirche St. Elija.  Davor stand auf ihrem Platz eine Kapelle, wobei das genaue Jahr des Aufbaus nicht bekannt ist. Sie hat zuerst in der Pfarre Črmošnjice (Tschermoschnitz) den Status einer Filialkirche bekommen, im Jahr 1875 wurde sie aber zu einer selbstständigen Pfarre erhoben. Die Kirche war offiziell eine Filialkirche bis Jahr 1987, als sie nach der Auflösung zahlreicher verlassener Pfarren im Gottscher Land der Pfarre in Semič (Semitsch) angeschlossen wurde. Sie hat in den Jahren zwischen 1854 und 1857 einen größeren Umbau erlebt, während des zweiten Weltkrieges wurde sie verbrannt sowie ausgeraubt und schließlich wurde sie in den Jahren 1965, 1984 und zuletzt im Jahr 2002 renoviert. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/015-768x1024.jpg" alt="Kirche St. Elijah mit Friedhof, Planina, 2010. Foto: Anja Moric Gottscheer Blog   " class="wp-image-1479" width="433" height="577" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/015-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/015-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/015-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/015-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/015-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/015-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 433px) 100vw, 433px" /><figcaption>Kirche St. Elijah mit Friedhof, Planina, 2010. Foto: Anja Moric  </figcaption></figure></div>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-2.jpeg" alt="Die ungesendete Fotoansichtskarte Glocken f&#xFC;r die Kirche St. Elija, Planina (Stockendorf), 1926.  Laut Aussage von Rozalija Medic, geboren 1907 mit dem M&#xE4;dchennamen Tessari (sie steht im wei&#xDF;en Kleid in der Mitte &#xFC;ber den Musikanten), ist die Fotographie entstanden, als neue Kirchglocken gebracht wurden. Jo&#x17E;ef Medic hat sie mit dem Wagen gebracht. Alte Glocken wurden n&#xE4;mlich sowie anderswo im Gottscheer Land w&#xE4;hrend des ersten Weltkrieges abtransportiert.  Die Ansichtskarte stammt aus dem Archiv von Dr. Bo&#x17E;idar Flaj&#x161;man. Ko&#x10D;evski b(r)log / Gottscheerblog " class="wp-image-1431" width="680" height="448" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-2.jpeg 948w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-2-300x198.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-2-768x507.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-2-750x495.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 680px) 100vw, 680px" /><figcaption>Die ungesendete Fotoansichtskarte Glocken für die Kirche St. Elijah, Planina (Stockendorf), 1926.  Laut Aussage von Rozalija Medic, geboren 1907 mit dem Mädchennamen Tessari (sie steht im weißen Kleid in der Mitte über den Musikanten), ist die Fotographie entstanden, als neue Kirchglocken gebracht wurden. Jožef Medic hat sie mit dem Wagen gebracht. Alte Glocken wurden nämlich sowie anderswo im Gottscheer Land während des ersten Weltkrieges.  Die Ansichtskarte stammt aus dem Archiv von Dr. Božidar Flajšman.</figcaption></figure></div>

<p>Im Dorf waren auch eine Behälfspost, ein Gasthaus, ein Geschäft und eine Pfarei tätig. Die Katastergemeinde Planina hat die Siedlungen Planina, Mirna Gora, Ponikve, Sredgora, Škrilj, Pogorelec und Starološki Grič umfasst, in den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts wurde sie der Gemeinde Črnomelj angeschlossen.   </p>

<h2 class="wp-block-heading">Zweiter Weltkrieg</h2>

<p>Zwischen dem 27. November und dem 1. Dezember 1941 sind aus Planina über den Bahnhof in Semič 115 Leute aus 22 Häusern ausgezogen. Im Sommer 1942 hat die italienische Armee das Dorf zweimal niedergebrannt. Im September 1942 sind in Planina Soldaten der Isonzo-Division und Partisanen der Cankars und Tomšičs Brigade in einen Konflikt geraten. </p>

