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	<title>Bergbau Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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	<description>Gottscheer Blog: Blog über das kulturelle Erbe von Gottschee (Kočevska)</description>
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	<title>Bergbau Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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		<title>Kohlebergwerk Gottschee: Eine turbulente Bergbaugeschichte</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Izidor Volf]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 30 Dec 2023 13:52:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Bergbau]]></category>
		<category><![CDATA[Kočevje]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Region Gottschee ist nach ihren natürlichen Ressourcen bekannt, insbesondere für ihre ausgedehnten, unberührten Wälder. In der (gar nicht so weiten) Vergangenheit war das Gebiet jedoch auch reich an einer natürlichen Ressource, die einen bedeutenden Einfluss auf das Leben der Menschen hier hatte – Braunkohle. Gottschee ist eine von den slowenischen Städten, die auf eine reiche Bergbautradition zurückblicken können. Obwohl das Bergwerk Gottschee 1978 seine Pforten schloss, ist die Erinnerung an die Geschichte von Gottschee noch nicht verblasst. Die Zahl der pensionierten Bergleute nimmt von Jahr zu Jahr ab, aber es sind viele Geschichten erhalten geblieben, die von der großen Bedeutung des Bergwerks für die Stadt und die Region im Allgemeinen zeugen. Die Anfänge des Bergbaus in Gottschee Die Anfänge des Bergbaus in Gottschee reichen in die ersten Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Im September 1803 erwarb Fürst Karl Wilhelm von Auersperg als Erster eine Bergbaulizenz für Braunkohle im Gebiet des heutigen Trata und eröffnete den „Wilhelms Bau“ Fürst hielt sich nicht lange mit dem Abbau auf, denn die Förderung war bescheiden und das Mineral erwies sich nicht als nützlich für die Eisenindustrie, die er als Besitzer der Eisenhütte in Dvor bei Žužemberk pflegte. Nach einer langen Zeit ohne Bergbautätigkeit in [&#8230;]</p>
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<p>Region Gottschee ist nach ihren natürlichen Ressourcen bekannt, insbesondere für ihre ausgedehnten, unberührten Wälder. In der (gar nicht so weiten) Vergangenheit war das Gebiet jedoch auch reich an einer natürlichen Ressource, die einen bedeutenden Einfluss auf das Leben der Menschen hier hatte – Braunkohle. Gottschee ist eine von den slowenischen Städten, die auf eine reiche Bergbautradition zurückblicken können. Obwohl das Bergwerk Gottschee 1978 seine Pforten schloss, ist die Erinnerung an die Geschichte von Gottschee noch nicht verblasst. Die Zahl der pensionierten Bergleute nimmt von Jahr zu Jahr ab, aber es sind viele Geschichten erhalten geblieben, die von der großen Bedeutung des Bergwerks für die Stadt und die Region im Allgemeinen zeugen.     </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Anfänge des Bergbaus in Gottschee</strong></h2>

<p>Die Anfänge des Bergbaus in Gottschee reichen in die ersten Jahre des 19. Jahrhunderts zurück. Im September 1803 erwarb Fürst Karl Wilhelm von Auersperg als Erster eine Bergbaulizenz für Braunkohle im Gebiet des heutigen Trata und eröffnete den „Wilhelms Bau“ Fürst hielt sich nicht lange mit dem Abbau auf, denn die Förderung war bescheiden und das Mineral erwies sich nicht als nützlich für die Eisenindustrie, die er als Besitzer der Eisenhütte in Dvor bei Žužemberk pflegte. Nach einer langen Zeit ohne Bergbautätigkeit in diesem Gebiet wurden die Schürfrechte 1820 an Ivan Röthel, Bürger aus Gottschee, vergeben, der die Grube „St. Johann“ eröffnete. Obwohl die Kohle nicht reichlich vorhanden war, nutzte er sie für industrielle Zwecke, für seine Ziegelei. Dies war das erste Werk in Gottschee, das Braunkohle in den Produktionsprozess einführte.      </p>

