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	<title>Volkslied Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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	<description>Gottscheer Blog: Blog über das kulturelle Erbe von Gottschee (Kočevska)</description>
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	<title>Volkslied Archives &#8226; Gottscheer Blog</title>
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		<title>Spiegelung der adeligen Welt in der Tradition der gottscheerischen Volkslieder</title>
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					<comments>https://www.kocevskibrlog.com/de/spiegelung-der-adeligen-welt-in-der-tradition-der-gottscheerischen-volkslieder/#respond</comments>
		
		<dc:creator><![CDATA[Marija Klobčar]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 05 Oct 2024 19:50:58 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
		<category><![CDATA[Volkslied]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Das Gottscheer Ehepaar (Balthasar Hacquet 1778)</p>
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										<content:encoded><![CDATA[
<p class="has-text-align-left">In der gottscheerischen Gedichtstradition, veröffentlicht 1895 in der Sammlung <em>des Autors Adolf Hauffen, Die deutsche Sprachinsel Gottschee. Geschichte und Mundart, Lebensverhältnisse, Sitten und Gebräuche, Sagen, Märchen und Lieder, </em>  (<em>werden erzählende Gedichte, d.h. Gedichte mit einer Geschichte, </em>besonders hervorgehoben. </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="833" height="627" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen.png" alt="Die deutsche Sprachinsel Gottschee. Adolf Hauffen " class="wp-image-2498" style="width:624px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen.png 833w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen-300x226.png 300w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen-768x578.png 768w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/hauffen-750x565.png 750w" sizes="(max-width: 833px) 100vw, 833px" /><figcaption class="wp-element-caption">Eine Sammlung von Volksliedern aus Gottschee wurde 1895 von Dr. Adolf Hauffen veröffentlicht.</figcaption></figure>
</div>
<p>Sie bringen oft das Geschehen im adligen Umfeld zum Ausdruck, was sich in der sozialen Stellung der Hauptfiguren, ihrem Verhalten, gesellschaftlichen Normen, die bei dem Adel galten, oder aus dem Umfeld, in dem Geschichten spielen, zeigt. So gibt es zum Beispiel Geschichten über Männer, die in den Krieg gehen oder zurückkehren, wobei die Rolle eines Ritters, des Verteidigers des Landes, hervorgehoben wird. Das Gedicht <em>Mogreatizle</em> (dt.: Margarethe), das in der Hauffen-Sammlung unter Nummer 71 veröffentlicht wurde, zeigt dies durch Erwähnung der spitzen bzw. Schnabelschuhen, denn spitze Schuhe waren ein ausgeprägtes mittelalterliches Zeichen für Prestige. Die Erwähnung von spitzen bzw. Schnabelschuhen deutet gleichzeitig auch darauf hin, dass das Gedicht geschrieben wurde, bevor die Siedler nach Gottschee umsiedelten.     </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Spiegelung der adligen Welt im Volkslied Das Mädchen und der Edelmannssohn</strong></h2>

<p>Das Leben der Oberschicht spiegelt sich auch in den Gedichten mit Beschreibungen des Alltagslebens der gesellschaftlichen Gruppen wider, die dem Adel dieses Leben ermöglichten. Im Volkslied <em>Das Mädchen und der Edelmannssohn,</em> das in der Hauffens Sammlung unter Nr. 78 veröffentlicht wurde, sind einige Merkmale direkt herausgearbeitet, die sich stark vom Alltagsleben der Gottscheer in ihrer neuen Umgebung unterscheiden. Der Reichtum der Umgebung, aus der der Junge und das Mädchen stammen, wird in dem Gedicht deutlich: Der Junge ist der Sohn eines Adligen, aber auch der Vater des Mädchens ist reich und er spielt mit dem jungen Adligen. Er hat eine Reihe von Wald- und Feldarbeitern unter sich; die Arbeit wird unter ihnen aufgeteilt, was die Macht des Adels zeigt, aus dem das Mädchen stammt. Das Gedicht drückt nicht nur die Zugehörigkeit der Hauptfiguren zu der oberen Gesellschaftsschicht aus, sondern führt auch eine Aufgabe an, die im slowenischen Raum anders ausgeführt wurde als in einem gottscheerischen Gedicht: In dem Gedicht wird Heu von Männern geharkt, nicht von Frauen, wie es im slowenischen Raum allgemein üblich war. Die slowenische Sprache kennt daher keinen Begriff für einen Mann, der Heu zusammenharkt; sie kennt nur den Begriff für Frauen „grabljice“.       </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Bunte Schuhe</strong></h2>