<p>Während des Krieges haben im Dorf arme WeißkrainerInnen und Partisanen eine Unterkunft gefunden, die ein Krankenhaus, eine Tischlerei und eine Zimmerwerkstatt sowie einen Volksbauernhof gegründet haben. Ebenso haben sie unterschiedliche Vereine, einen Behindertengesangschor und eine Theatergruppe gegründet. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/PPZ-023-1024x694.jpg" alt="Mitglieder des Behindertengesangschors in Planina 25 Jahre nach seiner Gr&#xFC;ndung. Das Foto wird im Museum von Bela Krajina in Metlika bewahrt. Das Foto wird vom Bela krajina Museum Metlika aufbewahrt. Ko&#x10D;evski b(r)log / Gottscheerblog " class="wp-image-1464" width="675" height="457" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/PPZ-023-1024x694.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/PPZ-023-300x203.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/PPZ-023-768x521.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/PPZ-023-1536x1041.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/PPZ-023-2048x1389.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/PPZ-023-750x509.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 675px) 100vw, 675px" /><figcaption>Mitglieder des Behindertengesangschors in Planina 25 Jahre nach seiner Gründung. Das Foto wird im Museum von Bela Krajina in Metlika bewahrt. Das Foto wird vom <a href="https://belokranjski-muzej.si">Bela krajina Museum Metlika</a> aufbewahrt.</figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Planina (Stockendorf) nach dem Zweiten Weltkrieg</h2>

<p>Das Dorf haben nach dem Krieg Bauern und Waldarbeiter besiedelt, die in neugebauten Ställen der Bauergenossenschaft Črnomelj Rind gezüchtet und im Schutz der Waldwirtschaft Novo mesto Waldarbeiten erledigt haben. Ende der 50er Jahre wurde in Planina auf Kosten der Bauergenossenschaft dem Stromnetz angeschlossen. </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-1.jpeg" alt="Planina (Stockendorf). Bergwiese in Planina mit einem Stall im Hintergrund, August 2021. Foto: Peter Kambi&#x10D;. Ko&#x10D;evski b(r)log / Gottscheerblog " class="wp-image-1428" width="623" height="351" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-1.jpeg 934w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-1-300x169.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-1-768x433.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-1-750x422.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px" /><figcaption>Bergwiese in Planina mit einem Stall im Hintergrund, August 2021. Foto: Peter Kambič</figcaption></figure></div>

<p>In letzter Zeit ist Planina eine beliebte Zufluchtstätte der WandererInnen und AusflüglerInnen, ebenso wächst aber auch die Zahl der vorbildlich gepflegten Wochenendshäuser sowie BewohnerInnen mit Hauptwohnsitz. Ein halbstündiger Gang durch einen schön gepflegten Weg führt zur Almhütte auf Mirna Gora, wo man die Aussicht genießen kann, Durst stillt oder man stärkt sich mit sorgfältig vorbereiteten hausgemachten Köstlichkeiten.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image.jpeg" alt="Planina (Stockendorf). Infotafel, die der in Planina langj&#xE4;hrige F&#xF6;rster, Naturliebhaber und Kenner dieser Orte Herr Franc Jane&#x17E; gestellt hat, der u. A. auch wegen der Planung und Pflege des Forstlernweges zwischen Planina und Mirna gora bekannt ist, September 2021. Foto: Peter Kambi&#x10D;. Ko&#x10D;evski b(r)log / Gottscheerblog    " class="wp-image-1424" width="623" height="351" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image.jpeg 934w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-300x169.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-768x433.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/11/image-750x422.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 623px) 100vw, 623px" /><figcaption>Infotafel, die der in Planina langjährige Förster, Naturliebhaber und Kenner dieser Orte Herr Franc Janež gestellt hat, der u. A. auch wegen der Planung und Pflege des Forstlernweges zwischen Planina und Mirna gora bekannt ist, September 2021. Foto: Peter Kambič </figcaption></figure></div>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:&#13;
</strong>Mitja Ferenc in Gojko Zupan. 2006. Cerkve na Kočevskem nekoč in danes. 2. Ljubljana: Založba ZRC SAZU.&#13;
Mitja Ferenc in Gojko Zupan. 2013. Po sledeh Kočevarjev v Črmošnjiško-Poljanski dolini. Dolenjske Toplice: Društvo Kočevarjev staroselcev.&#13;
Anton Prelesnik. 2007. Vodni viri na Kočevskem = Wasserquellen im Gottscheerland. Dolenjske Toplice: Društvo Kočevarjev staroselcev; Ljubljana: distribucija ZRC SAZU.&#13;
Rozalija Mohar. 2008. Tu so živeli&#8230; Semič: Občina.&#13;
Božidar Flajšman, terenski zapiski.</p>