<p>Später wurde Kohle in Gottschee auch von einigen wohlhabenden Bürgern abgebaut, allen voran von der Wiener Familie Razinger, die in der Glasherstellung tätig war. Brüder Anton, Nikolai und Franz zogen nach Gottschee 1849 um und erhielten zwei Jahre später die Schürfrechte. Die Glashütte war erfolgreich und es wurde immer mehr Kohle für die Produktion abgebaut. 1859 erhielten sie zusätzliche sieben damalige Höhlenmaß und beschäftigten 150 Arbeiter in der Mine. Da der intensive Bergbau immer höhere Investitionen erforderte, waren die Razinger überschuldet und gingen nach und nach in Konkurs.    </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Bergwerk Gottschee: Der Aufschwung unter der Herrschaft aus Trbovlje</strong></h2>

<p>Ende des 19. Jahrhunderts ging das Bergwerk in den Besitz der Kohlebergbaugesellschaft aus Trbovlje über, die begann, in das Bergwerk zu investieren. Sie errichtete eine Ziegelei, einen Kalkofen, eine Separationsanlage, einen Heizraum, einen Maschinenraum, eine Zentralwerkstatt, ein Sägewerk und eine Dampfmaschine mit einem elektrischen Generator. Im September 1893 wurde Gottschee offiziell für den Transport von Braunkohle mit der Eisenbahn nach Ljubljana eröffnet und bereits zwei Monate zuvor hatte der erste Zug die Strecke befahren. Eine „Eisenstraße“ ermöglichte dem Bergwerk von Gottschee den Durchbruch auf den internationalen Markt und der Stadt Gottschee eine industrielle Entwicklung. Das Bergwerk wurde der größte Industriebetrieb in der Region Gottschee und sein Betrieb brachte auch die erste Elektrifizierung der Stadt mit sich. Im Jahr 1919 wurde eine Wasserleitung vom Fluss Rinža zum Bergwerk gebaut, die mit einer elektrisch betriebenen Pumpe ausgestattet war.      </p>

<p>Während des Ersten Weltkrieges wurde der Bergbau ununterbrochen fortgesetzt, nach dem Zusammenbruch der Österreichisch-ungarischen Monarchie ging der Betrieb im Bergwerk Gottschee zurück. Die Eisenbahn wurde verstaatlicht, was die Kohlenlieferungen erheblich reduzierte. Die Bergbaugesellschaft von Trbovlje reduzierte ihre Investitionen und es folgten Massenentlassungen. Im Jahr 1919 arbeiteten sogar rund 1200 Bergleute, im Jahr 1930 waren es nur noch etwa 100.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-1024x768.jpg" alt="Ein Gem&#xE4;lde der Fassade des k&#xFC;rzlich abgerissenen Bergbauhauses Gottschee, das den Aufstand der Bergleute in Gottschee darstellt, Kunstler: Stane Jarm. Foto: Izidor Volf. Foto: Izidor Volf. " class="wp-image-2142" style="width:593px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_124449-750x563.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Ein Gemälde der Fassade des kürzlich abgerissenen Bergbauhauses Gottschee, das den Aufstand der Bergleute in Gottschee darstellt, Kunstler: <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/stane-jarm/">Stane Jarm</a>. Foto: Izidor Volf.</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Aufstand der Bergleute aus Gottschee</strong></h2>

<p>Während des Zweiten Weltkrieges wurde im Bergwerk Gottschee ein Feldkomitee der Osvobodilna fronta (Befreiungsfront) organisiert. Die Bergleute von Gottschee gingen in großer Zahl zu Partisanen und führten auch verschiedene Sabotageakte durch, indem sie über das Bergwerk Material und Lebensmittel an die Partisanen lieferten. Der Weggang der Bergleute in die Armee führte zu einem Rückgang der Bergbautätigkeit. Italiener verhafteten eine Reihe von Bergleuten von Gottschee, einige von ihnen wurden in ein Lager in Padua transportiert. Die Verwaltung der Bergleute schickte den Internierten Lebensmittelpakete. Während der italienischen Besatzung war das Bergwerk mit einem Drahtzaun umgeben. Im Dezember 1943 vernichteten Partisanen den größten Teil der Bergwerksanlagen. Da es keinen Strom für Pumpen gab, wurde die Grube mit Wasser geflutet, was es den Besatzern unmöglich machte, die Kohle abzubauen.        </p>