<p>Güter des ausgeprägten Prestiges enthalten neben den erzählenden auch einige rituelle Gedichte, wie z. B. das Lied <em>Der schöne Andreas</em> (Hauffen, Nr. 119), in dem der Jahrmarkt aus der ursprünglichen Umgebung, die mit einem prestigeträchtigen Angebot verbunden war, durch den Jahrmarkt von Ljubljana ersetzt wurde. Noch expliziter kommt die Zugehörigkeit zur höchsten Gesellschaftsschicht in dem rituellen Lied <em>Abschied der Braut</em> (Hauffen, Nr. 106) zum Ausdruck, in dem sich die Braut von ihren Angehörigen verabschiedet: Das Gedicht enthält u. a. Zweizeiler mit einem Verweis auf ein Teil der der Brautkleidung, die bunten Schuhe. Bunte Schuhe konnten nämlich nur Brokatschuhe sein, was den höchsten gesellschaftlichen Status ausdrückt.   </p>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Woher kommt das Spiegelbild der adligen Welt?</strong></h2>

<p>Das Thema des Lebens in den höheren Gesellschaftskreisen wäre nicht aufgefallen, wenn es mit den Lebensbedingungen der Gottscheer übereinstimmen würde: Sie lebten in der neuen Umgebung unter bescheidenen Verhältnissen und außer der Burg Friedrichstein und dem Stadtschloss gab es in der Gegend kein einziges adeliges Landgut. Die Burgen Poljanski (Polandl) und Kostelski grad (Grafenwart) lagen außerhalb der gottscheerischen Dörfer. Die Umgebung, in der die gottscheerischen Siedler lebten, bot also keine direkte Möglichkeit, das Leben der Burgherren zu betrachten. Auch die Geschichte der verbotenen Liebe zwischen Veronika von Deschenitz und Friedrich II, die mit der Burg Friedrichstein in Verbindung gebracht wird, hat nicht in das Gottscheer Erbe geschafft.    </p>

<p>Die gottscheerischen Siedler lebten in einer sehr abgeschlossenen Gemeinschaft. Die Frauen verließen in den vergangenen Jahrhunderten ihre armen Bergdörfer nicht und bewahrten ihr Volksvermögen, das ihnen in der Zeit der Trennung von ihren Männern wichtige Trost spendete. Vor allem aber bewahrten sie das Erbe, das die Gottscheer mitgebracht hatten. Auch die Wallfahrten, an denen Gottscheer teilnahmen, wurden von religiösen und Legendenliedern, aber nicht von anderen erzählenden oder rituellen Liedern begleitet.    </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" width="710" height="458" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/kocevarski-par.jpg" alt="" class="wp-image-2481" style="width:662px;height:auto" srcset="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/kocevarski-par.jpg 710w, https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/10/kocevarski-par-300x194.jpg 300w" sizes="(max-width: 710px) 100vw, 710px" /><figcaption class="wp-element-caption">Das Gottscheer-Paar, abgebildet auf der Flusskarte in Oryctographia Carniolica: Mappa Hydrographica Nationis Slavica (Balthasar Hacquet 1778).</figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Gedichtserbe als Zeugnis der Einwanderung aus Franken und Thüringen?</strong></h2>

<p>Die Volkslieder der Gottscheer sind somit der Ausdruck des Wohlstandes in der Erinnerung an die vergangene Zeit, die ihnen half, in der neuen Umgebung zu überleben. Diese Erkenntnis eröffnete einen wichtigen Aspekt der Betrachtung des gottscheerischen Erbes, und die Suche nach einer Erklärung dafür führte zu einem erneuten Nachdenken über die ursprüngliche Umgebung der Gottscheer und die Gründe für ihre Einwanderung nach Gottschee. Diese Überlegungen brachten neue historische Verbindungen zu den wirtschaftlich und sozial bedeutenden Regionen Franken und Thüringen ans Licht. Eine erneute Überprüfung der Gültigkeit der Aufzeichnungen von Bischof Hren beleuchtete auch Gründe für die Einwanderung der Gottscheer in ihre neue Umgebung. Diese Gründe betonen die Bedeutung von Ehre und Loyalität und werden zusammen mit einer ausführlichen Analyse und neuen Erkenntnissen in eine der Studien aufgenommen, die in der slowenischen Übersetzung von Hauffens Werk erscheinen werden. Das Buch Pesemsko izročilo Kočevske (dt.: Gedichtstradition von Gottschee) wird im November 2024 im Verlag ZRC, ZRC SAZU erscheinen.    </p>