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		<title>Möbel im Gottschee im 19. und 20. Jahrhundert</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Roman Zupančič]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Sep 2021 12:53:54 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Meine Feldbeobachtungen Im Jahre 1985 bin ich nach Kočevje (Gottschee) gezogen und habe praktisch sofort mit der Forschungs- und Restaurierungstätigkeit im Umfeld begonnen. Bis heute habe ich einige hunderte gottscheerische Heime und Objekte, die sich bis heute erhalten haben, angeschaut und erforscht. Seit 1988 operiere ich aktiv als Restaurator, Berater, Vortragender, Ausstellungsgestalter und mir ist es gelungen, zahlreiche Exponate für die Sammlungen des Regionalmuseums Kočevje, des Museums Ribnica, des unterkrainischen Museums Dolenjski muzej Novo mesto, des weißkrainischen Museums Belokranjski muzej Metlika, des Putcherle Instituts sowie für verschiedene Privatsammlungen zu erlangen. Ich habe bemerkt, dass sich im weiten Gottscheer Land sehr wenige Gegenstände aus dem 17. oder 18. Jahrhundert erhalten haben. Sie sind nur als Teil des Kircheninventars zu finden. Ebenso sind Gegenstände aus der Biedermeier Epoche (1800-1850) ausgesprochen selten zu finden. Obwohl an der Architektur der Gebäude in den gottscheerischen Siedlungen Elemente von Gotik, Barock, Neuklassizismus, Historismus und Jugendstil zu finden sind, ist aber, was erhaltene Gegenstände der Innenausrüstung betrifft, der Historismus, den viele den Altdeutschen Stil nennen, zahlenmäßig stark präsent, der um Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert überwogen hat. Möbel aus der Zeit des Historismus in der Region Kočevje Für den Historismus ist charakteristisch, dass die Gegenstände meistens [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h2 class="wp-block-heading">Meine Feldbeobachtungen</h2>

<p>Im Jahre 1985 bin ich nach Kočevje (Gottschee) gezogen und habe praktisch sofort mit der Forschungs- und Restaurierungstätigkeit im Umfeld begonnen. Bis heute habe ich einige hunderte gottscheerische Heime und Objekte, die sich bis heute erhalten haben, angeschaut und erforscht. Seit 1988 operiere ich aktiv als Restaurator, Berater, Vortragender, Ausstellungsgestalter und mir ist es gelungen, zahlreiche Exponate für die Sammlungen des Regionalmuseums Kočevje, des Museums Ribnica, des unterkrainischen Museums Dolenjski muzej Novo mesto, des weißkrainischen Museums Belokranjski muzej Metlika, des Putcherle Instituts sowie für verschiedene Privatsammlungen zu erlangen.</p>