<p>Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegen wurde die Kohlenbergbaugesellschaft aus Trbovlje in Staatbesitz überführt. Das Bergwerk wurde zunächst in Premogovnik Kočevje (Bergwerk Gottschee) und dann später in Rudnik rjavega premoga Kočevje (Das Braunkohlebergwerk Gottschee) umbenannt. Die Renovierungsarbeiten begannen, aber zerstörte Anlagen und ungelernte Bergleute behinderten die Wiederaufnahme der Produktion. Der Betrieb des Bergwerks war für die Wirtschaft von Gottschee von wesentlicher Bedeutung, und die Bergleute waren von der Wehrpflicht befreit. Wegen des Mangels an einheimischen Arbeitskräften wurden Leute aus den Regionen Suha krajina, Zasavje, Primorska und Prekmurje angeworben. Im August 1950 wurde die Leitung des Bergwerks vom Betriebsrat übernommen, der die Produktion auf dem Steinbruch einstellte und nur noch den Grubenbetrieb aufrechterhielt. Im Jahr 1961 wurde eine neue Trennanlage in Betrieb genommen, die die Qualität der Kohle verbesserte, so dass die Produktion in den folgenden Jahren begann, stark anzusteigen.       </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-1024x768.jpg" alt="Boris Finc, der ehemalige Bergmann aus Gottschee, in der Bergmannsuniform. Foto: Milan Glavonji&#x10D;, pers&#xF6;nliches Archiv. " class="wp-image-2139" style="width:594px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/knapi-7-750x563.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Boris Finc, der ehemalige Bergmann aus Gottschee, in der Bergmannsuniform. Foto: Milan Glavonjič, persönliches Archiv. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zusammenschluss mit ITAS und Schließung des Bergwerks</strong></h2>

<p>Im Jahr 1970 überstieg die Braunkohleproduktion 200 Tausend Tonnen. Bergleute waren für ihre erfolgreiche Arbeit gut bezahlt, ihr Einkommen war eines der höchsten in der Gemeinde. Obwohl das Bergwerk Gottschee in dieser Zeit an die Spitze der jugoslawischen Kohlbergwerke aufstieg, gingen Kohlevorräte allmählich zur Neige. Die Unternehmensleitung beschloss, die Produktion umzustellen, um die Bergleute umzuschulen. Das Produktionsprogramm des rasch entwickelnden Unternehmens ITAS ermöglichte eine relativ einfache und schnelle Umschulung und im Mai 1971 wurde ein Referendum über die Fusion vom Unternehmen und Bergwerk durchgeführt. Nach der Zustimmung beider Betriebsräte wurde das Bergwerk im März 1972 offiziell in ITAS eingegliedert. Obwohl das Bergwerk bereits vier Jahre zuvor kurz vor der Schließung stand, wurde die Produktion aufgrund der Energiekrise bis zum 28. Februar 1978 fortgesetzt. Dies war schließlich der letzte Tag der turbulenten Geschichte des Kohlebergwerks Gottschee.         </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Bergwerk Gottschee heute</strong></h2>