<p class="has-small-font-size"><strong>Quellen:</strong></p>

<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size">Hauffen, Adolf. 1895.  <em>werden erzählende Gedichte, d.h. Gedichte mit einer Geschichte, </em>. Graz: K. k. Universitäts-Buchdrückerei und Verlags-Buchhandlung &#8216;Styria&#8217;.  </li>



<li class="has-small-font-size">Knific, Bojan. 2020. <em>Obutvena dediščina na Slovenskem</em>:<em> O škornjih, čevljih, coklah, opankah, copatah in drugih obuvalih</em>. Tržič: Tržiški muzej.  </li>



<li class="has-small-font-size">Lackner-Kundegraber, Marija. 1995. Etnografske posebnosti v nekdanjem Kočevskem nemškem jezikovnem otoku. <em>Kronika</em> 43/3: 76–84.  </li>



<li class="has-small-font-size">Marolt, France. 1939. Slovenske prvine v kočevski ljudski pesmi. V: <em>Kočevski zbornik</em>. <em>Razprave o Kočevski in njenih ljudeh</em>. Ljubljana: Vodstvo družbe sv. Cirila in Metoda v Ljubljani, 179–320.     </li>



<li class="has-small-font-size">Stopar, Ivan. 1986. <em>Gradovi na Slovenskem</em>. Ljubljana: Cankarjeva založba.  </li>
</ul>

<p>Der Artikel <em>Spiegelung der adeligen Welt in der Tradition der gottscheerischen Volkslieder </em>wurde im Rahmen des Projekts <em><a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl/programi-in-projekti/teza-preteklosti-dediscina-veckulturnega-obmocja-primer-kocevske">Teža preteklosti.
Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske </a></em>wurde von der slowenischen Forschungsagentur finanziell unterstützt.</p>

<p>Vorheriger Beitrag: <a href="https://www.kocevskibrlog.com/de/was-macht-micika-v-puengradi-maria-im-garten-in-gottschee-lieder-aus-dem-uebermurgebiet-in-gottschee/">Kaj dela Micika v püngradi na Kočevskem? &#8211; Pesmi Prekmurcev na Kočevskem </a>.</p>
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		<title>Was macht &#8220;Micika v püngradi&#8221; (Maria im Garten) in Gottschee? &#8211; Lieder aus dem Übermurgebiet in Gottschee</title>
		<link>https://www.kocevskibrlog.com/de/was-macht-micika-v-puengradi-maria-im-garten-in-gottschee-lieder-aus-dem-uebermurgebiet-in-gottschee/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Anja Serec Hodžar]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 23 Sep 2024 20:21:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Erbe]]></category>
		<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Gottschee]]></category>
		<category><![CDATA[Volkslied]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>Die Multikulturalität des Gebiets der breiteren Region Gottschee könnte als eine einzige miteinander verflochtene &#8220;Kultur&#8221; oder Gemeinschaft betrachtet werden. Denn dort leben Menschen, die aus allen Himmelsrichtungen zugewandert sind, und die kulturelle Vielfalt ist ein fester Bestandteil ihres täglichen Lebens. Ankünfte und Abreisen gehören seit Jahrhunderten zu dieser Region. Das ist zwar in jedem Gebiet der Fall, aber in Gottschee ist es jedoch besonders ausgeprägt. Umso erstaunlicher erscheint es, dass uns ein Fragment der mündlichen Überlieferung, das in diesen Orten aufgezeichnet wurde, immer noch überrascht. Volksliedmaterial im Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU Im Rahmen des Forschungsprojekts Teža preteklosti. Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske (Die Last der Vergangenheit: Das Erbe der multikulturellen Region &#8211; Beispiel aus der Region Gottschee) haben wir uns auch intensiver mit dem Material befasst, das von den Kollegen des Instituts für Ethnomusikologie im Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste (abk. ZRC SAZU) während der 90-jährigen Geschichte des Instituts (das in diesem Jahr sein Jubiläum feiert) gesammelt wurde, sowie mit dem noch älteren Material, das das Institut als zentrale Einrichtung für Volksmusik, Gesang und Tanz im slowenischen Raum aufbewahrt. Anfangs schien es, als gäbe es fast kein Material aus der Zeit vor dem Zweiten [&#8230;]</p>
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]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Die Multikulturalität des Gebiets der breiteren Region Gottschee könnte als eine einzige miteinander verflochtene &#8220;Kultur&#8221; oder Gemeinschaft betrachtet werden. Denn dort leben Menschen, die aus allen Himmelsrichtungen zugewandert sind, und die kulturelle Vielfalt ist ein fester Bestandteil ihres täglichen Lebens. Ankünfte und Abreisen gehören seit Jahrhunderten zu dieser Region. Das ist zwar in jedem Gebiet der Fall, aber in Gottschee ist es jedoch besonders ausgeprägt. Umso erstaunlicher erscheint es, dass uns ein Fragment der mündlichen Überlieferung, das in diesen Orten aufgezeichnet wurde, immer noch überrascht.     </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/09/dscn0665-1024x768.jpg" alt="Das Foto des Gartens in Trava bei Draga" class="wp-image-2439" style="width:745px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Das Foto des Gartens in Trava bei Draga, 2023. Foto: Anja Serec Hodžar. Institut für Ethnomusikologie im Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste.  </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Volksliedmaterial im Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU</strong></h2>