<p>Ich habe bemerkt, dass sich im weiten Gottscheer Land sehr wenige Gegenstände aus dem 17. oder 18. Jahrhundert erhalten haben. Sie sind nur als Teil des Kircheninventars zu finden. Ebenso sind Gegenstände aus der Biedermeier Epoche (1800-1850) ausgesprochen selten zu finden. Obwohl an der Architektur der Gebäude in den gottscheerischen Siedlungen Elemente von Gotik, Barock, Neuklassizismus, Historismus und Jugendstil zu finden sind, ist aber, was erhaltene Gegenstände der Innenausrüstung betrifft, der Historismus, den viele den Altdeutschen Stil nennen, zahlenmäßig stark präsent, der um Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert überwogen hat.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4-1024x1024.jpg" alt="Die T&#xFC;ren des Gymnasiums Ko&#x10D;evje vor und nach der Renovierung im Jahr 2019. Foto: Roman Zupan&#x10D;i&#x10D;." class="wp-image-1392" width="568" height="568" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4-1024x1024.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4-300x300.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4-150x150.jpg 150w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4-768x768.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4-1536x1536.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/96EDE62A-030F-408B-94C8-48B0566C2DB4-750x750.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 568px) 100vw, 568px" /><figcaption>Die Türen des Gymnasiums Kočevje vor und nach der Renovierung im Jahr 2019. Foto: Roman Zupančič.</figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Möbel aus der Zeit des Historismus in der Region Kočevje</h2>

<p>Für den Historismus ist charakteristisch, dass die Gegenstände meistens robust sind, Möbel sind in dunkleren Nuancen gehalten und aus massivem Eichen-, Walnuss-, Kirschbaumholz oder aus Holz anderer Laubbäume hergestellt, die üblich dunkel gelaugt sind. Charakteristisch ist ebenso der Gebrauch von dünnem Industriefurnier, Marmor und Leder. An den Möbeln ist die Anlehnung an ältere Stile (Romanik, Gotik, Barock, Biedermeier) ersichtlich, die in demselben Gegenstand öfters kombiniert werden. </p>

<p>Häufig kann man von verschiedenen Orten identische Exponate finden, was zur Schlussfolgerung zulässt, dass es sich um Serienprodukte aus größeren Werkstätten handelt, die ihre Produkte dem Geschmack der Käufer angepasst haben. Dass es sich meist um importierte Gegenstände aus ganz Mitteleuropa handelt, sagen die Bezeichnungen über die Hersteller und vor allem über den Transport aus. Die meisten Produkte, die in Gottscheer Land erhalten blieben, stammen aus österreichischen, tschechischen und deutschen Werkstätten. Selten sind Gegenstände aus dieser Zeit zu finden, die lokalen Meistern zugeschrieben werden können.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/fotelji-alt-1024x899.jpg" alt="M&#xF6;bel im Gottschee im 19. und 20. Jahrhundert. Sessel vom Ende des 19. Jahrhundert im &quot;altdeutschen&quot; Stil. Von Roman Zupan&#x10D;i&#x10D; restauriert und dem Regionalmuseum Ko&#x10D;evje geschenkt. Foto: Roman Zupan&#x10D;i&#x10D;." class="wp-image-1395" width="639" height="561" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/fotelji-alt-1024x899.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/fotelji-alt-300x263.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/fotelji-alt-768x674.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/fotelji-alt-1536x1348.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/fotelji-alt-2048x1797.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/fotelji-alt-750x658.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 639px) 100vw, 639px" /><figcaption>Sessel vom Ende des 19. Jahrhunderts im &#8220;altdeutschen&#8221; Stil. Von Roman Zupančič restauriert und dem Regionalmuseum Kočevje geschenkt. Foto: Roman Zupančič.</figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Die Möbel eines Bürgerhauses um Jahrhundertwende des 19. und 20. Jahrhunderts</h2>

<p>Speisesaal oder Salon: Gewöhnlich handelt es sich um einen gemeinschaftlichen Raum. Drinnen gab es einen größeren Esstisch mit Stühlen. Den Zentralraum an der Wand besetzte eine Mehrzweckvitrine. Darin sind häufig auch kleinere Schmucktische, ein Spiegel, Kleiderbügel sowie andere Behelfsgegenstände zu finden.</p>

<p>Darin sind häufig auch kleinere Schmucktische, ein Spiegel, Kleiderbügel sowie andere Behelfsgegenstände zu finden. In diesem Raum gab es noch Garderobenschränke und eine Kommode, etwas seltener auch eine Truhe, ein Spiegeltisch, ein Betstuhl und ein Toilettschrank mit einem Waschbecken.</p>