<p>An die Bergbauvergangenheit von Gottschee erinnert heute vor allem die Infrastruktur aus dieser Zeit. Das bekannteste Überbleibsel ist sicherlich der immer beliebtere <a href="https://vnaravi.si/ribnisko-kocevska/kocevsko-jezero">See Rudniško jezero.</a>  Aber auch die verlassenen Gebäude der Grubentrennungsanlage und die ehemalige Bergarbeiterkolonie erinnern an die Geschichte der Bergleute. Einige der Namen der örtlichen Siedlungen, wie Rudarsko naselje (Bergmannssiedlung) und Rudnik (Bergwerk), sind ebenfalls markante Erinnerungszeichen. Die Bereiche der Trate sind mit römischen Ziffern von I an gekennzeichnet, entsprechend den 1849 vermessenen und abgesteckten Höhlen. Erwähnenswert ist auch die Eisenbahnlinie in die Hauptstadt, die im Januar 2021 nach vielen Jahrzehnten wieder als reguläre Strecke in Betrieb genommen worden ist.    </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-1024x768.jpg" alt="Das ber&#xFC;hmteste Relikt der Bergbaugeschichte von Gottschee &#x2013; der See Rudni&#x161;ko jezero. Foto: Izidor Volf. " class="wp-image-2136" style="width:620px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/12/IMG_20231128_121638-750x563.jpg 750w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das berühmteste Relikt der Bergbaugeschichte von Gottschee – der See Rudniško jezero. Foto: Izidor Volf. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size">Quellen:<br/>Jerbič Perko, Vesna. 2005. Rudnik rjavega premoga Kočevje. Kočevje: <a href="https://www.youtube.com/watch?app=desktop&amp;v=XHkw8Mp-vTc">Pokrajinski muzej</a>. (Das Braunkohlebergwerk Gottschee, Gottschee, Museum Pokrajinski muzej).   <br/>Rustja, Karel. 2015. 120 let kočevske železnice. Kočevje: Pokrajinski muzej. (120 Jahre der Gottscheer Eisenbahn, Gottschee, Museum Pokrajinski muzej).    <br/>Zupan, Janko. 1963. Rudarji ob 20-letnici kočevskega zbora. Kočevje: Kočevski tisk. (Bergleute zum 20. Jahrestag der Gottscheer Versammlung. Gottschee: Kočevski tisk).    </p>

<p>Lesen Sie <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/franc-volf-bergmann-aus-gottschee-erinnerungen-an-das-bergmannsleben-in-gottschee/">hier,</a> wie sich der pensionierte Bergmann Franc Volf an das Leben im Bergbau in Kočevje erinnert.</p>
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		<title>Franc Volf, Bergmann aus Gottschee: Erinnerungen an das Bergmannsleben in Gottschee</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Izidor Volf]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 08 Dec 2023 15:17:45 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[<p>Leider nimmt die Zahl der ehemaligen lebenden Bergleute aus Gottschee von Jahr zu Jahr ab. Einer der wenigen Bergleute im Ruhestand, der sich noch mit großer Freude und Stolz an seine Bergbaujahre erinnert, ist Franc Volf aus Šalka vas. Er kam direkt nach seiner Wehrpflicht im Jahr 1968 zur Arbeit ins Bergwerk Gottschee. Er arbeitete im Bergwerk auch als Grubenretter und blieb dort bis zu seiner Schließung im Jahr 1978. Wie in vielen Familien in Gottschee in seiner Zeit wurde auch seine Liebe zum Bergbau von Generation zu Generation weitergegeben, denn auch sein Vater war Bergmann. Man könnte sagen, dass ihm der Bergbau einfach „im Blut“ lag. Der pensionierte Bergmann aus Gottschee erinnert sich, dass das Kohlebergwerk für die Stadt Gottschee und Region Gottschee in der Zeit, als er dort arbeitete, im Allgemeinen von einer großen Bedeutung gewesen sei. Das Bergwerk habe vielen Familien das tägliche Brot gesichert und der Beruf des Bergmanns sei hochgeschätzt gewesen. „Das Bergwerk war zweifelsohne von zentraler Bedeutung für das ganze Gottschee-Gebiet, nicht nur für die Stadt Gottschee. Um ganz ehrlich zu sein, Gottschee ist praktisch mit dem Bergwerk „gewachsen“. In industrieller und wirtschaftlicher Hinsicht drehte sich alles ums Bergwerk. Damals gab es auch noch [&#8230;]</p>
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<p>Leider nimmt die Zahl der ehemaligen lebenden Bergleute aus Gottschee von Jahr zu Jahr ab. Einer der wenigen Bergleute im Ruhestand, der sich noch mit großer Freude und Stolz an seine Bergbaujahre erinnert, ist Franc Volf aus Šalka vas. Er kam direkt nach seiner Wehrpflicht im Jahr 1968 zur Arbeit ins Bergwerk Gottschee. Er arbeitete im Bergwerk auch als Grubenretter und blieb dort bis zu seiner Schließung im Jahr 1978. Wie in vielen Familien in Gottschee in seiner Zeit wurde auch seine Liebe zum Bergbau von Generation zu Generation weitergegeben, denn auch sein Vater war Bergmann. Man könnte sagen, dass ihm der Bergbau einfach „im Blut“ lag.      </p>