<p>Im Rahmen des Forschungsprojekts <em><a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl/programi-in-projekti/teza-preteklosti-dediscina-veckulturnega-obmocja-primer-kocevske">Teža preteklosti. Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske (Die Last der Vergangenheit: Das Erbe der multikulturellen Region &#8211; Beispiel aus der Region Gottschee) </a></em> haben wir uns auch intensiver mit dem Material befasst, das von den Kollegen des <a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl">Instituts für Ethnomusikologie </a>im Forschungszentrum der Slowenischen Akademie der Wissenschaften und Künste (abk. ZRC SAZU) während der 90-jährigen Geschichte des Instituts (das in diesem Jahr sein Jubiläum feiert) gesammelt wurde, sowie mit dem noch älteren Material, das das Institut als zentrale Einrichtung für Volksmusik, Gesang und Tanz im slowenischen Raum aufbewahrt. Anfangs schien es, als gäbe es fast kein Material aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg, aber eine genauere Durchsicht des Archivs zeigte, dass dies nicht der Fall war. Es gibt zwar kein Material, das konkret von den Mitarbeitern des Instituts gesammelt wurde, aber aufgrund der Zusammenarbeit mit verwandten Institutionen in Österreich und Deutschland verfügt das Institut über Kopien des Materials, das sonst in anderen Ländern aufbewahrt wird. Die Volkslieder in Gottschee wurden zu der Zeit aufgenommen, als Slowenien noch ein Teil der österreichisch-ungarischen Monarchie war.   </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large"><img decoding="async" width="1024" height="412" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/09/msma-98-19-01-1024x412.jpg" alt="Gottscheer Volkslied, Scanogramm von France Marolt" class="wp-image-2465"/><figcaption class="wp-element-caption">Scanogramm einer Tonaufnahme von France Marolt aus dem Jahr 1937 in Stari Log. Institut für Ethnomusikologie ZRC SAZU. </figcaption></figure>
</div>
<h2 class="wp-block-heading"><strong>Tonaufnahmen in Gottschee</strong></h2>

<p>Aber kehren wir zu den Überraschungen zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg, genauer gesagt nach dem Jahr 1953, begann das Institut mit den Tonaufnahmen. Das heißt, man ging zu den Menschen und nahm ihren Gesang auf. Mehrere solcher Aufnahmen wurden auch in Gottschee gemacht. Mag Igor Cvetko nahm 1992 in Kočevska Reka eine Gruppe der Sänger auf, die für ihn folgende slowenische Volkslieder sangen: <em>Tam dol na ravnem polju, Preozke so stezice, Ko psi zalajajo po celi vas na glas, Fantič pride pod okence stat, Sijaj mi sončece, Duša le pojdi zmanoj, Ênglaš valcer</em> (Akkordeon), <em>Ta stara polka </em>(Akkordeon), <em>Se spominjaš davnih časov </em>(Akkordeon), <em>Moje dekle je še mlado, ja, ja, Sinoči je pela, En hribček bom kupil, Grêmo na Štajersko, Ko so fantje proti vasi šli, Moj očka ima konjička dva,</em> <em>Moj fantič je na t(i)rolsko vandral, Al me boš kaj rada imela, Ko so Adáma pokopal, Soča voda je šumela, Micika v püngradi, Rozamunda</em> (Akkordeon), <em>Ena starinska</em>(Akkordeon).       </p>