<p>Es ist nötig, noch ein wichtiges Möbelstück zu erwähnen, den Sekretär, der üblich im Kabinett oder in oben erwähnten Räumen einen Platz gefunden hat.</p>

<p>Die im Gottscheer Land erhaltenen Gegenstände zeigen den überwiegenden Geschmack der Bevölkerung dieser Gegend, aber auch dass insbesondere wohlhabendere Bewohner dem Trend folgten und ihre Wohnstätten mit in der Zeit modischen Stücken möblierten. Der Trend ist auch in sakralen Objekten stark ausgedruckt, da Ende des 18. Jahrhunderts sowie im 19. Jahrhundert meistens ältere und Barockkirchen neue Altäre und Sakristaigerät bekommen haben. 18. Jahrhunderts sowie im 19. Jahrhundert meistens ältere und Barockkirchen neue Altäre und Sakristaigerät bekommen haben.</p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt1-768x1024.jpg" alt="M&#xF6;bel im Gottschee im 19. und 20. Jahrhundert. Vitrine im historischen Stil w&#xE4;hrend der Restaurierung. Privatbesitz. Fotoeigentum: Roman Zupan&#x10D;i&#x10D;." class="wp-image-1398" width="419" height="558" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt1-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt1-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt1-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt1-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt1-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt1-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 419px) 100vw, 419px" /><figcaption>Vitrine im historischen Stil während der Restaurierung. Privatbesitz. Fotoeigentum: Roman Zupančič.</figcaption></figure></div>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt2-768x1024.jpg" alt="M&#xF6;bel im Gottschee im 19. und 20. Jahrhundert. Vitrine im historischen Stil nach der Restaurierung. Privatbesitz. Foto: Roman Zupan&#x10D;i&#x10D;." class="wp-image-1401" width="415" height="553" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt2-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt2-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt2-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt2-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt2-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/10/vitrina-alt2-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 415px) 100vw, 415px" /><figcaption>Vitrine im historischen Stil nach der Restaurierung. Privatbesitz. Foto: Roman Zupančič.</figcaption></figure></div>

<p>Auf den Fotos ist eine repräsentative zentrale Vitrine im historischen (altdeutschen) Stil während und nach der Restaurierung zu sehen. Es handelt sich um ein typisches Möbelstück aus dem Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, das vor allem wohlhabendere Bürger und Kirchen in Besitz hatten. Struktur: Holz aus Laubbäumen, dunkel gelaugt und politiert, die Kernplatte besteht aus Marmor, die Beschläge aus Messing. Quelle: Kočevje, Privatbesitz.</p>

<p>In unserem vorherigen Beitrag<a href="https://www.kocevskibrlog.com/en/john-b-gladitsch-an-american-gottscheer-experience/"> die Geschichte von John B. Gladitsch</a>, lesen Sie mehr über das Leben der Gottscheer Auswanderer in New York.</p>
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		<title>Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Stara Cerkev (Mitterdorf)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Moric]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 05 Jan 2021 21:59:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Kunst]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Stara Cerkev (Mitterdorf). Foto: Anja Moric. </p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p>Stara Cerkev (Deutsch Mitterdorf) ist eine der ältesten Siedlungen und das erste katholische Zentrum im Gottschee-Land. Es wurde schon vor der Ankunft deutschsprachiger Kolonisten in den 30er Jahren des 14. Jahrhunderts besiedelt. Das Dorf hat seinen Namen nach der ältesten Kirche im Gottschee-Land bekommen, die vor dem Jahr 1339 gebaut wurde.     </p>