<p>Der pensionierte Bergmann aus Gottschee erinnert sich, dass das Kohlebergwerk für die Stadt Gottschee und Region Gottschee in der Zeit, als er dort arbeitete, im Allgemeinen von einer großen Bedeutung gewesen sei. Das Bergwerk habe vielen Familien das tägliche Brot gesichert und der Beruf des Bergmanns sei hochgeschätzt gewesen.  </p>

<p><em>„Das Bergwerk war zweifelsohne von zentraler Bedeutung für das ganze Gottschee-Gebiet, nicht nur für die Stadt Gottschee. Um ganz ehrlich zu sein, Gottschee ist praktisch mit dem Bergwerk „gewachsen“. In industrieller und wirtschaftlicher Hinsicht drehte sich alles ums Bergwerk. Damals gab es auch noch eine große Fabrik Tekstilarna, in der vorwiegend unsere Frauen arbeiteten, und das Unternehmen LIK war ebenfalls stark. Aber es besteht keine Zweifel, dass das Bergwerk in jeder Hinsicht der Hauptmotor für die Entwicklung der Stadt und ihrer weiteren Umgebung war.“    </em> </p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-768x1024.jpg" alt="Der pensionierte Bergmann aus Gottschee, Franc Volf. Foto vom Interview, Izidor Volf)." class="wp-image-2102" style="width:447px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160145-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Der pensionierte Bergmann aus Gottschee, Franc Volf. Foto vom Interview, Izidor Volf).</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Die Liebe zum Bergbau überwiegt die Anstrengung</strong></h2>

<p>Der pensionierte Bergmann aus Gottschee erinnert sich an seine anstrengende und auch gefährliche Arbeit im Bergwerk folgendermaßen: </p>

<p><em>„Ich stand um 5 Uhr auf, denn wir begannen mit der Arbeit um 6 Uhr. Ich hatte Glück, dass ich in der Nähe vom Bergwerk wohnte. Bevor wir das Bergwerk betreten konnten, mussten wir die Bergmannskleidung anziehen. Bergleute waren oft nass, denn die Grube war sehr wasserhaltig. Deshalb mussten wir unsere Kleidung bis zum nächsten Tag trocknen. Es gab wirklich viel Arbeit, aber sie wurde auch gut bezahlt. Weil wir so wenige in den Stollen waren, konnten wir uns nicht „verstecken“. Man musste sehr viel und hart arbeiten. Es war aber auch gefährlich. Es ist bekannt, dass das Bergwerk, das sich schließt, für Bergleute am gefährlichsten ist. Es gab Zeiten, in denen der Druck um uns herum auch so groß war, denn das Erz brach vor unseren Augen zusammen.“           </em></p>

<p>Obwohl die tägliche Arbeit im Bergwerk hart war, liebte er sie: <em>„Wir arbeiteten auch samstags und sonntags, wir kannten praktisch keinen freien Tag. Wir mussten immer hundert Prozent mit Leib und Seele präsent sein. Zum Glück war ich jung und in einer genug guten körperlichen Verfassung, um all den Belastungen standzuhalten. Es half auch, dass ich gesund lebte, keinen Alkohol trank und nicht rauchte, was bei vielen Bergbaukollegen nicht der Fall war. In gewisser Weise war die Arbeit in der Grube wie eine Hochzeit – wir Bergleute waren ein bisschen in unsere Höhle verliebt. Nach der Schließung des Bergwerks ging ich schweren Herzens zur Arbeit bei ITAS. Als das Bergwerk stillgelegt wurde, waren wir Bergleute wohl am meisten betroffen. Wir haben diesen Beruf wirklich ins Herz geschlossen und es fiel uns schwer, uns von dem Bergwerk zu trennen.“       </em></p>