<figure class="wp-block-embed is-type-video is-provider-youtube wp-block-embed-youtube wp-embed-aspect-16-9 wp-has-aspect-ratio"><div class="wp-block-embed__wrapper">
<iframe loading="lazy" title="Micika v püngradi" width="1080" height="608" src="https://www.youtube.com/embed/cnMiadGvPqE?feature=oembed" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe>
</div><figcaption class="wp-element-caption">Aufnahme des Liedes Micika v püngradi, Kočevska Reka, 1992, Mag. Igor Cvetko, Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU. </figcaption></figure>

<h2 class="wp-block-heading"><strong>Das Lied &#8220;Micika v püngradi&#8221; (dt.: Micika in einem Garten)</strong></h2>

<p>Püngrad ist das Wort für Garten im Prekmurje-Dialekt. Im Volkslied pflückt Micika Blumen und spricht mit ihrem Geliebten. </p>

<p>Das Lied <em>Micika v püngradi</em> wird von einer Frau und einem Mann in einem schönen (authentischen) Dialekt aus dem Übermurgebiet (sl. Prekmurje) gesungen. Nach Gottschee zogen sie 1954 aus Prekmurje, aus zwei verschiedenen Orten, um. Die Umsiedlung von Leuten aus dem Gebiet Prekmurje in die während des Zweiten Weltkriegs verlassenen Dörfer in Gottschee ist zwar bekannt und dokumentiert. Es scheint jedoch, dass wir uns ihrer Anwesenheit erst dann bewusstwerden, wenn wir ein Lied im Dialekt vom anderen Ende Sloweniens hören. Ich stellte die Tonaufnahme dieses Liedes auf einer Podiumsdiskussion vor, die im Rahmen des Projekts &#8220;Die Last der Vergangenheit: Das Erbe der multikulturellen Region &#8211; Beispiel aus der Region Gottschee&#8221; im März 2024 in Ljubljana organisiert wurde. Auch zwei einheimische Frauen aus Gottschee, Nachkommen der Gottscheer, nahmen daran teil. Ihre Reaktion, als sie die ersten Strophen des Liedes hörten, war interessant, denn es war ihnen völlig fremd und es war offensichtlich, dass sie den Text nicht verstanden. Obwohl ihnen die Geschichte des Gebiets gut bekannt ist, sie in das lokale Leben eingebunden sind und aktiv an kulturellen Vereinen teilnehmen, dennoch wurden sie vom Lied überrascht. Das Lied ist ein schönes Beispiel dafür, wie fließend die Tradition ist und wie sich ein Volkslied von einem Gebiet in ein anderes überträgt. Ein Beispiel, das auch für Forscher der Erbtheorie, ihrer Entstehung und Wandlung interessant ist.         </p>
<div class="wp-block-image">
<figure class="aligncenter size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" width="1024" height="768" src="https://www.kocevskibrlog.com/wp-content/uploads/2024/09/1718943533586-1024x768.jpg" alt="Ein Tonband, aufbewahrt im Archiv des Instituts f&#xFC;r Ethnomusikologie ZRC SAZU" class="wp-image-2453" style="width:696px;height:auto"/><figcaption class="wp-element-caption">Ein Tonband mit Aufnahmen aus Kočevska Reka, aufbewahrt im Archiv des Instituts für Ethnomusikologie ZRC SAZU. Foto: Anja Serec Hodžar. </figcaption></figure>
</div>
<p class="has-small-font-size">Artikel <em>Was macht &#8220;Micika v püngradi&#8221; (Maria im Garten) in Gottschee? &#8211; Lieder aus dem Übermurgebiet in Gottschee </em> ist Teil des Projekts <em><a href="https://gni.zrc-sazu.si/sl/programi-in-projekti/teza-preteklosti-dediscina-veckulturnega-obmocja-primer-kocevske">Teža preteklosti. Dediščina večkulturnega območja: primer Kočevske </a></em>wurde von der slowenischen Forschungsagentur finanziell unterstützt.</p>

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