<p>Die Legende, die der Sammler gottscheerischer Erzählüberlieferungen Wilhelm Tschinkel niedergeschrieben hat, erzählt, dass die BewohnerInnen von Stara Cerkev und Slovenska vas vor hatten, die Kirche zunächst auf dem Hügel zwischen den beiden Dörfern zu erbauen, aber das Gestein, das sie dorthin brachten, jeden Morgen auf wundersame Weise an der Stelle der heutigen Kirche vorgefanden. Sie waren davon überzeugt, dass die Engel das Gestein umplatziert hatten, deswegen ergaben sie sich und die Kirche wurde auf der heutigen Stelle erbaut.  </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-783x1024.jpeg" alt="Die Kirche Mari&#xE4; Himmelfahrt in Stara Cerkev, Januar 2021. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-1624" width="424" height="554" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-783x1024.jpeg 783w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-229x300.jpeg 229w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-768x1005.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-1174x1536.jpeg 1174w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-1565x2048.jpeg 1565w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-750x981.jpeg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7455-1-scaled.jpeg 1957w" sizes="auto, (max-width: 424px) 100vw, 424px" /><figcaption>Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Stara Cerkev, Januar 2021. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Die erste Kirche</h2>

<p>Die urtümliche Kirche war ein niedriges gotisches Gebäude mit sechs Altären. Sie war weit und breit als Wallfahrtskirche bekannt, da sie jedes Jahr von vielen Pilgern besucht wurde, insbesondere an Mariä Himmelfahrt am 15. August. Valvasor hat sie im Jahr 1689 in seinem Buch Die Ehre des Herzogthums Krain »Unserer Lieben Frau zu Altkirchen« genannt, das Urbarium aus dem Jahr 1574 aber »Liebfrauenkirche zu Mitterdorf«. Die Kirche hat bis Jahr 1788 zur Pfarrei in Ribnica/Reifnitz gehört und ist danach eine selbstständige Pfarrei geworden.     </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7265-768x1024.jpeg" alt="Das Innere des Kirchturms. Die Kirche Mari&#xE4; Himmelfahrt in Stara Cerkev. Foto: Anja Moric.  " class="wp-image-1625" width="457" height="609" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7265-768x1024.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7265-225x300.jpeg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7265-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7265-1536x2048.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7265-750x1000.jpeg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7265-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 457px) 100vw, 457px" /><figcaption>Das Innere des Kirchturms. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Die zweite Kirche</h2>

<p>Das alte Kirchengebäude ist im Laufe der Zeit aufgrund des Bevölkerungszuwachses zu klein geworden, deswegen wurde sie, wie es im Jahr 1822 Pfarrer Martin Rankel berichtet hat, mit zwei Seitenräumen vergrößert, wodurch man nicht zum Altar sehen konnte, deswegen haben die Leute während der Messe meistens geplaudert. Die Kirche wurde im Jahr 1818 abgebaut und in nur fünf Monaten ohne entsprechende Planung und Fachleitung neu erbaut. Von der urtümlichen Kirche ist nur der Kirchturm geblieben. Ein so erbautes Gebäude konnte man nicht lange gebrauchen. Im Jahr 1848 wurde es bereits so schwer beschädigt, dass man während jeden Gewitters Angst hatte, dass der Kirchturm abreißen wird und manchmal während der Messe sind Stücke des Verputzes auf die Gläubigen gefallen.     </p>

<h2 class="wp-block-heading">Die dritte – heutige Kirche</h2>

<p>Im Jahr 1853 wurde die Kirche abgerissen und nach Plänen des friaulischen Architekten Silvester Venchiarutti angefangen, die dritte, d. h. jetzige Kirche Mariä Himmelfahrt zu bauen. Sie wurde am 12. Oktober 1855 gesegnet und am 21. Juni 1857 von Fürstbischof Anton Alojzij Wolf eingeweiht.    </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_6426-1024x768.jpeg" alt="Der Hahn, der die Kreuzspitze des Kirchturms der Kirche Mari&#xE4; Himmelfahrt ziert. W&#xE4;hrend der Renovierung im Jahr 2021 wurde er durch eine Replik ersetzt. Foto: Anja Moric.  " class="wp-image-1628" width="498" height="374" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_6426-1024x768.jpeg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_6426-300x225.jpeg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_6426-768x576.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_6426-1536x1152.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_6426-2048x1536.jpeg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_6426-750x563.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 498px) 100vw, 498px" /><figcaption>Der Hahn, der die Kreuzspitze des Kirchturms der Kirche Mariä Himmelfahrt ziert. Während der Renovierung im Jahr 2021 wurde er durch eine Replik ersetzt. Foto: Anja Moric.  </figcaption></figure></div>