<h2 class="wp-block-heading">Nicht nur Kollegen, sondern auch echte Freunde</h2>

<p>Wie Franc Volf betont, seien Bergleute aus Gottschee nicht nur Kollegen, sondern auch echte Freunde gewesen. Neben den vielen Stunden, die sie in der Grube gearbeitet haben, haben sie auch viele Nachmittage mit gemeinsamen Freizeitaktivitäten verbracht.  </p>

<p><em>„Wir waren gern zusammen. Wir Bergleute waren besondere Menschen, deshalb hielten wir viel zusammen. Damals machten wir noch s. g. Gewerkschaftsreisen oder Exkursionen. Wir Bergleute trafen wir uns mehrmals in ganz Slowenien. Wir aus Gottschee fuhren z. B. nach Trbovlje, Zagorje oder Hrastnik, sie kamen zu uns. Wir besuchten uns gegenseitig, lernten uns kennen und hatten eine gute Zeit. Wir waren miteinander befreundet. Ich weiß nicht, ob sich Leute in irgendeiner anderen Branche so nahestanden. Vor allem in Trbovlje hatten wir ziemlich viele Freunde, denn Trbovlje galt damals als eine Art slowenisches Bergbauzentrum.“           </em></p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="768" height="1024" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-768x1024.jpg" alt="Bergbauausweis des Bergmanns Franc Volf aus Gottschee von 1971. Franc Volf, pers&#xF6;nliches Archiv. " class="wp-image-2106" style="width:436px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-768x1024.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-225x300.jpg 225w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-1152x1536.jpg 1152w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-1536x2048.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-750x1000.jpg 750w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/IMG_20231114_160204-scaled.jpg 1920w" sizes="auto, (max-width: 768px) 100vw, 768px" /><figcaption class="wp-element-caption">Bergbauausweis des Bergmanns Franc Volf aus Gottschee von 1971. Franc Volf, persönliches Archiv. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Zahlreiche amüsante Anekdoten, aber auch schwere Tragödien</strong></h2>

<p>Trotz der harten Arbeitsbedingungen und der körperlich anstrengenden Arbeitszeiten sind viele interessante Anekdoten zwischen den Bergleuten überliefert. Franc Volf erinnert sich besonders gut an die Anekdote, die die älteren Bergleute gern den jüngeren Kollegen anstellten:  </p>

<p><em>„Wenn ein junger Bergmann in die Grube zu arbeiten kam, schickten ihn die älteren Bergleute zu Ventilatoren, die immer liefen, und sagten, dass es da Strom gäbe. Da die Neulinge das nicht wussten, gingen sie dorthin, und als sie ankamen, fielen sie sofort zurück, woher sie kamen, weil es oben keinen Sauerstoff gab. Wir haben auch über den berühmten Perkmandeljc (den kleinen Berbau-Zwerg) gesprochen und den jungen Bergleuten Angst gemacht, dass er auf uns herabschaue. Diese Scherze konnten mal auch grausam sein und einige meiner Kollegen waren ziemlich erschrocken. In den zehn Jahren, die ich im Bergwerk gearbeitet habe, gab es viele solcher und anderer Vorfälle.“    </em></p>

<p>Leider war die Zeit im Gottschee-Bergwerk auch von zwei Tragödien geprägt, an die er sich noch lebhaft erinnert. </p>