<h3 class="wp-block-heading">Die Freske Mariä Himmelfahrt</h3>

<p>Beim Betreten der Kirche zieht es den Blick vor allem auf die Freske Mariä Himmelfahrt an der Hinterwand des Presbyteriums über dem Hauptaltar. Im Jahr 1854 wurde sie von Domenico Fabris aus Osoppo in Friaul gemalt. Die Freske zeigt Maria, die sich von Engeln begleitet in den Himmel zum Gott Vater aufragt. Bei ihm sind zwei Engel, die eine Krone und ein Zepter halten. An der Gruft versammelte Aposteln richten ihren Blick in den Himmel. Auf dem Bogen über der Freske steht auf Deutsch: »Gegrüsset seist du Königin Mutter der Barmherzigkeit«. Die Freske wurde im Jahr 2020 vom Restaurierungszentrum unter der Leitung vom Institut für Schutz des Kulturerbes der Republik Slowenien renoviert.      </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_4394-768x1024.jpeg" alt="Die Freske Mari&#xE4; Himmelfahrt nach dem Restaurierungseingriff im Jahr 2020. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-1631" width="430" height="573" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_4394-768x1024.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_4394-225x300.jpeg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_4394-1152x1536.jpeg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_4394-1536x2048.jpeg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_4394-750x1000.jpeg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_4394-scaled.jpeg 1920w" sizes="auto, (max-width: 430px) 100vw, 430px" /><figcaption>Die Freske Mariä Himmelfahrt nach dem Restaurierungseingriff im Jahr 2020. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure></div>

<h3 class="wp-block-heading">Deutsche Inschriften erinnern an ehemalige BewohnerInnen</h3>

<p>Im Inneren der Kirche Mariä Himmelfahrt in Stara Cerkev sind noch mehrere deutsche Inschriften zu finden, die von der ehemaligen Mehrsprachigkeit im Gottschee-Land zeugen, z. B. auf dem Siegesbogen (Inschrift: »Gelobt sei Jesus und Maria«) sowie unter färbigen Buntglasfenstern und Bildern des Kreuzweges aus dem Jahr 1938. Auf Deutsch steht auch eine Widmung für die <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/denkmaeler-der-im-ersten-weltkrieg-gefallenen-in-kocevska-region-gottschee/">Opfer des ersten Weltkrieges auf der Gedenktafel</a>, die auf der nördliche Außenwand des Kirchturms befestigt ist.   Die Kirche Mariä Himmelfahrt in Stara Cerkev ist eine der seltenen Kirchen in Gottschee-Land, die in Nachkriegswirren der Ideologie nicht abgerissen wurden. Im Inneren haben sogar einige Statuen und Bilder aus umliegenden abgerissenen Kirchen ihr Zuhause gefunden.  </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7289-900x1024.jpeg" alt="Zwei deutsche Inschriften auf den inneren Bogeng&#xE4;ngen der Kirche Mari&#xE4; Himmelfahrt in Stara Cerkev. Blick vom Kirchenchor. Foto: Anja Moric.  " class="wp-image-1634" width="447" height="508" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7289-900x1024.jpeg 900w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7289-264x300.jpeg 264w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7289-768x874.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7289-1350x1536.jpeg 1350w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7289-1800x2048.jpeg 1800w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7289-750x853.jpeg 750w" sizes="auto, (max-width: 447px) 100vw, 447px" /><figcaption>Zwei deutsche Inschriften auf den inneren Bogengängen der Kirche Mariä Himmelfahrt in Stara Cerkev. Blick vom Kirchenchor. Foto: Anja Moric.  </figcaption></figure></div>