<p><em>„Wir hatten zwei tödliche Unfälle, als zwei unsere Bergleute verschüttet wurden. Vinko Kotar und Jože Lipovec verloren bei Arbeitsunfällen ihr Leben. Da ich auch als Grubenretter arbeitete, erlebte ich persönlich beide Tragödien. Die beiden Kollegen blieben ca. 14 bis 20 Tage im Stollen vom Wasser überflutet, weil wir nicht früher zu ihnen vordringen konnten. Sie wurden dort eingeschlossen, wo es jetzt den Bergwerk-See gibt. Damals befanden sich dort noch zwei andere Seen und es bestand die große Gefahr, dass Seeschlamm, also ein Gemisch aus Wasser, Schlamm und Lehm, eindringt. Wir mussten aus einer völlig anderen Seite zu ihnen gelangen. Wir Bergleute grüßten uns mit „viel Glück“ im wahrsten Sinne des Wortes, denn wir wussten nie, was uns im Bergwerk erwartete. Wir standen immer mit einem Bein im Jenseits“.        </em></p>

<h2 class="wp-block-heading">Bergmann aus Gottschee: Nur <strong>eine Handvoll</strong> Überlebender</h2>

<p>Einmal im Jahr treffen sich Bergleute aus Gottschee an ihrem Tag, dem Tag der Bergleute. Der Tag der Bergleute, am 3. Juli, wird jedes Jahr im <a href="https://www.pmk-kocevje.si">Museum Pokrajinski muzej Kočevje</a> begangen, wo eine Veranstaltung organisiert wird, um die Erinnerungen der Bergleute wachzurufen.   Abgesehen von diesem organisierten Treffen ehemaliger Bergwerkskameraden sehen sich die wenigen noch lebenden Bergleute laut Franc Volf aufgrund ihres Alters und ihrer Krankheit jedoch nur noch selten. </p>

<p><em>„Leider gibt es nur noch sehr sehr wenige von uns. Noch lebende Bergleute aus Gottschee, mit denen ich arbeitete, kann ich an den Fingern einer Hand abzählen. Und selbst diejenigen, die noch bei uns sind, sind in die Jahre gekommen und sind bei der schlechten Gesundheit. Ich selbst war damals einer der jüngsten Bergleute im Bergwerk, aber die meisten Kollegen meiner Generation sind ebenfalls verstorben. Alle Bergleute, die ein weniger gesundes Leben führten, die rauchten, Alkohol tranken usw., sind längst verstorben. Was mich zum Glück am Leben erhalten hat, ist neben der gesunden Lebensweise auch, dass ich als Jäger und Pilzsammler viel im Wald unterwegs bin.“</em></p>
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<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-1024x768.jpg" alt="Das Treffen der ehemaligen Bergleute aus Gottschee am Tag der Bergleute 2018 in Pokrajinski muzej Ko&#x10D;evje. Foto: Milan Glavonji&#x10D;, pers&#xF6;nliches Archiv." class="wp-image-2109" style="width:600px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-1024x768.jpg 1024w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-300x225.jpg 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-768x576.jpg 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-1536x1152.jpg 1536w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-2048x1536.jpg 2048w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2023/11/knapi-3-750x563.jpg 750w" sizes="auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Treffen der ehemaligen Bergleute aus Gottschee am Tag der Bergleute 2018 in Pokrajinski muzej Kočevje. Foto: Milan Glavonjič, persönliches Archiv. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size">Quelle: Interview mit dem pensionierten Bergmann Franc Volf aus Kočevje, geführt am 14. 11. 2023.  </p>

<p>Lesen Sie im vorigen Beitrag: <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/studentisches-projekt-die-neugestaltung-der-ethnologischen-sammlung-der-gottscheer-in-obcice/">Studentisches Projekt: Die Neugestaltung der ethnologischen Sammlung der Gottscheer in Občice.</a></p>
<p>The post <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/franc-volf-bergmann-aus-gottschee-erinnerungen-an-das-bergmannsleben-in-gottschee/">Franc Volf, Bergmann aus Gottschee: Erinnerungen an das Bergmannsleben in Gottschee</a> appeared first on <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/">Gottscheer Blog</a>.</p>
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