<h2 class="wp-block-heading">Die geheimnisvolle kleine Glocke</h2>

<p>Der Kirchturm der Kirche Mariä Himmelfahrt hält ein bis heute nicht gelöstes Rätsel geheim. Es geht dabei um eine geheimnisvolle lateinische Inschrift auf der kleinen Bronzeglocke, womit sich schon mehrere Fachleute umsonst beschäftigt haben und die wahrscheinlich sagt: »Iuve Maria Consolatrix, Regina sanctorum« (Maria Trost, Königin aller Heiligen, hilf). Die Glocke wiegt bloß 33 kg und sie soll die Älteste im Gottschee-Land sein. Einige sind der Meinung, dass sie im 14. Jahrhundert deutsche Kolonisten mitgebracht haben, aber wahrscheinlicher ist, dass sie im 16. Jahrhundert eingegossen wurde. Das traurige Lied der kleinen Glocke – Totenglocke – war schon im Kirchengebäude im Jahr 1818 jedes Mal zu hören, wenn in der Pfarrei ein Kind verstorben ist.       </p>

<p>Heute gibt es im Kirchturm außer der Totenglocke, die inzwischen stumm ist, noch drei Eisenglocken. Sie wurden im Jahr 1922 in Jesenice eingegossen. Ton C wiegt 1990 kg, Ton E 980 kg und Ton G 712 kg.  </p>

<div class="wp-block-image is-style-default"><figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-721x1024.jpeg" alt="Die kleine Glocke &#x2013; Totenglocke &#x2013; hat einst bei Kindstod gel&#xE4;utet, heute aber l&#xE4;utet sie nicht mehr. Foto: Anja Moric. " class="wp-image-1637" width="421" height="597" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-721x1024.jpeg 721w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-211x300.jpeg 211w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-768x1091.jpeg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-1081x1536.jpeg 1081w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-1441x2048.jpeg 1441w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-750x1066.jpeg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2021/01/IMG_7270-scaled.jpeg 1802w" sizes="auto, (max-width: 421px) 100vw, 421px" /><figcaption>Die kleine Glocke – Totenglocke – hat einst bei Kindstod geläutet, heute aber läutet sie nicht mehr. Foto: Anja Moric. </figcaption></figure></div>

<p class="has-small-font-size">Quellen:<br/>&#8211; Gottscheer Zeitung<br/>&#8211; Gottscheer Kalender<br/>&#8211; Eppich, Josef. 1930. Kirchen- und Pfarrgründungen im Gottscheer Gebiete; Josef Erker, ur. <em>Jubiläums-Festbuch der Gottscheer 600-Jahresfeier: aus Anlaß des 600-jährigen Bestandes des Gottscheer Landes</em>, str. 47–67. Gottschee: Festausschuss der Gottscheer 600-Jahrfeier.<br/>&#8211; Resman, Blaž in Seražin, Helena. 2010. Umetnostna topografija Slovenije: Upravna enota Kočevje: Občine Kočevje, Kostel in Osilnica. Ljubljana: Založba ZRC.<br/>&#8211; Rus, Jože. 1939. Jedro kočevskega vprašanja; Janko Mačkovšek, ur. <em>Kočevski zbornik: razprave o Kočevski in njenih ljudeh</em>. str. 131–173, Ljubljana: Vodstvo Družbe sv. Cirila in Metoda.<br/>&#8211; Simonič, Ivan. 1939. Zgodovina kočevskega ozemlja; ur. Janko Mačkovšek, ur. <em>Kočevski zbornik: razprave o Kočevski in njenih ljudeh</em>, str. 45–130, Ljubljana: Vodstvo Družbe sv. Cirila in Metoda.<br/>&#8211; Zupan, Gojko, Ferenc, Mitja in M. Dolinar, France. 1993. Cerkve na Kočevskem nekoč in danes. Kočevje: Župnija in Muzej.</p>

<p>Interessieren Sie sich für die kulturellen Aktivitäten der Gottscheer &#8211; Altsiedler? Lesen Sie unseren vorherigen Beitrag, in dem Urška Kop über die Anfänge der <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/die-volkstanzgruppe-des-gottscheer-altsiedler-vereins/">Folkloregruppe des Vereins Gottscheer- Altsiedler</a>schreibt. </p>
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